Wie löst sich Pizza nach dem Backen?

Sette Wien: Römische Pizza erobert die Herzen

23/09/2010

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Wenn man an Pizza denkt, tauchen oft Bilder von runden, weichen Teigen mit hohem Rand, bedeckt mit duftendem Basilikum, reifen Tomaten und schmelzendem Büffel-Mozzarella, vor dem inneren Auge auf. Diese Vorstellung, die fest in unserer kulinarischen Erinnerung verankert ist, beschreibt die Essenz der klassischen neapolitanischen Pizza – ein weltweit geliebtes Kulturgut. Doch die Welt der Pizza ist weitaus vielfältiger und hält Überraschungen bereit, die weit über die Grenzen Neapels hinausgehen. Eine solche Überraschung ist die römische Pizza, ein kulinarisches Meisterwerk, das sich in seinen Eigenschaften fundamental von ihrem süditalienischen Gegenstück unterscheidet und nun in Wien eine neue Heimat gefunden hat: im Restaurant „Sette“.

Wann wurde die erste Pizza erfunden?
Sondern schon vor einigen hundert Jahren. Von der ersten Pizza war schließlich bereits im zehnten Jahrhundert offiziell die Rede. Das Charakteristikum der römischen Pizza ist nun ein ganz leichter, brüchig-knuspriger Teig, der aus fast 90 Prozent Wasser besteht und der 72 Stunden lang bei einer Temperatur von fünf Grad fermentiert.

Die Eröffnung des „Sette“ am 28. Februar 2023 markiert einen besonderen Moment für die Wiener Gastronomieszene. Hier wird nicht nur Pizza gebacken, sondern eine Philosophie zelebriert, die sich um die Zahl Sieben und die einzigartige quadratische Form ihrer Kreationen dreht. Das „Sette“ verspricht eine authentische römische Pizza, die mit ihrer knusprigen Textur und ihrem unvergleichlichen Geschmack das Verständnis von Pizza neu definiert.

Inhaltsverzeichnis

Die Geburtsstunde der Pizza: Eine Reise durch die Zeit

Die Frage nach dem genauen Ursprung der Pizza ist komplex, da Brote mit Belag in vielen Kulturen seit Jahrtausenden existieren. Doch die erste offizielle Erwähnung, die dem, was wir heute als Pizza kennen, sehr nahekommt, findet sich tatsächlich bereits im zehnten Jahrhundert. In einem lateinischen Text aus Gaeta, einer Stadt südlich von Rom, wird ein „pane pizze“ erwähnt, ein gebackenes Brot, das als Abgabe für einen Müller bestimmt war. Dies deutet darauf hin, dass die Idee eines belegten Fladenbrotes schon vor vielen Jahrhunderten in Mittelitalien verbreitet war.

Diese frühe Form unterschied sich natürlich stark von der heutigen Pizza. Sie war wahrscheinlich einfacher, vielleicht nur mit Kräutern und Olivenöl belegt. Die Tomate, die heute untrennbar mit der Pizza verbunden ist, wurde erst nach der Entdeckung Amerikas in Europa eingeführt und brauchte noch einige Zeit, um ihren Weg in die italienische Küche zu finden. Die Entwicklung der Pizza, wie wir sie kennen, vollzog sich über Jahrhunderte, wobei jede Region Italiens ihre eigenen Variationen und Traditionen entwickelte. Die neapolitanische Pizza erlangte im 19. Jahrhundert Berühmtheit, doch parallel dazu entwickelte sich in Rom eine ganz eigene, faszinierende Variante.

Römische Pizza: Eine knusprige Revolution

Während die neapolitanische Pizza für ihren weichen, luftigen Teig und den hohen, oft leicht angekohlten Rand bekannt ist, haben die Römer eine gänzlich andere Interpretation des Pizzagenusses geschaffen. Die römische Pizza, wie sie im „Sette“ serviert wird, ist eine wahre Offenbarung für all jene, die eine Vorliebe für Knusprigkeit haben. Ihr Charakteristikum ist ein unglaublich leichter, brüchig-knuspriger Teig, der durch ein aufwendiges und präzises Herstellungsverfahren entsteht:

  • Hoher Wasseranteil: Der Teig besteht zu fast 90 Prozent aus Wasser, was ihn extrem leicht und luftig macht.
  • Lange Fermentation: Der Teig ruht für beeindruckende 72 Stunden bei einer konstanten Temperatur von fünf Grad Celsius. Diese lange, kalte Fermentation ist entscheidend für die Entwicklung des komplexen Geschmacks und der einzigartigen Textur. Sie macht den Teig nicht nur bekömmlicher, sondern auch außergewöhnlich knusprig.
  • Niedriger Rand und viereckige Form: Im Gegensatz zur runden neapolitanischen Pizza mit ihrem ausgeprägten "Gesims" ist die römische Pizza typischerweise viereckig und hat einen sehr niedrigen Rand. Diese Form ist nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern trägt auch zur gleichmäßigen Knusprigkeit bei.
  • Doppeltes Backen: Ein weiteres Geheimnis der römischen Pizza im „Sette“ ist der Backprozess. Der eckige Pizzateig wird insgesamt zweimal für jeweils fünf Minuten bei 300 Grad Celsius gebacken. Dies geschieht entweder auf einer speziellen Schaufel oder in einer Edelstahlpfanne. Kommunikationsmanager Antonio erklärt den Vorteil: „Der Vorteil davon ist, dass der Teig immer knackig bleibt. Auch wenn man die Pizza mitnimmt und Zuhause noch einmal aufwärmt.“ Dies ist ein entscheidender Qualitätsunterschied, der die römische Pizza zu einer idealen Wahl für den Genuss zu Hause macht.

Diese sorgfältigen Schritte, von der Teigzubereitung bis zum Backen, führen zu einem Produkt, das in seiner Textur und seinem Mundgefühl einzigartig ist und eine echte Alternative zur traditionellen runden Pizza darstellt.

Das Geheimnis hinter „Sette“: Eine Zahl voller Magie

Der Name des Lokals, „Sette“, ist italienisch für „sieben“ und spielt eine zentrale Rolle in der Philosophie und dem Konzept des Restaurants. Es ist weit mehr als nur eine willkürliche Zahl; sie ist ein Leitmotiv, das sich durch verschiedene Aspekte des „Sette“ zieht und ihm eine besondere, fast magische Aura verleiht. Antonio erläutert die Bedeutung:

Symbolik der Zahl SiebenRelevanz für „Sette“
Die sieben Könige von RomHistorische Anspielung auf die Ursprünge Roms
Die sieben römischen HügelGeografische Verankerung und Identität der Stadt
Die sieben WeltwunderVerweis auf Außergewöhnlichkeit und Einzigartigkeit
Das „Sette“ ist im siebten Bezirk Wiens angesiedeltLokale Verortung und Glückszahl
Die Hausnummer des Lokals ist die SiebenDirekte, unübersehbare Verbindung zum Namen
Es stehen sieben Pizzen auf der KarteFokus auf Qualität und eine ausgewählte, aber vielseitige Speisekarte

Diese vielschichtige Bedeutung der Sieben unterstreicht den Anspruch des „Sette“, nicht nur eine Pizzeria zu sein, sondern ein Ort, der römische Kultur und kulinarische Tradition in jedem Detail widerspiegelt. Die Tatsache, dass die „echte römische Pizza“ nun zum ersten Mal in Wien erhältlich ist, macht das „Sette“ zu einem Pionier und einem Muss für alle Liebhaber italienischer Küche.

Gaumenfreuden im Sette: Mehr als nur Pizza

Die Speisekarte des „Sette“ ist bewusst übersichtlich gehalten, um die Qualität und den Fokus auf die römische Pizza zu betonen. Von den sieben sorgfältig ausgewählten Pizzen gibt es auch eine vegane und zwei vegetarische Optionen, die sich saisonal ändern. Dies zeigt das Bestreben, eine breite Palette an Geschmäckern und Ernährungsweisen zu bedienen.

Die Pizza Sette: Ein vegetarisches Highlight

Die Hauspizza, die „Pizza Sette“, ist mit 16,80 Euro bepreist und gilt als Geheimtipp. Sie ist vegetarisch und verkörpert die Essenz der römischen Pizza: dünner, knuspriger Teig mit niedrigem Rand. Der Teig wird aus vier Mehlsorten, Wasser, Hefe, Salz und Olivenöl zubereitet. Nach dem Backen wird sie mit einer erfrischenden Kombination aus Tomatensauce, Mayonnaise, Basilikumpesto, cremigem Büffel-Mozzarella, süßen Pachino Tomaten und einem Hauch Oregano belegt. Diese Kombination verspricht ein harmonisches Geschmackserlebnis, das die Knusprigkeit des Teiges perfekt ergänzt.

Süße Verführungen: Römische Antworten auf Süßhunger

Neben den herzhaften Pizzen bietet das „Sette“ auch einzigartige Desserts, die römische Kreativität mit österreichischen Einflüssen verbinden:

  • Sacher Padellino (8,80 Euro): Eine besonders intensive Antwort auf akuten Süßhunger ist das „Sacher Padellino“. Diese gelungene römische Neuinterpretation der weltberühmten Wiener Sachertorte ist ein absoluter Tipp. Sie besteht aus Kakaoteig, dunkler Schokolade und Marillenmarmelade, abgerundet mit Mascarpone und Schokocrunch. Eine faszinierende Fusion zweier unterschiedlicher Desserttraditionen.
  • Vegane Kokosbonbons (6,20 Euro): Für vegane Gäste gibt es die Kokosbonbons, die geschmacklich an Raffaelo erinnern, jedoch mit dunkler Schokolade und Himbeeren verfeinert sind. Ein leichter und fruchtiger Abschluss eines italienischen Mahls.

Edle Tropfen und kreative Cocktails

Das „Sette“ überzeugt nicht nur mit Speisen, sondern auch mit einer beeindruckenden Auswahl an Getränken, insbesondere den Haus-Cocktails, die von Barchef Marco kreiert werden. Diese Kreationen sind weit entfernt von Standardcocktails und zeugen von großer Experimentierfreude und Fachwissen:

  • „Deep Forest“ (17 Euro): Ein außergewöhnlicher Cocktail, der Shiitake-Pilze, Bourbon Whiskey, Ahornsirup, Kastanienessenz und Rauch von Orangenholz (alternativ Kirschholz) kombiniert. Ein rauchiges, erdiges und komplexes Geschmackserlebnis für Abenteurer.
  • „Mandarita“ (17 Euro): Eine leichtere, fruchtigere Option ist der „Mandarita“, bestehend aus Tequila, Mandarinenlikör, Limone und einem angenehmen, leicht salzigen Schaum aus Meerwasser. Dieser Cocktail wird als Tipp hervorgehoben und verspricht eine erfrischende Balance aus Süße, Säure und einer unerwarteten Meeresnote.

Diese sorgfältig kuratierten Getränke runden das kulinarische Angebot des „Sette“ ab und bieten ein ganzheitliches Genusserlebnis.

Das Team hinter dem Erfolg: Leidenschaft und Expertise

Der Erfolg des „Sette“ ist untrennbar mit dem engagierten und talentierten Team verbunden, das seine Leidenschaft für die römische Küche nach Wien gebracht hat. Es ist eine Mischung aus erfahrenen Gastronomen und kreativen Köpfen, die alle aus Rom stammen und gemeinsam die Vision des „Sette“ verwirklichen:

  • Davide (Pizzabäcker): Er ist der Pizzachef und der Hüter aller (Familien-)Rezepte. Sein Wissen über das Pizzabacken hat er in Amerika, Kanada und Europa gelehrt, bevor er nun seine Expertise ins „Sette“ einbringt. Er ist das Herzstück der Küche und garantiert die Authentizität der römischen Pizza.
  • Patricia (HR & Geschäftspartnerin): Als studierte Chemikerin bringt Patricia eine analytische und präzise Denkweise in die Administration und das Personalwesen des „Sette“ ein. Sie ist auch die Ehefrau und Geschäftspartnerin von Alessandro und sorgt für einen reibungslosen Ablauf hinter den Kulissen.
  • Marco (Barchef): Marco ist der kreative Kopf hinter den einzigartigen Cocktails des „Sette“. Er hat sein Handwerk an der renommierten Mixology Academy in Mailand gelernt und kreiert innovative Getränke, die das kulinarische Erlebnis perfekt ergänzen.
  • Antonio (Kommunikation): Antonio ist das Gesicht und die Stimme des „Sette“ nach außen. Er ist für die Kommunikation zuständig und erklärt die Besonderheiten der römischen Pizza und die Philosophie hinter der Zahl Sieben.
  • Alessandro (Architekt, Besitzer & Pizzabäcker): Als studierter Architekt hat Alessandro nicht nur das beeindruckende Innendesign des Lokals (mit 40 Sitzplätzen und reservierungsempfehlung) geplant, einschließlich der nackten Backsteinwand als Reverenz an römische Aquädukte, sondern ist auch aktiv in der Küche tätig. Er ist der Besitzer und bringt seine architektonische Präzision auch in die Zubereitung der Pizza ein.

Dieses vielfältige Team, vereint durch ihre römischen Wurzeln und ihre Leidenschaft für hochwertige Gastronomie, hat sich in Wien zusammengefunden mit dem ehrgeizigen Plan, zu expandieren und die römische Pizza einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Häufig gestellte Fragen zur römischen Pizza im „Sette“

Die Einführung eines neuen Pizzakonzepts wirft oft Fragen auf. Hier sind Antworten auf einige der häufigsten:

FrageAntwort
Was unterscheidet römische Pizza von neapolitanischer Pizza?Römische Pizza im „Sette“ ist knusprig, viereckig, hat einen niedrigen Rand, besteht aus einem Teig mit fast 90% Wasser und wird 72 Stunden lang kalt fermentiert. Sie wird zudem zweimal gebacken, um ihre einzigartige Knusprigkeit zu gewährleisten, die auch beim Aufwärmen erhalten bleibt. Neapolitanische Pizza ist hingegen rund, weich und hat einen hohen, luftigen Rand.
Warum heißt das Restaurant „Sette“?„Sette“ ist italienisch für „sieben“. Die Zahl Sieben spielt eine zentrale Rolle: Sieben Könige von Rom, sieben römische Hügel, sieben Weltwunder, das Lokal ist im siebten Wiener Bezirk, hat die Hausnummer sieben und bietet sieben Pizzen auf der Speisekarte an.
Kann ich die Pizza vom „Sette“ auch zu Hause aufwärmen?Ja, absolut! Ein großer Vorteil der römischen Pizza im „Sette“ ist, dass der Teig dank des doppelten Backens immer knackig bleibt, auch wenn man die Pizza mitnimmt und zu Hause noch einmal aufwärmt.
Gibt es im „Sette“ vegetarische oder vegane Optionen?Ja, auf der saisonal wechselnden Karte finden sich eine vegane Pizza und zwei vegetarische Pizzen. Zudem gibt es ein veganes Dessert, die Kokosbonbons.
Wo befindet sich das „Sette“ in Wien?Das „Sette“ befindet sich in der Schottenfeldgasse 7 im siebten Bezirk (Neubau) in Wien.
Ist eine Reservierung im „Sette“ erforderlich?Aufgrund der Beliebtheit und der 40 Sitzplätze wird eine Reservierung empfohlen, um Wartezeiten zu vermeiden und einen Platz zu sichern.

Das „Sette“ ist mehr als nur eine Pizzeria; es ist ein Stück Rom in Wien, das eine einzigartige kulinarische Erfahrung bietet. Mit seinem Fokus auf authentische römische Pizza, kreative Getränke und ein Team, das mit Leidenschaft bei der Sache ist, hat sich das „Sette“ schnell als ein neuer Hotspot in der Wiener Gastronomieszene etabliert. Es lädt dazu ein, die Welt der Pizza neu zu entdecken und die knusprige Seite Italiens zu genießen.

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