Was macht die Jury bei der Zubereitung an der WM?

Moreno an der Pizza-WM: Leidenschaft trifft Parma

04/11/2015

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In der Welt der Kulinarik gibt es nur wenige Gerichte, die so viel Begeisterung und Hingabe hervorrufen wie die Pizza. Sie ist mehr als nur ein Gericht; sie ist eine Kunstform, ein Ausdruck von Kultur und Leidenschaft. Für Moreno, einen 56-jährigen Hobby-Pizzaiolo aus Breitenbach SO, ist diese Leidenschaft nun zur Realität geworden, die ihn auf die grösste Bühne der Pizzawelt führt: die Pizza-Weltmeisterschaft in Parma, Italien. Ein Traum wird wahr, wenn er im April 2025 gegen die Crème de la Crème der internationalen Pizzabäcker antritt.

Wie heißt die Pizza in Ingelheim am Rhein?
Pizzeria Capri – Pizza Weltmeister Francesco Ialazzo aus Ingelheim am Rhein. Pizza Napoletana ist unser Spezialität. Aus besten Zutaten und liebevollem Kunsthandwerk kreieren wir täglich unverwechselbare Gaumenfreuden.

Morenos Reise vom Küchenliebhaber zum Weltmeisterschaftsteilnehmer ist eine Geschichte von Ausdauer, Experimentierfreude und dem unermüdlichen Streben nach Perfektion. Vor etwa sieben Jahren begann seine Faszination für den perfekten Teig. Was mit einem einfachen Rezept aus dem Internet begann, entwickelte sich schnell zu einer Obsession, die ihn dazu antrieb, jede Nuance, jedes Detail zu optimieren. Er erkannte, dass für eine wirklich aussergewöhnliche Pizza nicht nur die Zutaten, sondern auch das richtige Equipment entscheidend sind. Anfangs genügte ein Pizzastein im heimischen Ofen, doch bald wurde klar: Ein echter Pizzaofen musste her. In einer Zeit, lange bevor Pizzaöfen zum Trend wurden, importierte Moreno sein erstes Modell direkt aus Italien. Heute besitzt er sogar zwei Öfen – einen grossen für den Garten und einen kleineren für die kühleren Monate im Haus – ein Zeugnis seiner tiefen Verpflichtung zu seinem Handwerk.

Inhaltsverzeichnis

Der Weg zur Perfektion: Morenos Geheimnisse

Die Perfektionierung seiner Rezeptur war ein fortlaufender Prozess, der durch das begeisterte Feedback seiner Freunde und Familie genährt wurde. Moreno schmunzelt, wenn er erzählt, wie ihn die Komplimente erfüllen, wenn jemand nach einem Pizzeria-Besuch ihm schreibt: «War gut, aber deine Pizza ist besser.» Dieses Lob, die Anerkennung seiner Bemühungen, ist der wahre Antrieb hinter seiner Arbeit. Es war bei einem dieser gemeinsamen Pizzabackabende mit Freunden, als die Idee aufkam: «Willst du nicht mal bei einer Meisterschaft mitmachen?» Ein kurzer Internet-Suchlauf führte ihn direkt zur Pizza-WM in Parma.

Die Kontaktaufnahme mit dem WM-Komitee in Italien war der nächste logische Schritt. Moreno berichtete ausführlich von seinen Erfahrungen, seiner Hingabe und der Qualität seiner Kreationen. Die Zusage zur Teilnahme an der «Campionato Mondiale della Pizza» im April 2025 war ein Moment des Unglaubens und der puren Freude. «Ich hab es zuerst gar nicht richtig realisiert», erinnert er sich mit leuchtenden Augen. Es ist die Erfüllung eines lang gehegten Traumes, sich mit den Besten der Welt messen zu dürfen.

«Svizzola»: Eine kulinarische Brücke zwischen zwei Welten

Für die Weltmeisterschaft hat sich Moreno in zwei Kategorien angemeldet: die «Pizza Classica» und die «Pizza Napoletana». Während die «Pizza Napoletana» strengen Regeln unterliegt – nur Pizza Margherita oder Marinara sind erlaubt, und die Tomaten für die Sugo müssen beispielsweise von Hand zerdrückt werden, um Bitterkeit zu vermeiden – bietet die «Pizza Classica» Raum für Kreativität zwischen Tradition und Innovation. Hier hat Moreno seine ganz persönliche Kreation entwickelt: die «Svizzola».

Die «Svizzola» ist nicht nur eine Pizza, sondern ein kulinarisches Statement, das die Herkunft Morenos und seine italienischen Wurzeln ehrt. Für diese besondere Pizza arbeitet er eng mit einem lokalen Metzger zusammen. Gemeinsam entwickelten sie eine einzigartige Wurst, die das Beste aus der Schweiz und Italien vereint: Eine Säuliwurst, die echten Schweizer Käse enthält. Diese innovative Kombination symbolisiert Morenos Wunsch, auf seiner Pizza die Schweiz und Italien zu vereinen – eine wahre Geschmacksexplosion, die Tradition und Moderne auf dem Teller zusammenbringt.

Hinter den Kulissen: Die Rolle der Jury bei der Pizza-WM

Die Weltmeisterschaft ist nicht nur ein Schaufenster für kulinarische Kreationen, sondern auch ein strenger Wettbewerb, bei dem jedes Detail zählt. Die Jury spielt dabei eine zentrale Rolle und ihre Aufgabe geht weit über das einfache Kosten hinaus. Ihre Bewertung ist ein minutiöser Prozess, der verschiedene Aspekte der Pizzazubereitung und des Endprodukts umfasst:

  • Beobachtung der Fähigkeiten: Die Juroren beobachten die Pizzabäcker von Anfang an. Dies umfasst die Art und Weise, wie der Teig behandelt und geformt wird, die Geschicklichkeit beim Ausbreiten des Bodens, die Präzision beim Belegen und die Technik beim Einschießen der Pizza in den Ofen. Jede Handbewegung, jede Geste wird analysiert, um die Beherrschung des Handwerks zu bewerten.
  • Genaueste Notizen: Während des gesamten Prozesses machen sich die Jurymitglieder detaillierte Notizen. Diese reichen von der Einhaltung der Hygienevorschriften über die Organisation des Arbeitsplatzes bis hin zur Auswahl und Qualität der verwendeten Zutaten. Auch ungewöhnliche Techniken oder innovative Ansätze werden vermerkt.
  • Stoppen der Zeit: Die Zeit spielt eine entscheidende Rolle. Schnelligkeit und Effizienz sind wichtig, um eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten und die Pizza nicht zu lange den Umgebungseinflüssen auszusetzen. Die Juroren stoppen die Zeit, die für die Zubereitung benötigt wird, was auch ein Indikator für die Professionalität des Pizzaiolos ist.
  • Sensorische Bewertung: Nachdem die Pizza aus dem Ofen kommt, erhält jeder Juror ein Stück zum Probieren. Hier beginnt die eigentliche Bewertung des Endprodukts. Die Kriterien sind umfassend:
    • Kruste: Ist sie knusprig, luftig, gut gebräunt? Hat sie die typischen leopardenartigen Flecken (Cornicione)?
    • Teig: Ist er gut durchgebacken, elastisch, leicht verdaulich?
    • Sugo: Ist die Tomatensauce frisch, ausgewogen im Geschmack, nicht zu sauer oder bitter?
    • Belag: Sind die Zutaten von hoher Qualität, gut verteilt und harmonieren sie geschmacklich miteinander?
    • Aroma: Wie riecht die Pizza? Sind alle Komponenten gut wahrnehmbar?
    • Gesamteindruck: Wie präsentiert sich die Pizza optisch? Ist sie ansprechend und appetitlich?

Erst nach dieser umfassenden Bewertung folgt das Ranking. Für Moreno steht jedoch nicht die Platzierung im Vordergrund. «Mich mit den besten Pizzaioli der Welt zu messen, das ist das, worauf ich mich freue», betont er. Diese Einstellung unterstreicht seine wahre Motivation: die reine Freude am Wettbewerb und die Möglichkeit, von den Besten zu lernen.

Leidenschaft als Treibstoff: Morenos Philosophie

Es ist die unerschütterliche Leidenschaft, die Moreno antreibt. «Wenn man mit dem eigenen Produkt zufrieden ist, dann merkst du, dass da Liebe eingeflossen ist», sagt er, während er zufrieden auf seine «Svizzola» blickt. Diese Liebe zum Detail, die Hingabe an das Produkt, ist es, was seine Pizzen so besonders macht.

Obwohl er bereits Anfragen für Events hatte und diese mit grossem Erfolg umgesetzt hat – «Wir wurden überrannt und waren in Kürze ausverkaukt» – zieht Moreno es vor, seine Kunst als Hobby zu betreiben. Das Pizzabacken zu professionalisieren wäre mit einem enormen administrativen Aufwand verbunden, ganz zu schweigen vom Transport seines 200 Kilogramm schweren Ofens, der viel Muskelkraft erfordert. Trotzdem bleibt die Zukunft offen, ganz nach Morenos Devise: «So wies kunnt, so kunnts.» Aktuell spart er auf eine professionelle Küchenmaschine, ein weiteres Indiz für sein Engagement, seine Fähigkeiten ständig zu verbessern.

Häufig gestellte Fragen zur Pizza-WM und zum Pizzabacken

Was ist die Pizza-Weltmeisterschaft?

Die Pizza-Weltmeisterschaft, offiziell als «Campionato Mondiale della Pizza» bekannt, ist der renommierteste Wettbewerb für Pizzabäcker weltweit. Sie findet jährlich statt und zieht die talentiertesten Pizzaioli aus allen Kontinenten an, die in verschiedenen Kategorien gegeneinander antreten, um den Titel des Weltmeisters zu erringen.

Wo findet die Pizza-Weltmeisterschaft statt?

Die Weltmeisterschaft wird traditionell in Parma, Italien, ausgetragen. Parma ist nicht nur für seine kulinarischen Spezialitäten wie Parmaschinken und Parmigiano Reggiano bekannt, sondern auch ein wichtiges Zentrum der italienischen Esskultur und somit ein passender Austragungsort für dieses globale Pizza-Event.

Was macht einen guten Pizzabäcker aus?

Ein guter Pizzabäcker zeichnet sich durch mehrere Qualitäten aus: eine tiefe Leidenschaft für das Handwerk, fundiertes Wissen über Teigführung und Zutaten, handwerkliches Geschick beim Formen und Belegen der Pizza, ein gutes Gespür für die Backtemperatur und die Fähigkeit, konstante Qualität zu liefern. Auch Kreativität und die Bereitschaft, ständig dazuzulernen, sind essenziell.

Was ist der Unterschied zwischen Pizza Classica und Pizza Napoletana bei der WM?

Die «Pizza Napoletana»-Kategorie folgt sehr strengen traditionellen Regeln, die von der Associazione Verace Pizza Napoletana (AVPN) festgelegt wurden. Hier sind nur die Pizzen Margherita und Marinara erlaubt, und es gibt genaue Vorgaben für Teig, Zutaten (z.B. San Marzano Tomaten, Büffelmozzarella) und Backmethoden. Die «Pizza Classica»-Kategorie ist offener und erlaubt den Pizzabäckern, ihre Kreativität und Innovation zu zeigen, indem sie traditionelle Techniken mit neuen Belägen und Geschmackskombinationen verbinden.

Wie wichtig ist die Ausrüstung beim Pizzabacken?

Die richtige Ausrüstung ist von entscheidender Bedeutung für die Qualität der Pizza. Ein guter Pizzaofen, der hohe und konstante Temperaturen erreichen kann (idealerweise über 400°C), ist unerlässlich für eine perfekt gebackene Kruste und einen schnell garenden Belag. Aber auch kleinere Utensilien wie eine Pizzaschaufel, ein Pizzastein oder eine professionelle Küchenmaschine für den Teig können einen grossen Unterschied machen.

Kann ein Hobby-Pizzaiolo auf diesem Niveau mithalten?

Wie das Beispiel von Moreno zeigt, ist es absolut möglich! Während die meisten Teilnehmer Profis sind, beweisen Enthusiasten wie Moreno, dass mit ausreichend Leidenschaft, Hingabe, kontinuierlicher Übung und dem Streben nach Perfektion auch Hobbybäcker die Fähigkeiten entwickeln können, um sich mit den Besten der Welt zu messen.

Morenos Geschichte ist eine Inspiration für jeden, der eine Leidenschaft für das Pizzabacken hegt. Sie zeigt, dass mit Hingabe und dem Mut, Träume zu verfolgen, aus einem Hobby eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft werden kann. Wir freuen uns darauf, Moreno im April 2025 in Parma anzufeuern und sind gespannt, welche weiteren köstlichen Kreationen er in Zukunft zaubern wird. Eines ist sicher: Seine Pizzen werden auch weiterhin mit viel Liebe gebacken – und das schmeckt man!

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