11/12/2015
Eine wirklich gute Pizza lebt nicht nur vom knusprigen Boden und dem reichhaltigen Belag, sondern vor allem von ihrer Seele: der Pizzasauce. Oft unterschätzt, bildet sie das geschmackliche Fundament, auf dem alle anderen Aromen tanzen. Eine selbstgemachte Pizzasauce übertrifft gekaufte Produkte bei Weitem, da Sie die Qualität der Zutaten selbst bestimmen und den Geschmack perfekt auf Ihre Vorlieben abstimmen können. In diesem Artikel tauchen wir tief in die Kunst der Pizzasaucen-Zubereitung ein und verraten Ihnen alle Geheimnisse für eine Sauce, die Ihre Pizza unvergesslich macht.

Warum hausgemachte Pizzasauce?
Der Hauptgrund, warum sich der Aufwand für eine hausgemachte Pizzasauce lohnt, liegt in der Kontrolle über die Inhaltsstoffe. Während Fertigprodukte oft unnötige Zusatzstoffe, Konservierungsmittel oder übermäßige Mengen an Zucker enthalten, können Sie bei Ihrer eigenen Sauce auf frische, hochwertige Produkte setzen. Das Ergebnis ist ein reiner, authentischer Geschmack, der einfach unvergleichlich ist. Es ist die Liebe zum Detail, die den Unterschied macht und Ihre Pizza von gut zu außergewöhnlich erhebt.
Die Zutaten: Qualität ist das A und O
Bevor wir mit der Zubereitung beginnen, werfen wir einen Blick auf die entscheidenden Zutaten. Die Qualität jeder einzelnen Komponente beeinflusst maßgeblich das Endergebnis.
Die Tomaten: Das Herzstück der Sauce
Die Wahl der Tomaten ist vielleicht die wichtigste Entscheidung. Hier gibt es grundsätzlich zwei Wege:
- Frische Tomaten: Wenn Sie frische Tomaten verwenden möchten, wählen Sie reife, fleischige Sorten wie Roma-Tomaten (auch als Eiertomaten bekannt) oder noch besser, San Marzano-Tomaten. Diese italienischen Tomaten sind für ihren süßen, gering säurehaltigen Geschmack und ihr festes Fruchtfleisch bekannt, was sie ideal für Saucen macht. Wie in unserem Tipp erwähnt, müssen frische Tomaten vor der Verarbeitung überbrüht, gehäutet und gewürfelt werden, um eine glatte Sauce ohne störende Schalenstücke zu gewährleisten.
- Dosentomaten: Für viele Pizzabäcker, insbesondere außerhalb der Saison, sind hochwertige Dosentomaten die erste Wahl. Ganze, geschälte Tomaten (Pomodori Pelati) von guter Qualität sind oft konzentrierter im Geschmack und einfacher zu handhaben als frische Tomaten. Achten Sie auf die Herkunftsbezeichnung – italienische Tomaten aus der Region San Marzano sind oft ein Qualitätsmerkmal. Auch passierte Tomaten (Passata) oder stückige Tomaten (Polpa) können verwendet werden, beeinflussen aber die Textur.
Zwiebel und Knoblauch: Die aromatische Basis
Diese beiden bilden das Fundament des Geschmacks. Eine feingehackte Zwiebel und eine oder zwei Zehen Knoblauch, glasig in gutem Olivenöl angeschwitzt, setzen eine unglaubliche Aromatiefe frei, die die Sauce später durchdringt. Es ist wichtig, sie langsam und bei mittlerer Hitze anzuschwitzen, damit sie Süße entwickeln und nicht verbrennen.
Olivenöl: Das flüssige Gold
Verwenden Sie ein hochwertiges natives Olivenöl extra. Es ist nicht nur ein Medium zum Anbraten, sondern trägt selbst maßgeblich zum mediterranen Geschmack bei. Sein fruchtiges Aroma ist unverzichtbar für eine authentische Pizzasauce.
Gewürze und Zucker: Die Geschmacksveredler
Neben Salz und Pfeffer sind es vor allem die Kräuter, die den italienischen Charakter der Sauce prägen. Oregano und Basilikum sind obligatorisch. Ob frisch oder getrocknet, hängt von der Verfügbarkeit und dem gewünschten Intensitätsgrad ab. Eine Prise Zucker hilft, die natürliche Säure der Tomaten auszugleichen und die Süße hervorzuheben. Manche fügen auch eine Prise Chiliflocken für eine leichte Schärfe hinzu.
Schritt für Schritt zur perfekten Pizzasauce
Die Zubereitung einer Pizzasauce ist kein Hexenwerk, erfordert aber ein wenig Aufmerksamkeit für die Details.

- Vorbereitung der Aromaten: Schälen Sie die Zwiebel und schneiden Sie sie sehr fein. Die Knoblauchzehe ebenfalls schälen und fein hacken. Je feiner geschnitten, desto besser verteilen sich die Aromen.
- Anschwitzen im Olivenöl: Erhitzen Sie das Olivenöl in einem Topf bei mittlerer Hitze. Geben Sie die gehackte Zwiebel hinzu und schwitzen Sie sie glasig an. Das dauert etwa 5-7 Minuten. Fügen Sie dann den Knoblauch hinzu und lassen Sie ihn für etwa eine Minute mitbraten, bis er duftet. Achten Sie darauf, dass der Knoblauch nicht braun wird, da er sonst bitter schmecken kann.
- Tomaten beigeben: Geben Sie nun die Tomaten hinzu. Wenn Sie ganze Dosentomaten verwenden, können Sie diese direkt im Topf mit einem Kochlöffel oder den Händen zerdrücken. Wenn Sie frische, gehäutete und gewürfelte Tomaten verwenden, geben Sie diese jetzt dazu.
- Würzen und Einköcheln: Vermischen Sie die Tomaten mit dem Zucker und den Gewürzen (Salz, Pfeffer, Oregano, Basilikum). Beginnen Sie vorsichtig mit den Gewürzen und schmecken Sie später ab. Lassen Sie die Sauce nun bei niedriger bis mittlerer Hitze einige Minuten einköcheln. Die genaue Kochzeit hängt von der gewünschten Konsistenz und dem Geschmack ab. Mindestens 15-20 Minuten sind empfehlenswert, aber je länger die Sauce bei geringer Hitze vor sich hin köchelt (bis zu einer Stunde), desto intensiver und komplexer wird ihr Geschmack. Die Flüssigkeit reduziert sich, die Aromen konzentrieren sich, und die Sauce erhält eine schönere Konsistenz. Diesen Prozess nennt man Einköcheln und er ist entscheidend für die Tiefe des Geschmacks.
- Abschmecken und Verfeinern: Probieren Sie die Sauce und passen Sie die Würzung bei Bedarf an. Vielleicht braucht sie noch etwas Salz, mehr Zucker, um die Säure zu mildern, oder zusätzliche Kräuter. Für eine besonders feine Textur können Sie die Sauce nach dem Kochen pürieren, müssen Sie aber nicht. Eine leicht stückige Sauce hat auch ihren Charme.
Frische Tomaten vs. Dosentomaten: Ein Vergleich
Die Entscheidung zwischen frischen und konservierten Tomaten hängt oft von der Jahreszeit und dem persönlichen Geschmack ab. Beide haben ihre Vor- und Nachteile:
| Merkmal | Frische Tomaten | Dosentomaten (geschält, ganz) |
|---|---|---|
| Geschmack | Leicht, fruchtig, je nach Sorte variierend. Kann saisonal schwanken. | Intensiver, konzentrierter Tomatengeschmack. Oft sehr konstant in der Qualität (besonders San Marzano). |
| Säure | Kann variieren, oft höherer Säuregehalt, der Zucker erfordert. | Oft ausgewogenerer Säuregehalt, da reif geerntet. |
| Textur | Benötigt Schälen und Würfeln, kann wässriger sein. | Weich, leicht zu zerdrücken, gute Konsistenz für Saucen. |
| Verarbeitung | Zeitaufwendiger (überbrühen, häuten, würfeln). | Schneller und einfacher zu handhaben. |
| Verfügbarkeit | Saisonal begrenzt für optimale Qualität. | Ganzjährig in gleichbleibender Qualität erhältlich. |
| Empfehlung | Ideal im Sommer bei optimaler Reife. | Die verlässlichere Wahl für eine konstant gute Sauce, besonders außerhalb der Saison. |
Aufbewahrung und Haltbarkeit der Pizzasauce
Eine gute Sauce ist die Mühe wert, und oft lohnt es sich, gleich eine größere Menge zuzubereiten. Aber wie lange kann man Pizzasauce aufbewahren, damit sie frisch und lecker bleibt?
Im Kühlschrank
Gekochte Pizzasauce lässt sich in einem luftdicht verschlossenen Behälter im Kühlschrank problemlos für 3 bis 5 Tage aufbewahren. Achten Sie darauf, dass der Behälter sauber ist und die Sauce vollständig abgekühlt ist, bevor Sie sie in den Kühlschrank stellen. Eine Glasschale mit Deckel oder ein Einmachglas sind ideal, um Gerüche abzuschließen und die Frische zu bewahren.
Einfrieren
Das Einfrieren ist eine hervorragende Methode, um Pizzasauce über einen längeren Zeitraum haltbar zu machen. So haben Sie immer eine Portion hausgemachter Sauce griffbereit, wenn der Pizzahunger kommt. Gehen Sie dabei wie folgt vor:
- Abkühlen lassen: Die Sauce muss vollständig abgekühlt sein, bevor sie eingefroren wird. Dies verhindert die Bildung von Eiskristallen und die Beeinträchtigung der Textur.
- Portionieren: Füllen Sie die Sauce in portionsgerechte Behälter oder Gefrierbeutel. Flache Gefrierbeutel sind platzsparend und ermöglichen ein schnelleres Auftauen. Sie können auch Eiswürfelformen verwenden, um kleine Portionen einzufrieren, die sich dann leicht entnehmen lassen.
- Beschriften: Beschriften Sie jeden Behälter mit dem Datum des Einfrierens, damit Sie den Überblick behalten.
- Haltbarkeit: Im Gefrierschrank hält sich Pizzasauce bei -18°C oder kälter für 3 bis 6 Monate. Die Qualität kann danach langsam abnehmen, aber sie ist in der Regel noch sicher zum Verzehr.
Zum Auftauen können Sie die Sauce einfach über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen oder bei niedriger Hitze im Topf erwärmen. Bei Bedarf etwas Wasser hinzufügen, um die gewünschte Konsistenz wiederherzustellen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich die Pizzasauce vor dem Auftragen auf den Teig kochen?
Ja, unbedingt. Die in diesem Rezept beschriebene Methode beinhaltet das Einköcheln der Sauce, wodurch sich die Aromen entwickeln und die Konsistenz ideal wird. Eine rohe Tomatensauce würde auf der Pizza zu wässrig sein und nicht den gewünschten Geschmack entfalten.
Kann ich Tomatenmark für die Sauce verwenden?
Tomatenmark kann in Maßen hinzugefügt werden, um den Tomatengeschmack zu intensivieren oder die Sauce anzudicken. Es sollte aber nicht die Hauptbasis sein, da es sehr konzentriert ist und einen zu starken Eigengeschmack haben kann. Ein Teelöffel, kurz mit den Zwiebeln und dem Knoblauch angeröstet, kann aber eine schöne Tiefe verleihen.
Meine Sauce ist zu dünn/zu dick, was kann ich tun?
- Zu dünn: Lassen Sie die Sauce bei niedriger Hitze länger einköcheln, bis mehr Flüssigkeit verdampft ist. Alternativ können Sie einen Teelöffel Tomatenmark oder etwas Speisestärke (mit etwas Wasser angerührt) hinzufügen, um sie anzudicken.
- Zu dick: Fügen Sie schluckweise etwas Wasser, Gemüsebrühe oder den Saft aus der Dosentomate hinzu, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
Welche Kräuter passen noch zur Pizzasauce?
Neben Oregano und Basilikum passen auch Thymian, Rosmarin (sparsam verwenden, da sehr intensiv) oder Majoran gut. Für eine pikante Note können Sie Chiliflocken hinzufügen. Frische Kräuter sollten oft erst am Ende der Kochzeit hinzugefügt werden, um ihr Aroma zu bewahren.
Kann ich die Sauce auch für andere Gerichte verwenden?
Absolut! Eine gute Pizzasauce ist eine vielseitige Basissauce. Sie eignet sich hervorragend für Pasta, als Grundlage für Aufläufe, für Bruschetta oder als Dip für Brot. Ihre Vielseitigkeit ist ein weiterer Grund, warum es sich lohnt, eine größere Menge zuzubereiten.
Fazit: Die Seele Ihrer Pizza
Die Pizzasauce ist weit mehr als nur eine rote Schicht auf dem Teig. Sie ist die aromatische Seele jeder Pizza, die den Unterschied zwischen einem gewöhnlichen und einem außergewöhnlichen Geschmackserlebnis ausmacht. Mit ein wenig Sorgfalt bei der Auswahl der Zutaten und der Beachtung der einfachen Schritte können Sie eine hausgemachte Pizzasauce zubereiten, die Ihre Familie und Freunde begeistern wird. Experimentieren Sie mit den Gewürzen, finden Sie Ihre perfekte Balance und genießen Sie den wahren Geschmack Italiens direkt aus Ihrer Küche. Guten Appetit!
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