15/10/2015
Pizza ohne Käse ist wie ein Himmel ohne Sterne – undenkbar! Doch die Wahl des richtigen Käses ist weit mehr als nur eine Frage des Geschmacks; sie ist eine Kunst, die das gesamte Aroma, die Textur und das Mundgefühl Ihrer selbstgemachten oder bestellten Pizza maßgeblich beeinflusst. Ob Sie eine klassische Margherita zubereiten oder ein kulinarisches Meisterwerk mit exotischen Belägen kreieren möchten, der Käse ist das Fundament, das alles zusammenhält und den entscheidenden Schmelzpunkt bildet. Es geht nicht nur darum, irgendeinen Käse zu verwenden, sondern denjenigen, der perfekt mit den anderen Zutaten harmoniert, die richtige Bräunung erreicht und den unwiderstehlichen Faden zieht, den wir alle so lieben. In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt der Pizzakäse ein, beleuchten ihre Eigenschaften und geben Ihnen die Werkzeuge an die Hand, um jedes Mal die perfekte Käseauswahl zu treffen.

- Die Klassiker: Mozzarella – Der unangefochtene König
- Weitere unverzichtbare Käsesorten für Pizza
- Warum der richtige Käse entscheidend ist: Schmelz, Aroma und Feuchtigkeit
- Käsekombinationen: Die Kunst des Mischens
- Tipps für die perfekte Käseanwendung auf Ihrer Pizza
- Vergleichstabelle der wichtigsten Pizzakäse
- Häufig gestellte Fragen zum Pizzakäse
Die Klassiker: Mozzarella – Der unangefochtene König
Wenn es um Pizzakäse geht, führt kein Weg an Mozzarella vorbei. Er ist der unangefochtene König und die erste Wahl für die meisten Pizzabäcker weltweit. Aber Mozzarella ist nicht gleich Mozzarella, und die Nuancen können einen erheblichen Unterschied machen:
Fior di Latte
Dieser Mozzarella wird aus Kuhmilch hergestellt und ist die am weitesten verbreitete Form. Er hat einen milden, milchigen Geschmack und eine ausgezeichnete Schmelzeigenschaft. Fior di Latte hat einen moderaten Feuchtigkeitsgehalt, was ihn ideal für die meisten Pizzen macht, da er gut schmilzt, ohne die Pizza zu wässern. Er bildet diese klassische, leicht gebräunte Käseschicht und den beliebten Käsefaden, wenn man ein Stück Pizza anhebt.
Büffelmozzarella (Mozzarella di Bufala)
Hergestellt aus Büffelmilch, ist dieser Mozzarella feuchter, cremiger und hat einen reichhaltigeren, leicht säuerlicheren Geschmack als Fior di Latte. Aufgrund seines höheren Feuchtigkeitsgehalts sollte er vor dem Belegen der Pizza gut abgetropft und eventuell sogar leicht trocken getupft werden. Er eignet sich hervorragend für Pizzen, die einen intensiveren, frischeren Käsegeschmack wünschen, wie zum Beispiel die klassische Pizza Margherita, wo seine Qualität wirklich zur Geltung kommt. Er schmilzt ebenfalls hervorragend, kann aber, wenn er nicht richtig vorbereitet wird, zu einer etwas feuchteren Oberfläche führen.
Die Beliebtheit des Mozzarellas liegt in seinem milden Aroma, das die anderen Beläge nicht überdeckt, und seinem fantastischen Schmelzverhalten, das für die perfekte Textur sorgt.
Weitere unverzichtbare Käsesorten für Pizza
Während Mozzarella die Basis bildet, können andere Käsesorten einer Pizza zusätzliche Tiefe, Würze und Komplexität verleihen:
Parmesan (Parmigiano Reggiano) und Grana Padano
Diese Hartkäse aus Kuhmilch sind für ihren salzigen, nussigen und umami-reichen Geschmack bekannt. Sie schmelzen nicht so sehr wie Mozzarella, sondern bilden eher kleine, knusprige Inseln auf der Pizza. Sie werden oft fein gerieben nach dem Backen über die Pizza gestreut, um einen zusätzlichen Geschmackskick zu geben, oder sparsam vor dem Backen für eine subtile Würze. Ihr intensives Aroma ergänzt fleischige oder herzhafte Beläge hervorragend.
Provolone
Provolone ist ein halbharter Kuhmilchkäse aus Süditalien. Es gibt ihn in zwei Hauptvarianten: Provolone Dolce (mild) und Provolone Piccante (würzig). Er schmilzt sehr gut und zieht lange Fäden, ähnlich wie Mozzarella, hat aber ein kräftigeres, pikanteres Aroma. Oft wird Provolone mit Mozzarella gemischt, um die Schmelzeigenschaften des Mozzarellas mit dem ausgeprägteren Geschmack des Provolones zu kombinieren. Er ist eine ausgezeichnete Wahl für Pizzen mit scharfen Salami oder kräftigen Gemüsesorten.
Ricotta
Ricotta ist ein frischer, cremiger Molkenkäse mit einem milden, leicht süßlichen Geschmack. Er schmilzt nicht wie andere Käsesorten, sondern wird bei Hitze cremig und behält seine Form als Tupfen bei. Ricotta wird oft in Klecksen auf der Pizza verteilt, besonders auf weißen Pizzen (ohne Tomatensauce), oder in Kombination mit Spinat und anderen Gemüsesorten. Er verleiht der Pizza eine einzigartige Cremigkeit und Frische.
Gorgonzola und andere Blauschimmelkäse
Für Liebhaber intensiver Geschmäcker sind Blauschimmelkäse wie Gorgonzola eine spannende Option. Sie sind kräftig, salzig und oft pikant. Gorgonzola schmilzt sehr cremig und verteilt sein starkes Aroma über die gesamte Pizza. Er wird oft auf Pizzen mit Birnen, Walnüssen oder scharfem Fleisch verwendet, wo sein kräftiger Geschmack eine harmonische Ergänzung bildet. Due to its strong flavor, it's usually used sparingly or in Käsemischungen.
Pecorino Romano
Dieser Hartkäse wird aus Schafsmilch hergestellt und ist noch salziger und schärfer im Geschmack als Parmesan. Er sollte sehr sparsam verwendet werden, ähnlich wie Parmesan, oft als Finishing-Käse nach dem Backen, um eine zusätzliche salzige Würze zu verleihen. Besonders gut passt er zu Pizzen mit Lammfleisch oder kräftigen Gemüsen.
Räucherkäse
Einige Pizzen profitieren von einer rauchigen Note. Räucherkäse, wie geräucherter Scamorza oder Provolone, kann hier eine interessante Geschmacksdimension hinzufügen. Sie schmelzen gut und passen hervorragend zu Barbecue-Hähnchen-Pizza oder Pizzen mit Speck und Zwiebeln.
Warum der richtige Käse entscheidend ist: Schmelz, Aroma und Feuchtigkeit
Die Wahl des Käses für Ihre Pizza ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines Zusammenspiels verschiedener Faktoren:
Schmelzverhalten
Der wohl wichtigste Aspekt ist, wie der Käse unter Hitze reagiert. Ein idealer Pizzakäse sollte gleichmäßig und vollständig schmelzen, ohne zu verbrennen oder wässrig zu werden. Er sollte beim Abkühlen eine angenehme Textur behalten und den berühmten Käsefaden ziehen. Käse mit einem hohen Feuchtigkeitsgehalt und einem niedrigen Schmelzpunkt, wie Mozzarella, sind hier die Gewinner.
Aroma
Der Käse muss geschmacklich mit den anderen Belägen harmonieren. Ein zu dominanter Käse kann die feinen Nuancen von Tomatensauce oder frischen Kräutern überdecken. Ein zu milder Käse geht hingegen im Gesamtgeschmack unter. Mozzarella ist hier wieder ideal, da sein mildes Aroma eine perfekte Leinwand für andere Geschmäcker bietet, während kräftigere Käse als Akzent oder in Kombination verwendet werden sollten.
Feuchtigkeitsgehalt
Der Feuchtigkeitsgehalt des Käses ist entscheidend für die Konsistenz der Pizza. Zu feuchter Käse (wie frischer Büffelmozzarella, wenn er nicht abgetropft wird) kann die Pizza matschig machen und den Teig durchweichen. Zu trockener Käse (wie alter Parmesan) schmilzt nicht ausreichend und kann eine körnige Textur hinterlassen. Eine gute Balance ist der Schlüssel.
Bräunung
Neben dem Schmelzen ist auch die Bräunung wichtig. Der Käse sollte eine appetitliche goldbraune Farbe annehmen und vielleicht sogar ein paar leicht gebräunte Blasen werfen, die zusätzlichen Geschmack und Textur bieten. Dies ist das Ergebnis der Maillard-Reaktion, die durch die Fette und Proteine im Käse gefördert wird.
Käsekombinationen: Die Kunst des Mischens
Oft ist die beste Pizza nicht das Ergebnis eines einzelnen Käses, sondern einer durchdachten Käsemischung. Das Mischen verschiedener Käsesorten ermöglicht es, die besten Eigenschaften jedes Käses zu nutzen und ein komplexeres Geschmacksprofil und eine bessere Textur zu erzielen:
Mozzarella und Provolone
Dies ist eine sehr beliebte Kombination, besonders in den USA. Der Mozzarella sorgt für den klassischen Schmelz und Faden, während der Provolone eine zusätzliche Würze und eine leicht pikante Note beisteuert. Das Verhältnis kann variieren, aber eine Mischung aus 70% Mozzarella und 30% Provolone ist ein guter Ausgangspunkt.
Quattro Formaggi (Vier-Käse-Pizza)
Die klassische Vier-Käse-Pizza ist das Paradebeispiel für eine gelungene Käsemischung. Typischerweise werden hier Mozzarella (für den Schmelz und die Basis), Gorgonzola (für die Würze und Cremigkeit), Fontina (ein halbfester Kuhmilchkäse mit nussigem Geschmack und guter Schmelze) und Parmesan oder Provolone (für die salzige Tiefe) kombiniert. Die Kunst liegt darin, die Mengen so anzupassen, dass kein Käse den anderen überlagert, sondern sich alle zu einem harmonischen Ganzen verbinden.
Käse und Belag
Überlegen Sie, wie der Käse mit den anderen Belägen interagiert. Eine scharfe Salami passt gut zu einem leicht würzigen Provolone. Gemüse wie Spinat oder Brokkoli profitieren von der Cremigkeit des Ricottas. Eine Pilzpizza könnte durch einen Hauch geräucherten Käses eine zusätzliche Dimension erhalten. Experimentieren Sie, um Ihre Lieblingskombinationen zu finden!
Tipps für die perfekte Käseanwendung auf Ihrer Pizza
Die richtige Menge
Weniger ist oft mehr. Zu viel Käse kann die Pizza schwer machen, den Teig durchweichen und das Schmelzverhalten negativ beeinflussen. Eine gleichmäßige, aber nicht übermäßige Schicht ist ideal.
Käse vorbereiten
Frischen Mozzarella immer gut abtropfen lassen und vor dem Belegen der Pizza in Stücke reißen oder schneiden. Geriebener Käse schmilzt schneller und gleichmäßiger als Scheiben. Bei Hartkäse wie Parmesan am besten frisch reiben.
Die Reihenfolge der Beläge
In der Regel kommt der Käse direkt auf die Tomatensauce oder die Basiscreme. Die meisten anderen Beläge kommen dann über den Käse. Ausnahmen sind sehr empfindliche Kräuter (wie frisches Basilikum), die oft erst nach dem Backen hinzugefügt werden, oder bestimmte Käsesorten (wie Parmesan), die als abschließendes Topping dienen können.
Gleichmäßige Verteilung
Achten Sie darauf, den Käse gleichmäßig auf der Pizza zu verteilen, um Hotspots und ungleichmäßiges Schmelzen zu vermeiden. Lassen Sie einen kleinen Rand frei, damit der Teig schön aufgehen und knusprig werden kann.
Temperatur des Käses
Käse mit Raumtemperatur schmilzt gleichmäßiger als Käse direkt aus dem Kühlschrank. Nehmen Sie den Käse also etwa 30 Minuten vor dem Belegen aus dem Kühlschrank.
Vergleichstabelle der wichtigsten Pizzakäse
| Käsesorte | Herkunft/Typ | Geschmacksprofil | Schmelzverhalten | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| Mozzarella (Fior di Latte) | Kuhmilch, frisch | Mild, milchig, leicht säuerlich | Hervorragend, elastisch, bildet Fäden | Basis für fast alle Pizzen, Margherita |
| Büffelmozzarella | Büffelmilch, frisch | Reichhaltiger, cremiger, leicht säuerlich | Sehr gut, cremig, kann feuchter sein | Gourmet-Pizzen, Margherita, frische Beläge |
| Provolone (Dolce/Piccante) | Kuhmilch, halbhart | Mild bis würzig, leicht nussig | Gut, zieht Fäden, fester als Mozzarella | Ergänzung zu Mozzarella, kräftigere Pizzen |
| Parmesan/Grana Padano | Kuhmilch, Hartkäse | Salzig, nussig, würzig, umami | Schmilzt wenig, wird knusprig | Als Topping nach dem Backen oder sparsam vorab |
| Ricotta | Molke, Frischkäse | Mild, leicht süßlich, cremig | Schmilzt nicht wirklich, wird cremig | Tupfer auf Gemüse- oder weißen Pizzen |
| Gorgonzola | Kuhmilch, Blauschimmel | Kräftig, salzig, pikant, cremig | Schmilzt cremig und intensiv | Für spezielle, würzige Pizzen (z.B. Quattro Formaggi) |
| Pecorino Romano | Schafsmilch, Hartkäse | Sehr salzig, scharf, würzig | Ähnlich Parmesan, schmilzt wenig | Sparsam als würziges Topping, zu Lamm/kräftigen Belägen |
Häufig gestellte Fragen zum Pizzakäse
- Muss es immer Mozzarella sein?
- Nein, es muss nicht immer Mozzarella sein, aber er ist aus gutem Grund der Standard. Sein mildes Aroma und sein hervorragendes Schmelzverhalten machen ihn zur idealen Basis. Andere Käsesorten können ihn ergänzen oder für spezielle Geschmackserlebnisse sorgen, aber selten komplett ersetzen, wenn man den klassischen Pizza-Schmelz möchte.
- Wie vermeide ich, dass die Pizza wässrig wird, wenn ich frischen Mozzarella verwende?
- Frischer Mozzarella hat einen hohen Feuchtigkeitsgehalt. Um eine wässrige Pizza zu vermeiden, sollten Sie ihn mindestens 30 Minuten vor der Verwendung aus der Verpackung nehmen, gut abtropfen lassen und bei Bedarf mit Küchenpapier trocken tupfen. Manche reißt man ihn sogar in Stücke und lässt ihn auf einem Sieb etwas 'ausbluten', bevor man ihn auf die Pizza gibt. Kleinere Stücke oder geriebener Käse schmelzen zudem gleichmäßiger.
- Welcher Käse eignet sich am besten für eine "Quattro Formaggi" Pizza?
- Eine klassische "Quattro Formaggi" (Vier-Käse) Pizza verwendet typischerweise eine Kombination aus Käsesorten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Häufig sind dies Mozzarella (für den Schmelz), Gorgonzola (für die Würze), Fontina (ein halbfester Käse mit nussigem Geschmack und guter Schmelze) und Parmesan oder Provolone (für die salzige Tiefe und das Aroma). Die Mischung dieser Käsesorten sorgt für ein ausgewogenes und komplexes Geschmackserlebnis.
- Kann ich nur eine Käsesorte verwenden?
- Ja, das können Sie. Eine Pizza Margherita zum Beispiel wird traditionell nur mit Mozzarella belegt. Für viele andere Pizzen ist Mozzarella allein auch eine gute Wahl. Allerdings können Käsemischungen oft zu einem reichhaltigeren und nuancierteren Geschmacksprofil führen, da sie die besten Eigenschaften verschiedener Käse kombinieren.
- Soll der Käse unter oder über den Belägen liegen?
- In den meisten Fällen wird der Käse direkt auf die Tomatensauce oder die Basiscreme gelegt, gefolgt von den restlichen Belägen. Dies ermöglicht es dem Käse, gut zu schmelzen und die anderen Zutaten zu umhüllen. Einige empfindliche Beläge wie frisches Basilikum oder bestimmte Hartkäse wie Parmesan werden jedoch oft erst nach dem Backen hinzugefügt, um ihr frisches Aroma oder ihre Textur zu bewahren.
- Gibt es Käse, die man besser nicht auf Pizza verwendet?
- Ja, einige Käsesorten eignen sich weniger gut. Frischkäse wie Hüttenkäse oder sehr feuchte Ricotta-Varianten können die Pizza zu wässrig machen, wenn sie nicht richtig abgetropft werden. Käse mit extrem hohem Wassergehalt oder solchen, die sich beim Erhitzen nicht gut verbinden (z.B. einige sehr bröselige Ziegenkäse), können problematisch sein. Auch Käse mit sehr starken, dominierenden Aromen, die nicht gut mit anderen Pizzabelägen harmonieren, sollte man eher meiden oder nur sehr sparsam einsetzen.
Die Wahl des richtigen Käses ist entscheidend für das Gelingen Ihrer Pizza. Es ist ein Spiel mit Texturen, Aromen und Schmelzeigenschaften. Experimentieren Sie mit verschiedenen Sorten und Käsemischungen, um Ihre persönliche Lieblingspizza zu kreieren. Jede Käsesorte bringt ihre eigene Persönlichkeit mit, und die perfekte Kombination wartet darauf, von Ihnen entdeckt zu werden.
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