Wie macht man eine Pizza perfekt?

Perfekte Pizza vom Grill: Italienisches Flair daheim

26/05/2013

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Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum die Pizza aus dem heimischen Backofen nicht so gut schmeckt wie die, die man in einer guten Pizzeria in Italien serviert bekommt? Liegt das nur an der Urlaubsstimmung, die einen vom Gardasee bis Palermo überkommt? Oder gibt es „Geheimnisse“, die das „Wie in Italien“-Gefühl auch zu Hause aufkommen lassen, wenn man in eine Pizza beißt? Lassen Sie uns diese kulinarische Reise antreten und das Geheimnis lüften, wie Sie eine Pizza zubereiten, die nicht nur schmeckt, sondern auch das Herz Italiens direkt in Ihren Garten bringt.

Wie macht man eine Pizza perfekt?
So wird deine Pizza perfekt. Der Käse zerläuft und bekommt Farbe, der Boden wird knusprig und nicht zu dunkeln. Kommt ein Holzkohlegrill zum Einsatz, legt man unter den Stein gar keine Kohlen, sondern positioniert die Briketts rechts und links des Steins.
Inhaltsverzeichnis

Die Geheimnisse des Pizza backens: Mehr als nur Teig und Belag

Nichts gegen eine gute selbstgemachte Backofenpizza vom Blech. Und manchmal schmeckt auch eine Tiefkühlpizza gar nicht so schlecht, wenn man nach einem stressigen Arbeitstag nach Hause kommt. Aber das alles ist nichts gegen das, was einen erwartet, wenn man eben diese Geheimnisse einer guten Pizza kennt und anwendet. Es bedeutet etwas Aufwand, eine gute Pizza zu Hause zu backen. Es ist aber ein Aufwand, der sich lohnt – ganz besonders wenn man in einer großen Runde mit Freunden oder Familie um den Tisch sitzt. Dieser Artikel verrät Ihnen, worauf es ankommt, damit die Pizza so schmeckt, wie man es aus Italien kennt. Ein Kugelgrill oder ein Gasgrill kommen in unserer Anleitung für das Backen der Pizza zur Anwendung.

Die Qualität einer echten neapolitanischen Pizza beruht auf wenigen, aber entscheidenden Faktoren: extrem hohe Temperaturen, ein spezieller Teig und ausgewählte Zutaten. Diese Kombination führt zu einem Boden, der außen knusprig und innen luftig ist, und einem Belag, der perfekt gegart und aromatisch ist. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese Bedingungen auch abseits eines traditionellen Holzofens schaffen können.

Der richtige Grill: Ihr Schlüssel zur Hitze

Pizza benötigt Hitze – viel Hitze. Eine gute Pizzeria betreibt deshalb einen Ofen, der mit Holz befeuert wird. Die Pizza wird neben das brennende Holzfeuer platziert und so Temperaturen von bis zu 500°C ausgesetzt. Im Laufe des kurzen Backvorganges wird sie immer wieder gedreht. Für die Zubereitung einer sehr guten Pizza zu Hause braucht man aber keinen speziellen Pizzaofen. Ein Grill erzeugt viel Hitze und ist somit gut geeignet, wenn man auf ihm eine indirekte Zone einrichten kann. Dabei ist es egal, ob mit Holzkohle, Gas oder anderen Brennstoffen gefeuert wird – unerlässlich ist nur der Deckel, der die Hitze einschließt und zirkulieren lässt, ähnlich einem Ofen.

Pizza backen mit Holzkohle und Kaminholz

Um einen Kugelgrill in einen Pizzaofen zu verwandeln, brauchen Sie zusätzliches Zubehör. Neben dem Pizzastein empfiehlt sich die Anschaffung eines Pizzarings, der den Grillraum erweitert und eine Öffnung für die Pizza bietet. Mir sind zwei Hersteller bekannt:

  • Moesta-BBQ aus Deutschland, die neben dem Ring auch noch anderes sehr empfehlenswertes Zubehör für den Holzkohlgrill anbieten.
  • Kettle Pizza aus Amerika (in Deutschland erhältlich über Amazon)

Beide Ringe sind hervorragend verarbeitet und praktikabel. Mit einer Mischung aus Briketts und Kaminholz lassen sich Temperaturen von bis zu 400°C erzeugen. Durch das brennende Holz bekommt die Pizza noch mal einen ganz besonders authentischen Geschmack. Buchenholz eignet sich besonders gut, um eine perfekte Pizza zu backen, da es ein mildes, aber charakteristisches Raucharoma abgibt. Die Anwendung ist weiter unten genauer beschrieben.

Pizza backen mit dem Gasgrill

Mit einem Gasgrill lässt sich eine sehr gute Pizza mit weniger Aufwand herstellen, als mit einem Holzkohlegrill. Der Reinigungsaufwand nach der Zubereitung ist deutlich geringer. Dafür muss man auf den leichten Rauchgeschmack verzichten, den eine Pizza aufweist, die mit Holz gebacken wurde. Bei einem Gasgrill werden die Roste und die Aromaschienen der Brenner links und rechts entfernt und der rechteckige Pizzastein mittig statt des Grillrostes eingesetzt. Der Grill sollte also möglichst drei Brenner aufweisen, damit das Pizza backen auf dem Gasgrill Spaß macht und eine optimale Hitzeverteilung gewährleistet ist. Wenn der Pizzastein nicht, wie es auf dem Foto links zu sehen ist, eingesetzt werden kann, können die Roste auf dem Grill verbleiben. In diesem Fall wird der Stein auf die Roste gelegt, wie es auf dem Foto rechts gemacht wurde.

Seit einiger Zeit werden „Hauben“ aus Metall für den Gasgrill angeboten, die durch einen Wärmestau dafür sorgen, dass die Pizza schneller fertig wird. Unbedingt erforderlich ist dieses Zubehör für ein überzeugendes Ergebnis aber nicht. Der Gasgrill ist ideal zum Pizza backen, da er eine konstante und leicht regulierbare Hitze liefert, was besonders für Einsteiger von Vorteil ist.

Der Stein: Das Herzstück Ihrer Pizza

Das wichtigste „Geheimnis“ für das Gelingen der Pizza ist der Einsatz eines Pizzasteins. Zwei Varianten sind empfehlenswert: für Backöfen und Grills empfiehlt sich der Einsatz eines 3 cm dicken Schamottsteins, wie er von Ofenbauern eingesetzt wird. Für Besitzer eines Grills mit Deckel empfiehlt sich alternativ ein Stein aus Cordierit. Die Fa. Weber z.B. bietet 1 cm dicke Pizzasteine in verschiedenen Formen und Größen aus diesem Material an. Beiden Varianten ist gemein, dass sie thermisch extrem belastbar sind. Cordierit ist im Gegensatz zu Schamotte dazu noch sehr hart und kaum zu zerkratzen.

Pizzasteine entziehen dem Teig zunächst Flüssigkeit, geben diese beim Backvorgang jedoch wieder an den Boden ab. Eine Voraussetzung für einen knusprig lockeren Pizzaboden. Es ist wichtig, den Pizzastein vor dem Einsatz mit Mehl oder besser mit Hartweizengrieß zu bestreuen, damit die Pizza nicht haften bleibt. Der Hartweizengrieß bildet eine Barriere zwischen Teig und Stein, die das Ankleben verhindert und zusätzlich für eine schöne Textur des Bodens sorgt.

Kein verbrannter Boden mehr: Der Grieß als Temperatur-Indikator

Viele Grillfreunde, die schon mal Pizza auf dem Grill zubereitet haben, mussten schon die Erfahrung machen, dass der Boden der Pizza verbrannt und der Belag noch halb roh war. Das lässt sich leicht verhindern!

Der Hartweizengrieß ist ein perfekter Indikator dafür, ob der Stein die richtige Temperatur hat. Verfärbt sich der Hartweizengrieß schon bald nach dem Aufstreuen schwarz und raucht, wie auf dem folgenden Foto zu sehen, ist der Stein zu heiß. Der Boden der Pizza würde ebenfalls schwarz werden. Die richtige Temperatur hat der Stein, wenn der Hartweizengrieß während des Backvorganges langsam braun wird und nicht raucht. Dies zeigt an, dass die Hitze gleichmäßig und kontrolliert auf den Teig übertragen wird, wodurch der Boden perfekt knusprig wird, ohne zu verbrennen.

Steuerung der Hitze beim Gasgrill

Die besten Ergebnisse beim Backen der Pizza erzielen Sie mit einem Gasgrill, der drei Brenner (oder mehr) besitzt. Steuern Sie die Temperatur des Pizzasteins mit dem Brenner direkt unter dem Stein. Setzen Sie den Pizzastein dazu über den mittleren Brenner, während je ein Brenner rechts und links davon frei bleibt. Zunächst werden alle Gasbrenner des Grills voll aufgedreht. Hat der Grill seine volle Temperatur erreicht und das Backen der Pizza soll beginnen, wird die Leistung des Brenners unter dem Stein auf 25% der Leistung eingestellt. So kommt die Hitze der Brenner rechts und links (mit voller Leistung) dem Belag zugute. Der Stein aber überhitzt nicht, weil der Brenner nicht mit vollster Leistung arbeitet. So wird Ihre Pizza perfekt: Der Käse zerläuft und bekommt Farbe, der Boden wird knusprig und nicht zu dunkel. Diese Methode stellt sicher, dass der Boden schnell gart und knusprig wird, während die intensive Oberhitze den Belag perfekt zubereitet.

Steuerung der Hitze beim Holzkohlegrill

Kommt ein Holzkohlegrill zum Einsatz, legt man unter den Stein gar keine Kohlen, sondern positioniert die Briketts rechts und links des Steins. Mehr Informationen bietet der Rezeptteil am Ende dieses Beitrages. Diese indirekte Hitze ist entscheidend, um ein Verbrennen des Bodens zu verhindern und gleichzeitig genügend Oberhitze für den Belag zu erzeugen. Das Brennholz, das Sie zusätzlich verwenden, sollte dabei auch seitlich platziert werden, um eine gleichmäßige Hitzeverteilung zu gewährleisten.

Das Mehl: Die Basis für den perfekten Teig

Zu einem guten Pizzateig gehört das richtige Mehl. In Deutschland unterscheidet man die verschiedenen Mehl-Typen z.B. mit den Bezeichnungen „Type 405“, „Type 550“, „Type 1050“. Die Zahl ist ein Maß für den Mineralgehalt des Mehles. Je mehr Mineralien ein Mehl enthält, desto dunkler ist es. Je kleiner die Zahl ist, desto:

  • höher ist der Glutengehalt eines Mehls.
  • mehr Wasser benötigt das Mehl, um einen Teig zu ergeben.
  • mehr Zeit braucht der Teig zum Aufgehen.
  • stabiler und elastischer ist der Teig.

In Italien hingegen werden die Mehle etwas anders bezeichnet. Dort gibt es z.B. „Tipo 00“, „Tipo 0“, „Tipo 12“ usw. Auch hier steigt der Mineralgehalt des Mehles in der genannten Reihenfolge. Das ideale Pizzamehl ist das mit der Bezeichnung „Tipo 00“, da es sehr elastische Teige ergibt und nach dem Backen das typische „Pizzagefühl“ entsteht, wenn man in das Ergebnis beißt. Dieses Mehl ist sehr fein gemahlen und hat einen hohen Glutengehalt, der für die charakteristische Elastizität und die großen Luftblasen im Rand sorgt. Inzwischen gibt es dieses Mehl auch im gut sortieren Supermarkt – in den Filialen von Kaufland und Real in meiner Umgebung gehört es zum festen Sortiment. Und natürlich kann man verschiedene Mehlsorten auch über das Internet bestellen. Hier ist die Auswahl noch viel größer. Wer noch mehr Informationen zu dieser Thematik haben möchte – ein lesenswerter Artikel über Mehle bietet die Fa. Gustini.

Eine leckere Pizza kann man aber auch mit dem Mehl „Type 405“ vom Discounter um die Ecke backen. Der Stein hat wesentlich mehr Einfluss auf das Backergebnis als das Mehl. Dennoch lohnt es sich, mit Tipo 00 zu experimentieren, um den authentischen Geschmack und die Textur zu erreichen.

Büffelmozzarella: Die Königin des Käses

Ich bin der Meinung, eine Zutat macht eine Pizza besonders authentisch, nämlich Büffelmozzarella. Er hat eine etwas festere Außenhülle als sein Kollege aus Kuhmilch, ist innen aber cremiger und vor allem viel aromatischer. Es gibt Leute, die behaupten, Büffelmozzarella gehöre nur im kalten Zustand auf den Tisch, weil man ihn im warmen Zustand geschmacklich nicht von Mozzarella aus Kuhmilch unterscheiden kann. Dem möchte ich widersprechen! Der Büffelmozzarella behält auch nach dem Backen seine einzigartige Cremigkeit und seinen leicht säuerlichen, frischen Geschmack, der perfekt mit der Tomatensauce harmoniert. Inzwischen gibt es Büffelmozzarella auch in gut sortierten Supermärkten und nicht nur im italienischen Feinkostladen. Achten Sie auf die Bezeichnung „Mozzarella di Bufala Campana D.O.P.“, um sicherzustellen, dass Sie ein Qualitätsprodukt erhalten.

Praktische Tipps für Pizza-Bäcker

Auflegen auf den Pizzastein: Der Trick für unversehrte Pizzen

Der schwierigste Schritt beim Backen der Pizza ist das Auflegen auf den heißen Pizzastein. Je üppiger die Pizza belegt ist, desto schwerer lässt sie sich ohne Beschädigungen überführen. Wer die Pizza entgegen italienischen Gepflogenheiten gerne reichlich belegt, kann zu einem Trick greifen, um Unfälle beim Transport von der Schaufel auf den Stein zu vermeiden. Dazu den Pizzaboden unbelegt für 1-2 Minuten bei geöffnetem Grilldeckel auf den Pizzastein legen und somit vorbacken. Der Boden bekommt auf diese Weise eine solide Festigkeit, die das Auflegen der belegten Pizza auf den Stein erleichtert und ihn beim anschließenden Backen trotzdem knusprig, aber nicht trocken werden lässt. Diesen Schritt nennt man auch „Blindbacken“ oder „Vorbacken“ und er ist besonders hilfreich, wenn Sie noch unsicher im Umgang mit der Pizzaschaufel sind.

Wieviel Teig brauche ich? Die goldene Regel für den Belag

Für eine Pizza mit einem Durchmesser von ca. 28 cm braucht man 280 – 300g Teig. Soll der Durchmesser nur 20 cm betragen, reichen 180 – 200g Teig. Widerstehen Sie der Versuchung, die Pizza mit Belag zu überhäufen. Bei einer klassischen Pizza bildet der Boden eine feste, knusprige und dennoch weiche Grundlage. Der Belag sollte den Boden nicht aufweichen, soll aber dafür sorgen, dass die Pizza an allen Stellen saftig ist. Eine überladene Pizza gart nicht gleichmäßig, der Boden wird matschig und die Aromen der einzelnen Zutaten gehen verloren. Weniger ist hier oft mehr – konzentrieren Sie sich auf wenige, hochwertige Zutaten, die sich geschmacklich ergänzen.

Rezept: Pizza vom Gasgrill und Kugelgrill

Zutaten

Für die Tomatensoße:

  • 800 g Tomaten (geschält und gehackt) aus der Dose
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Oregano
  • 100 g Tomatenmark
  • Pfeffer
  • Salz

Für den Teig:

  • 1000 g Weizenmehl (idealerweise Tipo 00, alternativ Type 405)
  • 250 g Hartweizengrieß
  • 2 TL Salz
  • 0,5 Würfel frische Hefe
  • 690 g warmes Wasser (30-40°C)
  • 1 EL Zucker
  • 5 EL Olivenöl
  • Hartweizengrieß extra, zum Bestreuen des Steines
  • Pizzamehl extra, für die Teigverarbeitung

Für den Belag (Beispiele):

  • 4 Kugeln Mozzarella vom Büffel oder ein anderer Käse
  • Weitere Zutaten Ihrer Wahl (z.B. frischer Basilikum, Salami, Pilze, Schinken)

Zubereitung

Der Teig: Geduld zahlt sich aus

  1. Der Zucker wird in dem warmen Wasser (30-40°C) gelöst und die Hefe dazu gegeben. Die Mischung wird umgerührt und ein paar Minuten stehen gelassen. Wenn Gasbläschen aufsteigen, ist das ein Zeichen dafür, dass die Hefe ihre Arbeit aufgenommen hat. Die Mischung darf aber auch schon vorher eingesetzt werden.
  2. In einer großen Schüssel werden Mehl, Grieß, Salz und Olivenöl vereinigt und die flüssige Mischung zugegeben. Nun wird mit einer Küchenmaschine oder der Hand so lange geknetet, bis ein glatter Teig entstanden ist (ca. 10 Minuten). Der Teig sollte elastisch und geschmeidig sein.
  3. Die Schüssel nun mit einem Handtuch abdecken und an einer warmen Stelle (z.B. im Ofen bei 50°C, dann den Ofen ausschalten und die Restwärme nutzen) muss der Teig nun mindestens 60 Minuten gehen, besser noch 2-3 Stunden, um ein intensiveres Aroma zu entwickeln.
  4. Den Teig danach nochmals kurz kneten und in so viele Kugeln aufteilen, wie Pizzen gebacken werden sollen (Teiggewicht pro Pizza siehe oben Punkt „Wieviel Teig brauche ich?“). Lassen Sie die Teigkugeln abgedeckt nochmals 15-30 Minuten ruhen.
  5. Den Arbeitsplatz großzügig mit Mehl bestreuen. Nun hat man zwei Möglichkeiten, die über das Erscheinungsbild der Pizza entscheiden: Man formt den Boden vollständig mit der Hand – am besten von innen nach außen, indem man den Teig mit den Fingern auseinanderzieht und dreht. Das erfordert etwas Geduld und Übung. Die Pizza, die daraus entsteht, wird auf der Oberseite Blasen werfen und tendenziell einen etwas dickeren, luftigeren Rand haben (Corincone). Ist dieser Effekt mit den Blasen nicht gewünscht, rollt man den Teig mit einem Nudelholz auf die gewünschte Stärke aus. Der Pizzateig bleibt beim Backen in diesem Fall glatt.

Die Tomatensauce: Simpel und aromatisch

Den Knoblauch in die gehackten Tomaten pressen und das Tomatenmark und den Oregano untermischen. Die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken. Diese einfache Sauce lässt den Geschmack der Tomaten und des Oreganos in den Vordergrund treten und überdeckt nicht die anderen Beläge.

Pizza belegen: Die richtige Reihenfolge

Das Belegen der Pizza führt man am besten auf der Pizzaschaufel durch, auf die man zuvor ausreichend Hartweizengrieß gestreut hat. Dies verhindert das Ankleben und erleichtert das spätere Aufschieben auf den heißen Stein.

Beim Belegen der Pizza wird immer mit der Tomatensauce begonnen und diese gleichmäßig auf dem Teig verteilt, aber nicht bis zum Rand, um einen schönen Pizzarand zu erhalten. Danach wird zunächst der geraspelte Käse aufgebracht, oder die gezupften Stücke Büffelmozzarella. Erst nach diesen beiden Grundzutaten kommen alle anderen Beläge auf den Boden. Dies sorgt dafür, dass der Käse schmilzt und den Belag fixiert, während die anderen Zutaten perfekt garen.

Pizza backen mit dem Holzkohlegrill

  1. Einen halben Anzündkamin Briketts zum Glühen bringen und im hinteren Teil des Grills verteilen, oder links und rechts vom späteren Pizzastein.
  2. 2-3 Scheite trockenes Kaminholz (am besten Buche) auf die Glut legen.
  3. Den Pizzastein auf den Rost des Grills auflegen. Dabei darauf achten, dass der Stein nicht den Teil des „Ofens“ abdeckt, in dem das Buchenholz brennt. Sonst würde dieser überhitzen und der Boden der Pizza schwarz werden.
  4. Den Deckel des Grills aufsetzen und dem Ofen 20 Minuten Zeit geben, um aufzuheizen. Die Temperatur sollte sich bei etwa 350-400°C einpendeln.
  5. Eine Pizzaschaufel mit Hartweizengrieß bestreuen, damit die belegte Pizza später leicht auf den Stein rutscht. Die Pizza in den vorgeheizten Ofen schieben und dabei so platzieren, dass zum inneren Rand des Steins 5cm Platz bleiben.
  6. Der Backvorgang dauert 3-5 Minuten. In dieser Zeit sollte die Pizza einmal gedreht werden, um eine gleichmäßige Bräunung zu gewährleisten. Achten Sie auf den Grieß unter dem Boden: Wird er zu schnell dunkel, ist der Stein zu heiß.
  7. Die fertige Pizza vom Stein nehmen und sofort servieren.

Pizza backen mit dem Gasgrill

  1. Bei einem Gasgrill werden die Roste und die Aromaschienen der Brenner links und rechts entfernt und der rechteckige Pizzastein mittig statt des Grillrostes eingesetzt. Wenn der Pizzastein nicht ohne Rost eingesetzt werden kann, verbleibt dieser natürlich auf dem Grill. In diesem Fall wird der Stein direkt auf den Grillrost gelegt.
  2. Alle Brenner des Gasgrills mit voller Kraft zünden und den Deckel des Grills schließen. Den Pizzastein für 15 Minuten (nicht länger) aufheizen lassen, um eine Temperatur von mindestens 300°C zu erreichen.
  3. Danach wird die Leistung des Brenners, der sich direkt unter dem Pizzastein befindet, um 50-80% reduziert, während die beiden seitlichen Brenner weiter voll geöffnet bleiben. Auf diese Weise verbrennt der Boden nicht, der Belag der Pizza wird aber von links und rechts mit sehr heißer Luft überströmt, während der Deckel des Gasgrills natürlich geschlossen wird.
  4. Den Pizzastein mit Hartweizengrieß bestreuen und die Pizza auf den Stein schieben.
  5. Die Pizza darf links und rechts nicht überhängen, sonst verbrennen diese Stellen schnell. Den Deckel des Grills schließen.
  6. Die Pizza ggf. nach wenigen Minuten einmal drehen, damit sie gleichmäßig bräunt.
  7. Insgesamt dauert es ca. 5-6 Minuten, bis die Pizza fertig ist. Sie lässt sich nun ganz leicht mit der Schaufel vom Stein nehmen.

Vergleich: Holzkohlegrill vs. Gasgrill für Pizza

Beide Grilltypen eignen sich hervorragend für die Zubereitung von Pizza, bieten jedoch unterschiedliche Vor- und Nachteile:

MerkmalHolzkohlegrillGasgrill
Aufwand (Vorbereitung/Reinigung)Höher (Anzünden, Asche entfernen)Geringer (schnell einsatzbereit, kaum Reinigung)
Maximale TemperaturBis zu 400°C (mit Kaminholz)Sehr hoch, leicht regulierbar
GeschmacksprofilAuthentisches Raucharoma durch HolzNeutral, reiner Pizzageschmack
HitzesteuerungDurch Positionierung der Kohlen/HolzPräzise über Brennerleistung
Benötigtes Zubehör (optional)Pizzaring (für Kugelgrills)Metallhauben

Reinigung des Pizzasteins: Langlebigkeit durch Pflege

Wenn alle satt und zufrieden sind und die letzte Pizza vom Stein genommen wurde, sollte man auch den Brenner darunter noch einmal voll aufdrehen und für 15 Minuten den Deckel des Grills schließen. Auf diese Weise verbrennen alle Verunreinigungen auf dem Stein. Nachdem der Stein vollständig abgekühlt ist, kratzt man nur noch etwas verkohlten Staub mit der Drahtbürste ab, die auch beim Grillrost zum Einsatz kommt. Verwenden Sie niemals Wasser oder Spülmittel auf einem heißen Pizzastein, da dies zu Rissen führen kann. Es ist völlig normal, dass der Stein gleich nach seinem ersten Einsatz dunkle Flecken zurück behält. Sie sind unvermeidlich, nicht mehr zu entfernen und beeinträchtigen in keiner Weise das Backergebnis. Diese Flecken sind vielmehr ein Zeichen für die vielen köstlichen Pizzen, die Sie bereits darauf gebacken haben!

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum wird meine Pizza auf dem Pizzastein schwarz?

Ein schwarzer Pizzaboden deutet meist darauf hin, dass der Pizzastein zu heiß war oder die direkte Hitze von unten zu intensiv ist. Stellen Sie sicher, dass Sie die Hitze korrekt steuern (wie im Abschnitt zur Hitzesteuerung beschrieben) und verwenden Sie Hartweizengrieß als Indikator. Wird der Grieß sofort schwarz, ist der Stein zu heiß – reduzieren Sie die Brennerleistung oder die Menge der Kohlen direkt unter dem Stein.

Kann ich auch normales Mehl (Type 405) für den Pizzateig verwenden?

Ja, Sie können auch normales Weizenmehl Type 405 verwenden. Der Teig wird dann möglicherweise etwas weniger elastisch und der Rand bildet nicht ganz so große Blasen wie bei Tipo 00 Mehl. Das Backergebnis wird aber dennoch gut sein, besonders wenn Sie einen Pizzastein verwenden. Das Mehl Tipo 00 ist für das authentischste Ergebnis empfehlenswert, aber kein Muss.

Wie verhindere ich, dass die Pizza auf dem Stein kleben bleibt?

Das Bestreuen des Pizzasteins und der Pizzaschaufel mit ausreichend Hartweizengrieß ist der Schlüssel. Der Grieß bildet kleine Kugellager, auf denen die Pizza leicht gleiten kann. Achten Sie darauf, den Teig nicht zu lange auf der Schaufel liegen zu lassen, bevor Sie ihn auf den Stein schieben, da er sonst Feuchtigkeit aufnehmen und kleben bleiben könnte.

Brauche ich unbedingt einen Pizzastein für Pizza vom Grill?

Ein Pizzastein ist das wichtigste Zubehör für eine perfekte Pizza vom Grill. Er speichert die Hitze und gibt sie gleichmäßig an den Pizzaboden ab, was für die typische Knusprigkeit sorgt. Ohne Stein wird der Boden wahrscheinlich nicht so knusprig und kann matschig bleiben, da die Hitze des Grills primär von oben oder ungleichmäßig kommt.

Wie lange dauert das Backen einer Pizza auf dem Grill?

Dank der hohen Temperaturen auf dem Grill dauert das Backen einer Pizza sehr schnell, typischerweise nur 3-6 Minuten. Die genaue Zeit hängt von der Temperatur des Grills, der Dicke des Teigs und der Menge des Belags ab. Behalten Sie die Pizza im Auge und drehen Sie sie gegebenenfalls, um eine gleichmäßige Bräunung zu erzielen.

Mit diesen Tipps und Tricks steht Ihrem italienischen Pizzaerlebnis zu Hause nichts mehr im Wege. Genießen Sie den Duft von frischer Pizza und das Gefühl, ein Stück Italien in Ihrem eigenen Garten zu haben. Buon appetito!

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