13/05/2013
Die Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit voller Vorfreude, aber auch voller Fragen – besonders, wenn es um die Ernährung geht. Plötzlich tauchen Zweifel auf, welche Lebensmittel sicher sind und welche lieber gemieden werden sollten. Milchprodukte, bestimmte Fleisch- und Fischsorten stehen oft im Fokus. Doch wie steht es um die kleinen, salzigen Sardellen? Sind sie in der Schwangerschaft erlaubt, oder stellen sie ein Risiko dar? Als erfahrene Mutter und Autorin für eltern-aktuell.de, ist es mir ein Anliegen, Licht ins Dunkel zu bringen und dir eine fundierte Antwort zu geben. Tauche ein in die Welt der Sardellen und erfahre, wie du diesen geschmackvollen Fisch bedenkenlos in deinen Speiseplan integrieren kannst, um sowohl dir als auch deinem ungeborenen Baby wertvolle Nährstoffe zu liefern.

- Sardellen in der Schwangerschaft: Das Wichtigste auf einen Blick
- Dürfen Schwangere Sardellen essen? Die klare Antwort
- Sardellen auf Pizza, eingelegt oder frisch – Was ist erlaubt?
- Vergleichstabelle: Sardellenformen in der Schwangerschaft
- Die gesundheitlichen Vorteile von Sardellen für Schwangere
- FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Sardellen in der Schwangerschaft
- Sind Sardellen die einzige sichere Fischart in der Schwangerschaft?
- Wie erkenne ich, ob Sardellen gut durchgegart sind?
- Gibt es Alternativen zu Sardellen, um Omega-3-Fettsäuren zu bekommen?
- Was ist BADGE und warum ist es in Sardellen aus Dosen bedenklich?
- Kann ich Sardellenpaste oder Sardellenbutter essen?
Sardellen in der Schwangerschaft: Das Wichtigste auf einen Blick
Um dir gleich zu Beginn die größte Unsicherheit zu nehmen: Ja, Sardellen sind in der Schwangerschaft grundsätzlich erlaubt! Es gibt jedoch entscheidende Bedingungen, die du beachten solltest, um jegliches Risiko auszuschließen. Hier sind die wichtigsten Punkte, die du dir merken solltest:
- Sardellen dürfen nur gegessen werden, wenn sie vollständig durchgegart sind. Das bedeutet, dass sie über mehrere Minuten bei mindestens 70°C erhitzt wurden.
- Sardellen in Öl oder auf der Pizza sind in der Regel sicher, da sie beim Garprozess ausreichend erhitzt werden.
- Auf rohe, geräucherte oder nur kurz eingelegte Sardellen (z.B. von der Frischetheke) solltest du unbedingt verzichten, da hier Keime wie Listerien oder Toxoplasmose-Erreger nicht zuverlässig abgetötet werden.
- Sardellen sind reich an wertvollen Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen und daher eine gesunde Ergänzung für den Speiseplan werdender Mütter.
- Achte beim Kauf auf hohe Qualität und Produkte aus europäischen Fanggebieten, um eine geringere Belastung mit Schwermetallen zu gewährleisten.
Dürfen Schwangere Sardellen essen? Die klare Antwort
Die gute Nachricht ist: Ja, Sardellen gehören zu den Fischarten, die du während der Schwangerschaft genießen darfst. Der Schlüssel zur Sicherheit liegt im Garzustand. Wie bei vielen anderen Fisch- und Meeresfrüchtesorten müssen auch Sardellen unbedingt vollständig durchgegart sein. Der Grund dafür ist das potenzielle Risiko von Krankheitserregern wie Listerien oder Toxoplasmose-Erregern. Diese Mikroorganismen können für nicht-schwangere Personen harmlos sein, für dein ungeborenes Baby jedoch ernsthafte Gesundheitsrisiken darstellen, von Entwicklungsstörungen bis hin zu Frühgeburten.
Diese gefährlichen Keime werden nur dann zuverlässig abgetötet, wenn der Fisch über mehrere Minuten bei einer Kerntemperatur von mindestens 70 °C erhitzt wird. Das bedeutet, dass jede Form von Sardellen, die roh oder nicht ausreichend erhitzt wurde, ein Tabu für Schwangere ist. Dazu zählen nicht nur offensichtlich rohe Sardellen, sondern auch geräucherte Varianten. Obwohl Räuchern eine Konservierungsmethode ist, erreicht die Temperatur während des Räucherns nicht die erforderlichen 70 °C, um alle Keime abzutöten. Daher sind geräucherte Sardellen für Schwangere nicht zu empfehlen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der für Sardellen spricht, ist ihre geringere Belastung mit Schwermetallen im Vergleich zu großen Raubfischen wie Thunfisch, Schwertfisch oder Barschen. Diese größeren Fische stehen am Ende der Nahrungskette und reichern im Laufe ihres Lebens mehr Schwermetalle wie Quecksilber an. Sardellen hingegen sind kleinere Fische, die sich hauptsächlich von Plankton ernähren und daher eine deutlich geringere Quecksilberbelastung aufweisen. Trotzdem ist es ratsam, beim Kauf auf Qualität zu achten. Bevorzuge Sardellen aus europäischen Fanggebieten, da diese strengeren Kontrollen unterliegen und bestimmte Grenzwerte für Schadstoffe nicht überschreiten dürfen.
Sardellen auf Pizza, eingelegt oder frisch – Was ist erlaubt?
Die Zubereitungsform der Sardellen spielt eine entscheidende Rolle für ihre Sicherheit in der Schwangerschaft. Lass uns die gängigsten Varianten genauer betrachten:
Sardellen auf der Pizza
Wenn du Heißhunger auf eine Pizza mit Sardellen hast, kannst du bedenkenlos zugreifen! Beim Backen im Ofen werden die Sardellen hohen Temperaturen ausgesetzt und vollständig durcherhitzt. Eventuell vorhandene Keime werden dabei zuverlässig abgetötet. Die Hitze des Ofens sorgt dafür, dass die Sardellen sicher für dich und dein Baby sind.
Eingelegte Sardellen (aus Glas oder Salzlake)
Die meisten Sardellen, die du im Supermarkt findest, sind eingelegt – oft in Öl oder Salzlake. Hier kommt es auf die Vorbehandlung an:
- Sardellen in Öl aus dem Glas: Diese sind in der Regel sicher. Die kleinen Fische werden vor dem Einlegen meist gekocht oder auf andere Weise ausreichend erhitzt, um Krankheitserreger abzutöten. Sie sind eine praktische und sichere Option für Schwangere.
- Sardellen in Salzlake: Auch hier werden mögliche Krankheitserreger durch den hohen Salzgehalt und oft eine vorherige Erhitzung zuverlässig abgetötet. Fertig eingelegte Sardellen aus dem Supermarktglas sind somit eine gute Wahl.
- Marinierte Sardellen von der Frischetheke: Hier ist Vorsicht geboten! Oft werden diese Sardellen roh mariniert, zum Beispiel in Essig oder Zitronensaft. Die Säure tötet Keime nicht zuverlässig ab, oder zumindest nicht vollständig. Für nicht-schwangere Personen mag das unbedenklich sein, aber für werdende Mamas ist das Risiko zu hoch. Verzichte auf diese Variante.
Sardellen aus der Dose
Auch wenn Sardellen aus der Dose praktisch erscheinen, solltest du hier vorsichtig sein. Das Problem liegt weniger am Fisch selbst, sondern an der Verpackung. Viele Konservendosen sind innen mit einer Beschichtung versehen, die Substanzen wie BADGE (Biphenol-A-Diglycidylether) enthalten kann. Dieses kann sich durch das Öl und Fett der Sardellen lösen und in den Fisch gelangen. BADGE steht im Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein. Um auf Nummer sicher zu gehen, sind Sardellen aus dem Glas die bessere und sicherere Wahl.
Frische Sardellen zubereiten
Möchtest du frische Sardellen zubereiten, sei es gekocht, gebraten oder frittiert, ist dies in der Schwangerschaft absolut erlaubt – vorausgesetzt, sie werden vollständig durchgegart. Achte darauf, dass der Fisch von innen heiß ist und keine rohen Stellen mehr aufweist. Ein kleiner Tipp für die Zubereitung: Um den manchmal intensiven, bitteren Geschmack frischer Sardellen zu mildern, kannst du sie vor dem Kochen für eine Weile in Wasser oder pasteurisierter Milch einlegen. Achte darauf, dass die Milch pasteurisiert ist, um das Risiko von Keimen zu vermeiden.

Vergleichstabelle: Sardellenformen in der Schwangerschaft
| Sardellenform | Sicher in der Schwangerschaft? | Begründung |
|---|---|---|
| Auf Pizza/Auflauf | Ja | Vollständige Durcherhitzung tötet Keime ab. |
| Aus dem Glas (in Öl/Salzlake) | Ja | Meist vorgekocht oder durch Lake sicher konserviert. |
| Gekocht/Gebraten/Frittiert (frisch) | Ja | Wenn vollständig durchgegart (Kerntemperatur > 70°C). |
| Roh/Nur mariniert (Frischetheke) | Nein | Keime wie Listerien werden nicht zuverlässig abgetötet. |
| Geräuchert | Nein | Räuchertemperaturen sind nicht hoch genug zur Keimtötung. |
| Aus der Dose | Vorsicht | Potenzielle Freisetzung von BADGE aus der Dosenbeschichtung. |
Die gesundheitlichen Vorteile von Sardellen für Schwangere
Abgesehen von der Sicherheit sind Sardellen auch äußerst gesund und bieten eine Fülle von Nährstoffen, die sowohl für dich als auch für die Entwicklung deines Babys von großer Bedeutung sind. Sardellen gehören zu den öligen Fischen und sind eine hervorragende Quelle für:
- Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA): Diese essenziellen Fettsäuren sind entscheidend für die optimale Entwicklung des Gehirns, der Augen und des Nervensystems deines Babys. Sie spielen auch eine wichtige Rolle bei der Stärkung des Immunsystems. Der Bedarf an Omega-3-Fettsäuren ist in der Schwangerschaft erhöht, und Sardellen sind eine wunderbare Möglichkeit, diesen Bedarf auf natürliche Weise zu decken. Wissenschaftler vermuten zudem, dass EPA und DHA dazu beitragen können, das Risiko einer Frühgeburt zu verringern.
- Selen: Dieses Spurenelement ist ein starkes Antioxidans und ebenfalls in großen Mengen in Sardellen enthalten. Selen spielt eine Rolle bei der Schilddrüsenfunktion und kann, ähnlich wie Omega-3-Fettsäuren, das Risiko von Schwangerschaftskomplikationen, einschließlich Frühgeburten, positiv beeinflussen.
- Vitamine und Mineralstoffe: Sardellen liefern auch eine Reihe weiterer wichtiger Nährstoffe, darunter Vitamin D (wichtig für Knochenentwicklung und Immunsystem), Kalzium, Eisen und verschiedene B-Vitamine, die alle eine Rolle für deine Gesundheit und die deines Babys spielen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Schwangeren, wöchentlich ein bis zwei Portionen Fisch zu essen, um den erhöhten Bedarf an Omega-3-Fettsäuren zu decken. Eine Portion Sardellen entspricht dabei etwa 85 Gramm. Sardellen sind aufgrund ihrer geringen Schwermetallbelastung und ihres hohen Nährstoffgehalts eine ausgezeichnete Wahl, um diese Empfehlung zu erfüllen. Solltest du den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren nicht ausreichend über die Ernährung decken können, kann dein Arzt dir gegebenenfalls die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln empfehlen. Sprich dies aber immer zuerst mit deinem Arzt oder deiner Hebamme ab.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Sardellen in der Schwangerschaft
Sind Sardellen die einzige sichere Fischart in der Schwangerschaft?
Nein, Sardellen sind nicht die einzige sichere Fischart. Generell sind viele Fischarten in der Schwangerschaft erlaubt, solange sie vollständig durchgegart sind. Dazu gehören beispielsweise Lachs, Hering, Kabeljau, Forelle und Scholle. Wichtig ist, große Raubfische wie Thunfisch (insbesondere frischer Thunfisch oder große Mengen aus der Dose), Schwertfisch, Heilbutt oder Haifisch wegen ihres hohen Quecksilbergehalts zu meiden oder nur sehr selten und in geringen Mengen zu konsumieren.
Wie erkenne ich, ob Sardellen gut durchgegart sind?
Durchgegarte Sardellen haben eine undurchsichtige, milchig-weiße Farbe und lassen sich leicht mit einer Gabel zerteilen. Es sollten keine rohen, glasigen oder durchscheinenden Stellen mehr sichtbar sein. Wenn du sie brätst oder frittierst, sollten sie knusprig und goldbraun sein. Bei eingelegten Sardellen aus dem Glas oder der Dose kannst du davon ausgehen, dass sie bereits sicher verarbeitet wurden.
Gibt es Alternativen zu Sardellen, um Omega-3-Fettsäuren zu bekommen?
Ja, es gibt zahlreiche andere Quellen für Omega-3-Fettsäuren, sowohl tierische als auch pflanzliche. Andere fettreiche Fische wie Lachs, Makrele und Hering sind ebenfalls hervorragende Quellen für EPA und DHA. Für Veganer oder wenn du keinen Fisch magst, gibt es pflanzliche Quellen wie Leinsamen, Chiasamen, Walnüsse und Hanfsamen, die Alpha-Linolensäure (ALA) enthalten. Der Körper kann ALA in geringen Mengen in EPA und DHA umwandeln, aber die direkte Zufuhr über Fisch oder spezielle Algenöl-Präparate ist oft effektiver. Sprich mit deinem Arzt über die beste Option für dich.
Was ist BADGE und warum ist es in Sardellen aus Dosen bedenklich?
BADGE steht für Biphenol-A-Diglycidylether und ist ein Bestandteil mancher Beschichtungen in Konservendosen, um Korrosion zu verhindern. Es handelt sich um ein Derivat von Bisphenol A (BPA), das in der Diskussion um seine potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen steht. Obwohl die Studienlage komplex ist und BADGE nicht direkt BPA ist, besteht die Sorge, dass es aus der Beschichtung in Lebensmittel übergehen und im Körper hormonähnliche Wirkungen entfalten könnte. Insbesondere in fettreichen Lebensmitteln wie Sardellen in Öl kann die Migration verstärkt sein. Aus diesem Grund wird Schwangeren empfohlen, Konservendosen, die BADGE enthalten könnten, zu meiden und stattdessen Produkte aus Glas zu bevorzugen, die als sicherer gelten.
Kann ich Sardellenpaste oder Sardellenbutter essen?
Ja, in der Regel sind Sardellenpaste und Sardellenbutter sicher, da die Sardellen für diese Produkte in der Regel erhitzt und verarbeitet wurden. Achte jedoch immer auf die Zutatenliste und die Herkunft. Wenn du unsicher bist, ob die Sardellen in der Paste oder Butter vollständig durchgegart wurden, wähle eine andere Option. Produkte aus dem Supermarkt, die industriell hergestellt werden, sind meist unbedenklich, da sie strengen Hygienevorschriften unterliegen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Sardellen können eine wertvolle und schmackhafte Ergänzung deines Speiseplans in der Schwangerschaft sein, sofern du auf die richtige Zubereitung und Herkunft achtest. Genieße die kleinen Fische in ihrer gekochten oder gebratenen Form und profitiere von ihren gesunden Inhaltsstoffen. Eine bewusste Ernährung ist ein wichtiger Grundstein für eine gesunde Schwangerschaft und die optimale Entwicklung deines Babys. Wir wünschen dir einen guten Appetit und eine wundervolle Schwangerschaft!
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