17/04/2019
Wenn wir an eine klassische Pizza Margherita denken, kommen uns sofort drei Farben in den Sinn: das Rot der Tomaten, das Weiß des Mozzarellas und das leuchtende Grün des Basilikums. Doch Basilikum ist weit mehr als nur eine hübsche Dekoration. Es ist der unsichtbare Held, der einer Pizza Tiefe, Frische und ein unvergleichliches Aroma verleiht. Ohne es wäre selbst die beste Pizza unvollständig. Dieses aromatische Kraut, oft als das 'Königskraut' bezeichnet, ist das Herzstück vieler italienischer Gerichte und spielt auf der Pizza eine absolut entscheidende Rolle.

Die Verwendung von Basilikum auf Pizza ist eine Kunst für sich, die oft unterschätzt wird. Es geht nicht nur darum, ein paar Blätter auf den Belag zu legen. Die Art und Weise, wie Basilikum vorbereitet und wann es hinzugefügt wird, kann den gesamten Geschmack und das Erlebnis der Pizza grundlegend verändern. In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt des Basilikums ein und enthüllen die Geheimnisse, wie Sie dieses Kraut optimal nutzen können, um Ihre hausgemachte Pizza auf das nächste Level zu heben.
Warum Basilikum auf Pizza unverzichtbar ist
Basilikum, insbesondere das süße Basilikum (Ocimum basilicum), ist für seinen komplexen, leicht pfeffrigen und gleichzeitig süßen Geschmack bekannt, der eine wunderbare Balance zu den säuerlichen Tomaten und dem cremigen Mozzarella herstellt. Seine ätherischen Öle sind für das charakteristische Aroma verantwortlich, das beim Erhitzen subtil wird, aber im frischen Zustand eine Explosion von Geschmack bietet. Auf einer Pizza wirkt Basilikum als Geschmacksverstärker, der die anderen Zutaten hervorhebt und gleichzeitig eine eigene, unverwechselbare Note hinzufügt. Es ist das Element, das die oft als einfach empfundene Kombination aus Teig, Tomate und Käse in ein harmonisches Gesamtkunstwerk verwandelt.
Die Frische des Basilikums ist hierbei von größter Bedeutung. Getrocknetes Basilikum mag in anderen Gerichten seine Berechtigung haben, auf einer authentischen Pizza hat es jedoch nichts zu suchen. Die intensiven, flüchtigen Aromen gehen beim Trocknen weitgehend verloren, und übrig bleibt oft nur ein Schatten des ursprünglichen Geschmacks. Nur frische Blätter können das unvergleichliche, leicht anisartige und pfeffrige Aroma entfalten, das eine Pizza erst wirklich vollendet.
Die Kunst des Umgangs mit Basilikum: Zupfen statt Schneiden
Eine der wichtigsten Regeln beim Umgang mit Basilikum für Pizza, und das ist ein Detail, das oft übersehen wird, ist das Zupfen der Blätter anstelle des Schneidens. Dies mag trivial erscheinen, hat aber einen erheblichen Einfluss auf den Geschmack und die Optik. Wenn Basilikum geschnitten wird, insbesondere mit einem Metallmesser, werden die Zellwände der Blätter beschädigt. Dies führt zu einer schnelleren Oxidation, wodurch das Basilikum nicht nur braun wird und unansehnlich aussieht, sondern auch seine empfindlichen ätherischen Öle und damit sein Aroma viel schneller verliert. Die enzymatischen Reaktionen, die durch das Zerschneiden ausgelöst werden, verändern den Geschmack und können eine leicht bittere Note hervorrufen.
Beim Zupfen oder Reißen mit den Fingern hingegen werden die Zellen schonender aufgebrochen. Die Blätter behalten ihre Struktur besser, und die ätherischen Öle bleiben länger intakt und werden erst beim Kauen oder leichtem Erhitzen freigesetzt. Dies führt zu einem viel frischeren und intensiveren Geschmackserlebnis. Es ist eine kleine Geste, die einen großen Unterschied macht und die Authentizität Ihrer Pizza unterstreicht. Neapolitanische Pizzabäcker schwören auf diese Methode, da sie die Reinheit und Intensität des Basilikumgeschmacks bewahrt.
Der Zeitpunkt der Zugabe: Vor oder nach dem Backen?
Wann genau Basilikum auf die Pizza kommt, ist eine Frage, die unter Pizzaliebhabern oft diskutiert wird. Beide Methoden haben ihre Berechtigung, führen aber zu unterschiedlichen Ergebnissen:
- Basilikum vor dem Backen hinzufügen: Wenn Basilikumblätter zusammen mit den anderen Zutaten auf die Pizza gelegt und mitgebacken werden, werden ihre Aromen in den Belag infundiert. Die Blätter werden knusprig und ihr Geschmack wird subtiler, fast süßlich. Die intensiven, flüchtigen Noten gehen jedoch teilweise verloren. Dies ist oft bei Pizzen der Fall, die bei sehr hohen Temperaturen in traditionellen Holzöfen gebacken werden, wo die Garzeit extrem kurz ist.
- Basilikum nach dem Backen hinzufügen: Dies ist die bevorzugte Methode vieler Puristen, insbesondere bei der Pizza Margherita. Die frischen Basilikumblätter werden erst nach dem Backen auf die heiße Pizza gelegt. Die Restwärme der Pizza bringt die Aromen des Basilikums zum Vorschein, ohne sie zu zerstören. Das Ergebnis ist ein intensiver, frischer und lebendiger Basilikumgeschmack, der einen wunderbaren Kontrast zu den gekochten Zutaten bildet und für die maximale Frische sorgt. Die Blätter bleiben grün und zart.
Für die klassische Pizza Margherita wird meist die Zugabe nach dem Backen empfohlen, um die volle Frische und das intensive Aroma des Basilikums zu bewahren. Experimentieren Sie jedoch, um herauszufinden, welche Methode Ihnen am besten gefällt.
Die perfekte Symbiose: Basilikum und die Tomaten
Der Geschmack einer Pizza hängt entscheidend von der Güte der Tomaten ab, und Basilikum ist der perfekte Partner für sie. Es sollten auf keinen Fall Tomaten mit einem hohen Wassergehalt verwendet werden, weil der Belag sonst sehr flüssig und wässrig wird. Das führt nicht nur zu einem matschigen Ergebnis, sondern verdünnt auch die Aromen der anderen Zutaten.
Bevorzugen Sie italienische Tomaten des Typs San Marzano. Diese länglichen, fleischigen Tomaten aus der Region Kampanien sind für ihren geringen Wassergehalt, ihren ausgewogenen süß-säuerlichen Geschmack und ihr intensives Aroma bekannt. Sie bilden die ideale Basis für eine Pizzasoße, die nicht nur geschmacklich überzeugt, sondern auch die perfekte Konsistenz aufweist. Das Basilikum harmoniert hervorragend mit dem reichen, fruchtigen Geschmack dieser Tomaten und rundet das Geschmacksprofil ab. Die Kombination aus hochwertigen Tomaten und frischem Basilikum ist das Fundament jeder großartigen Pizza.

Basilikum in Kombination mit anderen Zutaten
Basilikum ist ein vielseitiges Kraut, das nicht nur mit Tomaten und Mozzarella glänzt. Es passt auch hervorragend zu:
- Olivenöl: Ein gutes natives Olivenöl extra unterstreicht die Aromen des Basilikums und verbindet sie mit den anderen Zutaten. Oft wird ein Schuss Olivenöl über die fertige Pizza mit Basilikum geträufelt.
- Knoblauch: In Maßen verwendet, kann Knoblauch die erdigen Noten des Basilikums hervorheben, ohne es zu überwältigen.
- Käse: Neben Mozzarella harmoniert Basilikum auch mit Ricotta, Parmesan oder Provolone.
- Meeresfrüchte: Eine Pizza mit Garnelen oder Muscheln kann durch Basilikum eine frische, mediterrane Note erhalten.
Häufig gestellte Fragen zu Basilikum auf Pizza
Kann ich getrocknetes Basilikum für Pizza verwenden?
Nein, für eine authentische und geschmacklich überzeugende Pizza ist die Verwendung von getrocknetem Basilikum nicht empfehlenswert. Getrocknetes Basilikum hat einen deutlich schwächeren und veränderten Geschmack, da die empfindlichen ätherischen Öle, die für das frische, lebendige Aroma verantwortlich sind, beim Trocknungsprozess weitgehend verloren gehen. Es fehlt ihm die Frische und die leichte Süße, die frisches Basilikum einer Pizza verleiht. Wenn Sie keine frischen Basilikumblätter zur Hand haben, ist es oft besser, ganz auf Basilikum zu verzichten, anstatt getrocknetes zu verwenden, das den Gesamtgeschmack eher beeinträchtigen als verbessern würde.
Wann ist der beste Zeitpunkt, Basilikum auf die Pizza zu geben?
Der beste Zeitpunkt, Basilikum auf die Pizza zu geben, hängt vom gewünschten Ergebnis ab. Für das intensivste und frischeste Aroma sollten die Basilikumblätter erst nach dem Backen auf die heiße Pizza gelegt werden. Die Restwärme des Ofens setzt die Aromen frei, ohne sie zu zerstören, und die Blätter bleiben leuchtend grün und zart. Wenn Sie einen subtileren, in den Belag infundierten Geschmack bevorzugen und die Blätter leicht knusprig werden sollen, können Sie sie auch vor dem Backen hinzufügen. Für die klassische Pizza Margherita ist die Zugabe nach dem Backen jedoch die bevorzugte Methode, um die volle Aromenvielfalt zu gewährleisten.
Warum sollte man Basilikum zupfen und nicht schneiden?
Basilikum sollte mit den Fingern gezupft oder gerissen und nicht mit einem Messer geschnitten werden, um das Aroma optimal zu erhalten und eine Oxidation zu vermeiden. Beim Schneiden mit einem Metallmesser werden die Zellwände des Basilikums stark beschädigt, was zur Freisetzung von Enzymen führt, die eine schnelle Oxidation verursachen. Dies äußert sich darin, dass die Blätter braun werden und ihr charakteristisches Aroma verlieren oder sogar eine leicht bittere Note entwickeln. Das Zupfen hingegen bricht die Zellen schonender auf, wodurch die ätherischen Öle länger intakt bleiben und erst beim Verzehr freigesetzt werden, was zu einem frischeren und intensiveren Geschmackserlebnis führt.
Welche Basilikum-Art eignet sich am besten für Pizza?
Für Pizza eignet sich am besten das süße Basilikum (Ocimum basilicum), oft auch als Genoveser Basilikum bekannt. Diese Sorte zeichnet sich durch große, glänzende Blätter und ein ausgewogenes, leicht süßliches und pfeffriges Aroma mit Noten von Anis und Nelken aus. Es ist die traditionelle Wahl für Pesto und natürlich für die Pizza Margherita. Andere Basilikumarten wie Thai-Basilikum oder Zitronenbasilikum haben spezifischere Geschmacksrichtungen, die nicht unbedingt zur klassischen Pizza passen, aber für experimentelle Beläge interessant sein könnten.
Wie lagert man frisches Basilikum am besten?
Frisches Basilikum ist empfindlich und sollte richtig gelagert werden, um seine Frische und sein Aroma zu bewahren. Am besten stellen Sie die Stiele in ein Glas Wasser, ähnlich wie Blumen, und bedecken die Blätter locker mit einer Plastiktüte. Stellen Sie das Glas bei Raumtemperatur an einen kühlen Ort, aber nicht in den Kühlschrank, da Basilikum empfindlich auf Kälte reagiert und schnell schwarz werden kann. Wechseln Sie das Wasser täglich. Auf diese Weise bleibt Basilikum für einige Tage frisch. Kurz vor der Verwendung sollten die Blätter vorsichtig gewaschen und dann sehr gut trockengeschüttelt oder vorsichtig abgetupft werden, da Feuchtigkeit die Blätter schneller verderben lässt.
Fazit: Basilikum – Der Schlüssel zum Pizzaglück
Basilikum ist weit mehr als nur ein Kraut; es ist eine entscheidende Komponente, die einer Pizza ihre Seele verleiht. Von der Wahl der richtigen Tomaten, wie den San Marzano, bis zur sorgfältigen Handhabung des Basilikums selbst – jedes Detail zählt, um das volle Potenzial dieses aromatischen Blattes auszuschöpfen. Das Wissen um das Zupfen statt Schneiden und den idealen Zeitpunkt der Zugabe sind kleine Geheimnisse, die den Unterschied zwischen einer guten und einer außergewöhnlichen Pizza ausmachen.
Nehmen Sie sich die Zeit, frisches Basilikum richtig zu verwenden, und Sie werden mit einer Pizza belohnt, die nicht nur optisch ansprechend ist, sondern auch ein unvergleichliches Geschmackserlebnis bietet, das die Sinne belebt und Sie direkt nach Neapel entführt. Das nächste Mal, wenn Sie Ihre Pizza zubereiten, denken Sie daran: Das grüne Gold ist der wahre Star, der Ihre kulinarische Kreation vollendet.
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