05/10/2010
Es gibt kaum etwas Befriedigenderes als den Duft frisch gebackener Pizza, der durch das Haus zieht. Selbstgemachte Pizza ist nicht nur unglaublich lecker, sondern bietet auch die Freiheit, Beläge und Zutaten ganz nach dem eigenen Geschmack zu wählen. Vergessen Sie teure Lieferdienste und überzeugen Sie sich selbst, wie einfach es ist, eine Pizza zu backen, die den Vergleich mit Ihrem Lieblingsitaliener nicht scheuen muss. Ob klassisch Margherita, würzig Salami oder unsere heutige Empfehlung: die köstliche Thunfisch-Pizza – mit den richtigen Techniken und ein wenig Geduld wird Ihre selbstgebackene Pizza zum absoluten Highlight.

Das Geheimnis einer guten Pizza liegt in wenigen, aber entscheidenden Elementen: einem herausragenden Teig, hochwertigen Zutaten für den Belag und der perfekten Backtemperatur. In diesem umfassenden Leitfaden nehmen wir Sie an die Hand und führen Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess, von der Teigzubereitung bis zum fertigen Genuss.
Die Grundlagen des perfekten Pizzateigs
Der Pizzateig ist das Herzstück jeder guten Pizza. Ein guter Teig ist elastisch, lässt sich gut verarbeiten und wird beim Backen wunderbar knusprig und luftig. Hier sind die wichtigsten Schritte und Tipps für einen gelingsicheren Teig:
Zutaten für den Teig: Weniger ist oft mehr
- Mehl: Verwenden Sie am besten italienisches Pizzamehl (Typ 00) oder ein deutsches Weizenmehl Typ 405. Typ 00 Mehl hat einen hohen Proteingehalt, der für die Elastizität des Teiges sorgt und ihm die typische, luftige Krume verleiht.
- Hefe: Frische Hefe (ein halber Würfel für ca. 500g Mehl) oder Trockenhefe (ein Päckchen für 500g Mehl) sind gleichermaßen geeignet. Frische Hefe löst sich etwas schneller auf und kann den Teigaktionsprozess anregen, während Trockenhefe bequemer zu lagern ist.
- Wasser: Lauwarmes Wasser ist entscheidend, um die Hefe zu aktivieren. Die ideale Temperatur liegt zwischen 30 und 40 Grad Celsius. Zu heißes Wasser tötet die Hefe, zu kaltes verlangsamt den Gärprozess.
- Salz: Unverzichtbar für den Geschmack. Fügen Sie es erst hinzu, nachdem die Hefe sich aufgelöst hat, da Salz die Hefeaktivität hemmen kann.
- Olivenöl: Ein Schuss Olivenöl macht den Teig geschmeidiger und verleiht ihm zusätzlichen Geschmack und eine bessere Textur.
Die Zubereitung des Teiges: Kneten ist das A und O
- Hefe aktivieren: Bröseln Sie die frische Hefe in das lauwarme Wasser (oder streuen Sie die Trockenhefe ein) und geben Sie eine Prise Zucker hinzu. Lassen Sie die Mischung 5-10 Minuten stehen, bis sich kleine Bläschen bilden. Dies zeigt an, dass die Hefe aktiv ist.
- Zutaten vermischen: Geben Sie das Mehl in eine große Schüssel, formen Sie eine Mulde in der Mitte und gießen Sie die Hefe-Wasser-Mischung sowie das Olivenöl hinein. Fügen Sie das Salz am Rand der Schüssel hinzu.
- Kneten: Beginnen Sie, die Zutaten von innen nach außen zu vermischen, bis sich ein grober Teig bildet. Dann geht es ans Kneten! Kneten Sie den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche für mindestens 10-15 Minuten kräftig durch. Das Kneten entwickelt das Gluten im Mehl, wodurch der Teig elastisch und dehnbar wird. Er sollte am Ende glatt und geschmeidig sein und nicht mehr an den Händen kleben.
- Gehen lassen: Formen Sie den Teig zu einer Kugel, bestreichen Sie ihn leicht mit Olivenöl und legen Sie ihn zurück in die Schüssel. Decken Sie die Schüssel mit einem feuchten Tuch oder Frischhaltefolie ab und lassen Sie den Teig an einem warmen Ort (ca. 25-30 Grad Celsius) für mindestens 1-2 Stunden gehen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat. Für ein intensiveres Aroma und eine bessere Textur können Sie den Teig auch über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.
Die Kunst des Belegens
Bevor wir uns der Thunfisch-Pizza widmen, ein paar allgemeine Tipps zum Belegen: Weniger ist oft mehr. Ein überladener Belag kann dazu führen, dass die Pizza matschig wird und der Teig nicht richtig durchbackt. Achten Sie auf eine gute Verteilung der Zutaten.
Der Star des Abends: Die köstliche Thunfisch-Pizza
Die Thunfisch-Pizza ist ein Klassiker, der bei vielen beliebt ist. Sie ist herzhaft, würzig und einfach zuzubereiten. Hier ist unser Rezept:
Zutaten für die Thunfisch-Pizza (für 2 Pizzen):
- Für den Teig: (wie oben beschrieben, reicht für 2 mittelgroße Pizzen)
- 500g Weizenmehl Typ 00 oder 405
- 250-300ml lauwarmes Wasser
- 1/2 Würfel frische Hefe (ca. 20g) oder 1 Päckchen Trockenhefe
- 1 Teelöffel Zucker
- 1 Teelöffel Salz
- 2 Esslöffel Olivenöl + etwas zum Bestreichen der Schüssel
- Für den Belag:
- 200ml passierte Tomaten (oder Pizzasoße)
- 1-2 Dosen Thunfisch in Öl oder eigenem Saft (ca. 150-200g Abtropfgewicht pro Dose)
- 1 große rote Zwiebel
- 100g schwarze Oliven (entsteint)
- 200-250g geriebener Mozzarella (oder eine Mischung aus Mozzarella und Gouda/Edamer)
- 1 Teelöffel Oregano (getrocknet)
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
- Optional: Kapern, frische Petersilie, Peperoncino
Schritt-für-Schritt Zubereitung der Thunfisch-Pizza:
- Teig vorbereiten: Bereiten Sie den Pizzateig wie oben beschrieben vor und lassen Sie ihn gehen.
- Ofen vorheizen: Heizen Sie Ihren Backofen auf die höchstmögliche Temperatur vor (ideal sind 220-250°C Ober-/Unterhitze oder Umluft). Wenn Sie einen Pizzastein verwenden, legen Sie ihn jetzt in den Ofen, damit er gut durchhitzt wird.
- Zutaten vorbereiten:
- Den Thunfisch gut abtropfen lassen. Wenn er in Öl eingelegt ist, drücken Sie das Öl vorsichtig heraus, um die Pizza nicht zu matschig zu machen. Zerpflücken Sie den Thunfisch leicht mit einer Gabel.
- Die rote Zwiebel schälen und in feine Ringe schneiden.
- Die Oliven halbieren oder in Scheiben schneiden.
- Die passierten Tomaten mit etwas Salz, Pfeffer und Oregano abschmecken.
- Teig ausrollen: Teilen Sie den aufgegangenen Teig in zwei Portionen. Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche (oder direkt auf Backpapier) rollen Sie jede Portion zu einem runden Pizzaboden aus. Versuchen Sie, den Teig nicht zu dünn auszurollen, besonders am Rand, um eine schöne Kruste zu erhalten.
- Belegen:
- Verteilen Sie die Tomatensoße gleichmäßig auf dem Teig, lassen Sie dabei einen kleinen Rand frei.
- Bestreuen Sie die Soße mit der Hälfte des Mozzarellas.
- Verteilen Sie den abgetropften Thunfisch, die Zwiebelringe und die Oliven gleichmäßig auf der Pizza.
- Streuen Sie den restlichen Mozzarella über den Belag.
- Backen: Schieben Sie die Pizza vorsichtig auf den heißen Pizzastein oder auf ein Backblech im Ofen. Die Backtemperatur ist entscheidend. Backen Sie die Pizza für 8-15 Minuten (die genaue Zeit hängt von Ihrem Ofen und der Dicke des Bodens ab), bis der Rand goldbraun und knusprig ist und der Käse geschmolzen und leicht gebräunt ist. Beobachten Sie die Pizza genau, um ein Verbrennen zu vermeiden.
- Servieren: Nehmen Sie die Pizza aus dem Ofen, lassen Sie sie kurz abkühlen und schneiden Sie sie in Stücke. Optional können Sie vor dem Servieren noch etwas frische Petersilie darüber streuen.
Backtechniken für knusprige Ergebnisse
Die Wahl der richtigen Backmethode kann den Unterschied zwischen einer guten und einer fantastischen Pizza ausmachen:
- Pizzaofen: Wer das Glück hat, einen speziellen Pizzaofen zu besitzen, weiß, dass dieser die besten Ergebnisse liefert. Extreme Temperaturen (bis zu 400-500°C) backen die Pizza in wenigen Minuten durch und sorgen für einen perfekt knusprigen Boden und eine luftige Kruste.
- Haushaltsbackofen mit Pizzastein oder Pizzastahl: Ein Pizzastein oder Pizzastahl ist die beste Investition für den Heimgebrauch. Sie speichern die Hitze hervorragend und geben sie gleichmäßig an den Pizzaboden ab, was zu einer unglaublich knusprigen Unterseite führt. Heizen Sie den Stein mindestens 30-60 Minuten mit dem Ofen vor.
- Haushaltsbackofen mit Backblech: Auch ohne Pizzastein können Sie gute Ergebnisse erzielen. Heizen Sie das Backblech im Ofen mit vor, bevor Sie die Pizza daraufschieben. Eine weitere Methode ist, die Pizza auf Backpapier zu legen und dieses dann direkt auf den heißen Ofenboden (sofern Ihr Ofen dies zulässt und keine Heizelemente dort sind) oder auf ein vorgeheiztes Backblech zu schieben.
- Umluft vs. Ober-/Unterhitze: Ober-/Unterhitze wird oft bevorzugt, da sie eine gleichmäßigere Hitzeverteilung von unten und oben gewährleistet. Umluft kann den Teig austrocknen, ist aber gut, wenn Sie mehrere Pizzen gleichzeitig backen möchten.
Variationen und Personalisierung
Die Schönheit der selbstgemachten Pizza liegt in der unendlichen Vielfalt. Experimentieren Sie mit verschiedenen Zutaten und Teigarten:
- Andere Beläge: Probieren Sie klassische Kombinationen wie Pilze und Schinken, Salami und Peperoni, oder vegetarische Varianten mit Spinat, Feta und Kirschtomaten.
- Käse: Neben Mozzarella eignen sich auch Provolone, Parmesan, Gorgonzola oder Ziegenkäse.
- Soßen: Statt Tomatensoße können Sie auch eine Pesto-Basis, eine weiße Soße (Crème fraîche mit Knoblauch) oder einfach Olivenöl und Knoblauch verwenden.
- Teigvariationen:
- Vollkornteig: Für eine gesündere Option. Beachten Sie, dass Vollkornmehl mehr Wasser benötigt und der Teig etwas dichter sein kann.
- Sauerteigpizza: Für ein komplexeres Aroma und eine bessere Verdaulichkeit. Erfordert mehr Vorbereitungszeit und Erfahrung.
- Glutenfreier Teig: Für Allergiker gibt es spezielle Mehlmischungen, die gute Ergebnisse liefern können.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
- Welches Mehl ist am besten für Pizza?
- Italienisches Pizzamehl (Tipo 00) ist ideal, da es einen hohen Glutengehalt hat, der für die Elastizität und die feine Textur des Teiges sorgt. Alternativ ist Weizenmehl Typ 405 eine gute Wahl.
- Warum wird mein Pizzateig nicht knusprig?
- Oft liegt es an einer zu niedrigen Backtemperatur, zu kurzer Backzeit oder zu viel Belag. Stellen Sie sicher, dass Ihr Ofen auf die höchste Temperatur vorgeheizt ist und verwenden Sie idealerweise einen Pizzastein oder ein vorgeheiztes Backblech. Weniger Belag hilft auch, den Teig knusprig zu halten.
- Kann ich den Pizzateig im Voraus zubereiten?
- Ja, das ist sogar empfehlenswert für ein besseres Aroma! Sie können den Teig nach dem ersten Gehen in Portionen teilen, in leicht eingeölte, luftdichte Behälter geben und für 1-3 Tage im Kühlschrank lagern. Nehmen Sie den Teig etwa 1-2 Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank, damit er Raumtemperatur annehmen kann.
- Wie lagere ich übrig gebliebene Pizza?
- Reste können Sie luftdicht verpackt im Kühlschrank für 2-3 Tage aufbewahren. Zum Aufwärmen ist der Backofen (oder eine Pfanne) besser als die Mikrowelle, um die Knusprigkeit zu erhalten.
- Warum klebt mein Pizzateig so stark?
- Das kann an zu viel Wasser oder zu wenig Kneten liegen. Fügen Sie beim Kneten schrittweise etwas mehr Mehl hinzu, bis der Teig geschmeidig ist und nicht mehr klebt. Längeres Kneten hilft, das Gluten zu entwickeln, was den Teig weniger klebrig macht.
- Kann ich Pizza einfrieren?
- Ja, Sie können sowohl den rohen Teig als auch fertig gebackene Pizza einfrieren. Den rohen Teig portionsweise einfrieren und vor Gebrauch im Kühlschrank auftauen lassen. Fertige Pizza in Stücke schneiden, einzeln verpacken und bei Bedarf im Ofen aufbacken.
- Mein Pizzaboden ist matschig, was tun?
- Ein matschiger Boden ist oft die Folge von zu viel Feuchtigkeit. Achten Sie darauf, den Thunfisch (und andere feuchte Zutaten wie Pilze oder Tomaten) gut abtropfen zu lassen. Auch zu viel Soße oder Käse kann dazu führen. Eine höhere Backtemperatur und ein heißer Pizzastein helfen ebenfalls, die Feuchtigkeit schnell zu verdampfen und den Boden knusprig zu backen.
Fazit
Pizzen backen ist eine lohnende Erfahrung, die mit etwas Übung zu erstaunlichen Ergebnissen führt. Die Thunfisch-Pizza ist nur eine von unzähligen Möglichkeiten, Ihre Kreativität in der Küche auszuleben. Nehmen Sie sich die Zeit für einen guten Teig, seien Sie mutig beim Belegen und achten Sie auf die richtige Backtemperatur. Sie werden sehen: Die selbstgemachte Pizza schmeckt nicht nur besser, sie verbindet auch Familie und Freunde bei einem gemeinsamen Essen. Probieren Sie es aus – Ihre Lieben werden es Ihnen danken!
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