18/12/2014
Die Frage nach der besten Pizza der Welt ist so alt wie die Pizza selbst – eine ewige Debatte, die nun eine klare Antwort gefunden zu haben scheint. Inmitten der malerischen Josefstadt in Wien, genauer gesagt in der Laudongasse 13, hat ein Meister seines Fachs, Francesco Calò, mit seiner Enopizzeria „Via Toledo“ die internationale Pizzawelt im Sturm erobert. Bei der renommierten DOC-Pizzaweltmeisterschaft in Nocera Inferiore, Italien, wurde er zum „Miglior Pizzaiolo Italiano nel Mondo“ gekürt und setzte sich gegen über 360 Konkurrenten durch. Seine drei preisgekrönten Kreationen – die klassische Pizza Margherita, die herzhafte Pizza Classico und eine innovative Gourmet-Pizza – haben die Fachjury restlos überzeugt und definieren neu, was es bedeutet, eine wirklich außergewöhnliche Pizza zu backen. Doch was genau macht seine Pizzen so einzigartig und unwiderstehlich?
Ein Weltmeister aus Wien: Francesco Calòs triumphale Kreationen
Die Auszeichnung „Miglior Pizzaiolo Italiano nel Mondo“ ist nicht nur ein Titel, sondern eine Bestätigung für jahrelange Hingabe, Leidenschaft und meisterhaftes Handwerk. Francesco Calò, der Inhaber der Wiener Enopizzeria Via Toledo, hat bei der DOC-Pizzaweltmeisterschaft in Nocera Inferiore, einer kleinen Stadt in der italienischen Provinz Salerno, Geschichte geschrieben. In einem Feld von über 360 talentierten Pizzaioli aus aller Welt konnte sich der 33-jährige Calò in gleich drei der insgesamt 14 Wettbewerbskategorien durchsetzen. Diese bemerkenswerte Leistung unterstreicht seine Vielseitigkeit und sein tiefes Verständnis für die Kunst der neapolitanischen Pizza. Seine Trias des Erfolgs umfasst drei ganz unterschiedliche, aber gleichermaßen beeindruckende Pizzen, die wir uns im Folgenden genauer ansehen werden.

Der Wettbewerb, der unter strengen Kriterien der „Denominazione di origine controllata“ (DOC) stattfand, legt Wert auf Authentizität und die Verwendung hochwertiger, regionaler Zutaten. Calòs Fähigkeit, diese Prinzipien mit seiner eigenen kreativen Vision zu verbinden, machte ihn zum unangefochtenen Sieger. Er bewies, dass die beste Pizza nicht nur eine Frage der Tradition, sondern auch der Innovation ist, wenn sie mit Respekt vor den Wurzeln und einem unfehlbaren Gespür für Geschmack umgesetzt wird.
Die Geheimnisse der preisgekrönten Pizzen
Jede der drei prämierten Pizzen von Francesco Calò erzählt ihre eigene Geschichte und bietet ein einzigartiges Geschmackserlebnis. Sie sind das Ergebnis sorgfältiger Auswahl der Zutaten, präziser Handwerkskunst und eines tiefen Verständnisses für die Balance der Aromen.
Da wäre zunächst die Pizza Margherita. Mit einem Preis von 9,90 € ist sie das Herzstück jeder neapolitanischen Pizzeria und die ultimative Prüfung für jeden Pizzaiolo. Calòs Margherita besticht durch einen hauchdünnen, weichen Teig, der an den Rändern perfekt aufgegangen und leicht knusprig ist – ein wahres Kunstwerk der Fermentation. Die würzige Tomatensauce, die mit einer leichten Süße und einer angenehmen Säure überzeugt, bildet die perfekte Basis. Durchmischt mit leichtem, mildem Käse, der beim Backen schmilzt und sich wunderbar über die gesamte Oberfläche verteilt, entsteht ein harmonisches Gesamtbild, das die Essenz der „besten Pizza Margherita der Welt“ einfängt. Ihre Einfachheit ist ihre Stärke, und Calò gelingt es, diese Klassik in Perfektion zu zelebrieren.
Die zweite Gewinner-Pizza, die Gourmet-Pizza (17,50 €), repräsentiert Calòs Innovationsgeist. Beim Lokalaugenschein des KURIER wurde diese Pizza in nur 90 Sekunden aus dem 450 Grad heißen Ofen geholt – ein Tempo, das nur ein erfahrener Pizzaiolo beherrschen kann. Ihre Zutatenliste liest sich wie ein Gedicht für Feinschmecker: eine cremige Zucchinicreme als Basis, gefolgt von zartem Fiordilatte, hauchdünnen, marinierten Zucchini, würzigem Provolone del Monaco und einem Hauch frischer Minze. Das Geschmackserlebnis ist zweifellos besonders: Die säuerlichen, marinierten Zucchini mischen sich mit der fruchtigen Minze und dem cremigen, weichen Käse zu einer Symphonie der Aromen. Für Freunde der klassischen Pizzavarianten mag es auf den ersten Bissen etwas gewöhnungsbedürftig sein, doch wer offen für neue Geschmackswelten ist, wird von dieser Komposition begeistert sein. Sie zeigt, wie traditionelle neapolitanische Pizza mit mutigen, aber harmonischen neuen Elementen bereichert werden kann.
Zuletzt die Pizza Classico (15,90 €), die eine Brücke zwischen Tradition und einer subtilen Veredelung schlägt. Diese Pizza ist belegt mit Fiordilatte, leuchtend gelben Kirschtomaten, intensivem rotem Tomatenfilet und, als besonderes Highlight, Sardellen aus Cetona. Die Kombination aus saftigem Fruchtfleisch der Tomaten, dem salzigen Umami der Sardellen und dem milden Weichkäse überzeugt durch ihre Ausgewogenheit und ihren tiefen Geschmack. Sie ist eine Hommage an klassische italienische Aromen, die durch die Qualität der Zutaten und die präzise Zubereitung zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.
Die Philosophie hinter 'Via Toledo': Wein statt Bier und neapolitanische Tradition
Die Enopizzeria „Via Toledo“ ist mehr als nur ein Ort, an dem man Pizza isst; es ist ein Konzept, eine Philosophie, die Francesco Calò mit Leidenschaft lebt. Schon der Name „Enopizzeria“ ist eine Besonderheit und bringt Calòs Vision zum Ausdruck: die Verbindung von Wein und Pizza. Im Gegensatz zur herkömmlichen Kombination von Pizza und Bier, die laut Calò „einfach zu schwer im Magen liegt“, setzt er auf die leichtere, elegantere Begleitung eines passenden italienischen Weins. Die Speisekarte empfiehlt daher zu jeder Pizza den perfekt abgestimmten Tropfen, was das kulinarische Erlebnis auf ein neues Niveau hebt und eine einzigartige Genussreise ermöglicht.
Calòs Wurzeln liegen in Apulien, doch vor sieben Jahren zog es ihn nach Wien, wo er zunächst in der Pizzeria Riva arbeitete. Vor drei Jahren wagte er dann den Sprung in die Selbständigkeit und eröffnete „Via Toledo“ in der Josefstadt. Sein Ziel war es, einen Ort zu schaffen, an dem sich die Gäste wie in einer Gasse Neapels fühlen – eine authentische Atmosphäre, die zum Verweilen und Genießen einlädt. Diese Authentizität spiegelt sich auch in seiner Herangehensweise an die Zutaten wider: Alle verwendeten Produkte, von den Tomaten bis zum Käse, stammen aus Kampanien, der Heimat der neapolitanischen Pizza. Diese Regionalität und die hohe Qualität der Rohstoffe sind für Calò nicht verhandelbar.
Eine weitere Besonderheit seiner Küche ist die Mischung aus überlieferten Familienrezepten, die teilweise seit Generationen im Besitz sind, und neuen, kühnen Kombinationen. Francesco Calò lässt sich beim Probieren und Experimentieren inspirieren, immer auf der Suche nach der perfekten Balance zwischen neapolitanischer Tradition und ungewöhnlichen Zutaten. Dieser kreative Geist, gepaart mit einem tiefen Respekt vor dem Handwerk, macht „Via Toledo“ zu einem einzigartigen kulinarischen Hotspot in Wien.
Das A und O einer perfekten Pizza: Der Teig
Fragt man den Weltmeister selbst, was das Wichtigste an einer guten Pizza ist, so kommt die Antwort ohne Zögern: „Der Teig“. Für Francesco Calò ist der Teig das absolute Fundament, das Herzstück jeder seiner Kreationen. Seine Herstellung ist ein Prozess, der Geduld, Präzision und ein tiefes Verständnis für die natürlichen Abläufe erfordert.
Der Prozess beginnt scheinbar einfach: Zunächst wird lediglich Mehl mit Wasser vermengt. Doch diese erste Mischung ist entscheidend. Nach diesem ersten Schritt muss der Teig für ganze vier Stunden ruhen. Diese erste Ruhephase ermöglicht es dem Mehl und dem Wasser, sich optimal zu verbinden und die ersten Fermentationsprozesse einzuleiten. Es ist eine Zeit, in der der Teig langsam zum Leben erwacht und seine spätere Textur vorbereitet wird.
Anschließend mengt der Pizzaiolo die restlichen Zutaten bei. Dazu gehören unter anderem Salz, das dem Teig Geschmack und Stabilität verleiht, und Olivenöl, das für Geschmeidigkeit und eine feine Kruste sorgt. Diese Zutaten werden sorgfältig eingearbeitet, um eine homogene Masse zu erhalten, die bereit ist für den nächsten, noch längeren Schritt der Reifung.
Daraufhin rastet der Teig im Kühlschrank für ganze 48 Stunden. Diese lange, kalte Gärung ist das eigentliche Geheimnis von Calòs Teig. Während dieser Zeit entwickeln sich komplexe Aromen und eine außergewöhnliche Leichtigkeit. Die langsame Fermentation baut die Stärke im Mehl ab, was den Teig nicht nur bekömmlicher macht, sondern ihm auch eine unglaubliche Elastizität und eine einzigartige Blasenstruktur verleiht. Wenn der Teig dann aus dem Ofen kommt, ist er hauchdünn, weich, mit einem leicht knusprigen Rand – genau so, wie es für eine perfekte neapolitanische Pizza sein muss. Diese akribische Teigführung ist der Grundstein für den unvergleichlichen Genuss, den man in der „Via Toledo“ erleben kann.
Vergleich der preisgekrönten Pizzen
Um die Vielfalt und die Besonderheiten der drei preisgekrönten Pizzen von Francesco Calò besser zu veranschaulichen, bietet sich ein direkter Vergleich an. Jede Pizza hat ihren eigenen Charakter und spricht unterschiedliche Geschmacksvorlieben an, vereint aber die hohe Qualität und das meisterhafte Handwerk des Pizzaweltmeisters.
| Pizza Name | Preis (€) | Hauptzutaten | Besonderheit | Geschmacksprofil |
|---|---|---|---|---|
| Pizza Margherita | 9,90 | Tomatensauce, milder Käse | Der „beste Klassiker der Welt“, perfekte Balance | Hauchdünner, weicher Teig, würzige Tomate, milder Käse |
| Gourmet-Pizza | 17,50 | Zucchinicreme, Fiordilatte, marinierte Zucchini, Provolone del Monaco, Minze | Eigens kreiert, mutige und ungewöhnliche Kombination | Säuerlich, fruchtig, cremig, komplex, für experimentierfreudige Gaumen |
| Pizza Classico | 15,90 | Fiordilatte, gelbe Kirschtomaten, rotes Tomatenfilet, Sardellen aus Cetona | Traditionell mit edlen, intensiven Zutaten | Saftig, salzig, mild, harmonisch, tiefer Umami-Geschmack |
Diese Tabelle zeigt deutlich, dass Francesco Calò nicht nur die Klassiker beherrscht, sondern auch den Mut und die Kreativität besitzt, neue Wege zu gehen und dabei stets höchste Qualität zu liefern. Ob man den puren Genuss einer perfekten Margherita sucht, das Abenteuer einer Gourmet-Pizza wagen möchte oder die Eleganz einer Classico mit Sardellen bevorzugt – in der „Via Toledo“ findet jeder Pizza-Liebhaber sein persönliches Highlight.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Um die wichtigsten Informationen zu Francesco Calòs „Via Toledo“ und seinen preisgekrönten Pizzen zusammenzufassen, beantworten wir hier einige häufig gestellte Fragen:
Wo befindet sich die Enopizzeria „Via Toledo“?
Die preisgekrönte Enopizzeria „Via Toledo“ befindet sich in der Laudongasse 13 im 8. Wiener Gemeindebezirk, der Josefstadt.
Wer ist Francesco Calò?
Francesco Calò ist der Inhaber der „Via Toledo“ und wurde bei der DOC-Pizzaweltmeisterschaft zum „Miglior Pizzaiolo Italiano nel Mondo“ gekürt. Er ist bekannt für seine meisterhaften und innovativen Pizza-Kreationen.
Was ist das Besondere an einer Enopizzeria?
Eine Enopizzeria, wie die „Via Toledo“, legt den Fokus auf die harmonische Kombination von Pizza und Wein. Anstatt Bier werden zu jeder Pizza passende italienische Weine empfohlen, um das Geschmackserlebnis zu verfeinern und bekömmlicher zu gestalten.
Wie lange braucht eine Pizza bei Francesco Calò im Ofen?
Dank des auf 450 Grad Celsius vorgeheizten Ofens benötigt eine Pizza bei Francesco Calò lediglich etwa 90 Sekunden, um perfekt gebacken zu werden.
Warum ist der Teig so wichtig für Francesco Calò?
Für Calò ist der Teig das absolute A und O einer guten Pizza. Er verwendet eine spezielle Methode, bei der der Teig nach dem Vermengen von Mehl und Wasser zunächst vier Stunden ruht und dann nach Zugabe weiterer Zutaten für ganze 48 Stunden im Kühlschrank reift. Diese lange, kalte Fermentation sorgt für besondere Leichtigkeit, Bekömmlichkeit und ein komplexes Aroma.
Stammen alle Zutaten aus Italien?
Ja, Francesco Calò legt großen Wert auf die Herkunft seiner Produkte. Alle Hauptzutaten für seine Pizzen, insbesondere die Tomaten und Käsesorten, stammen aus Kampanien, der Region, die für die authentische neapolitanische Pizza bekannt ist.
Kann man in der „Via Toledo“ nur klassische Pizzen essen?
Nein, obwohl Calò die klassische Pizza Margherita perfektioniert hat, bietet er auch innovative Kreationen wie seine preisgekrönte Gourmet-Pizza an, die ungewöhnliche, aber harmonische Geschmackskombinationen bietet.
Hat Francesco Calò vor der „Via Toledo“ schon in Wien gearbeitet?
Ja, bevor er sich mit der „Via Toledo“ selbstständig machte, arbeitete Francesco Calò sieben Jahre lang in der bekannten Pizzeria Riva in Wien.
Welches Küchenutensil verwendet der Profi zum Schneiden der Pizza?
Wie in der neapolitanischen Tradition üblich, schneidet der Fachmann die Pizza oft mit einer Schere, um die empfindliche Struktur des Teiges nicht zu zerdrücken und die Beläge intakt zu halten.
Fazit: Ein Stück Neapel in Wien
Francesco Calò hat mit seiner Enopizzeria „Via Toledo“ nicht nur die Herzen der Fachjury bei der Pizza-WM erobert, sondern auch ein Stück authentische neapolitanische Pizzakultur nach Wien gebracht. Seine Hingabe an die Perfektion des Teiges, die sorgfältige Auswahl regionaler Zutaten aus Kampanien und sein innovativer Ansatz, Wein statt Bier zur Pizza zu servieren, machen „Via Toledo“ zu einem einzigartigen kulinarischen Erlebnis. Ob Sie ein Liebhaber traditioneller Aromen sind oder sich nach neuen Geschmackserlebnissen sehnen, die Pizzen von Calò bieten eine unvergleichliche Qualität. Sie sind der Beweis dafür, dass die beste Pizza der Welt nicht nur in Italien, sondern auch in der charmanten Josefstadt Wiens zu finden ist. Ein Besuch in der Laudongasse 13 ist mehr als nur ein Essen; es ist eine Reise in die Kunst der wahren Pizza, zelebriert von einem echten Weltmeister.
Wenn du andere Artikel ähnlich wie Die beste Pizza der Welt: Ein Meister aus Wien kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Pizza besuchen.
