27/06/2020
Die Pizza ist weit mehr als nur ein schnelles Gericht; sie ist eine Kunstform, ein Ausdruck italienischer Kochtradition und für viele ein Stück Lebensfreude. Doch was braucht es wirklich, um eine Pizza zu backen, die nicht nur satt macht, sondern die Geschmacksknospen tanzen lässt und einen knusprigen, perfekt gebackenen Boden hat? Es sind oft die einfachen Dinge, die den größten Unterschied machen: die Auswahl der richtigen Zutaten, die nötige Geduld und ein paar bewährte Techniken. Begleiten Sie uns auf eine kulinarische Reise, die Ihnen zeigt, wie Sie zu Hause eine Pizza kreieren, die der aus Ihrer Lieblingspizzeria in nichts nachsteht – insbesondere wenn es um den feurigen Klassiker, die Pizza Diavolo, geht.

Der Schlüssel zur perfekten Pizza: Zutaten & Geduld
Die italienische Küche lehrt uns, dass wahre Meisterwerke oft aus wenigen, aber herausragenden Komponenten entstehen. Für die perfekte Pizza gilt dasselbe Prinzip. Vergessen Sie komplexe Zutatenlisten; konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und investieren Sie in Qualität.
Der Teig: Das Herzstück jeder Pizza
Ein guter Pizzateig ist das Fundament jeder großartigen Pizza. Man könnte ihn sogar als die Seele bezeichnen. Der größte Fehler, den viele Hobbybäcker machen, ist, dem Teig nicht genügend Zeit zu geben. Ähnlich wie bei Brot gilt: Je länger der Teig reift, desto komplexer und tiefer wird sein Aroma. Wir empfehlen, den Teig mindestens 24 Stunden im Voraus anzusetzen und ihn mit nur wenig Hefe im Kühlschrank reifen zu lassen. In dieser langen Ruhephase haben die Hefen ausreichend Zeit, sich langsam durch das Mehl zu 'fressen'. Dabei produzieren sie nicht nur das Kohlendioxid, das den Teig aufgehen lässt und ihm seine luftige Struktur verleiht, sondern auch eine Fülle von Aromen, die einen unvergesslichen Geschmack erzeugen. Dieser Prozess macht den Teig zudem bekömmlicher und leichter verdaulich. Wir haben festgestellt, dass es wunderbar funktioniert, eine größere Menge Teig zuzubereiten und dann über zwei Tage verteilt Pizzen zu backen. So haben Sie immer frischen, perfekt gereiften Teig zur Hand.
Für einen authentisch dünnen italienischen Pizzaboden sind die folgenden Mengen ideal. Falls Sie jedoch einen dickeren, amerikanisch anmutenden Boden bevorzugen, passen Sie die Teigmenge entsprechend an.
Zutaten Pizzateig (für 2 Pizzen / für 3 Pizzen):
- Weizenmehl 550: 250 g / 375 g
- Wasser: 170 g / 250 g
- Olivenöl: 15 g / 20 g
- Salz: 5 g / 7 g
- Frischhefe: 1,5 g / 1,5 g (Beachten Sie, dass die Hefemenge für 3 Pizzen gleich bleibt, da die Reifezeit im Kühlschrank die Arbeit der Hefe übernimmt.)
Zubereitung Pizzateig:
- Die Hefe in lauwarmem Wasser auflösen.
- In einer großen Schüssel das Hefewasser mit Weizenmehl, Olivenöl und Salz vermischen.
- Den Teig etwa 20 Minuten lang gründlich kneten, bis er glatt und elastisch ist. Er sollte sich gut von der Schüssel lösen.
- Den Teig zugedeckt 20 Minuten ruhen lassen.
- Einmal falten (den Teig von den Seiten zur Mitte hin einschlagen).
- Weitere 20 Minuten gehen lassen und erneut einmal falten.
- Danach den Teig für mindestens 24 Stunden, idealerweise bis zu 48 Stunden, abgedeckt im Kühlschrank reifen lassen. Er wird sich in dieser Zeit langsam verdoppeln.
Die Tomatensauce: Mehr als nur eine Beilage
Eine wirklich gute Tomatensauce ist das Rückgrat jeder Pizza. Während es im Handel sicherlich akzeptable Saucen gibt, sind diese oft zu flüssig und enthalten unnötige Zusatzstoffe. Eine selbstgemachte Sauce garantiert nicht nur Frische und Reinheit, sondern ermöglicht es Ihnen auch, die Konsistenz perfekt anzupassen. Eine gute Pizzasauce sollte dickflüssig sein, damit sie den Teig nicht aufweicht und die anderen Beläge nicht verwässert. Durch das lange Einkochen auf kleiner Flamme reduzieren Sie die Flüssigkeit und konzentrieren den Tomatengeschmack, was zu einer intensiven, süß-säuerlichen Note führt.
Zutaten Tomatensauce:
- 500 ml fertiges Tomatensugo (hochwertig, passierte Tomaten)
- Alternativ für selbstgemacht: 1 große Dose hochwertige geschälte Tomaten, 1 kleine Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer, etwas Oregano, optional eine Prise Zucker zum Ausgleich der Säure.
Zubereitung Tomatensauce:
- Wenn Sie fertiges Sugo verwenden, dieses auf kleiner Flamme einkochen lassen, bis es kaum noch Flüssigkeit enthält und eine dicke Konsistenz erreicht hat. Nach Geschmack nachwürzen.
- Für die alternative Zubereitung: Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in etwas Olivenöl andünsten. Die Dosentomaten hinzufügen und mit einem Löffel zerdrücken. Mit Salz, Pfeffer und Oregano würzen. Auf kleiner Flamme mindestens 30-45 Minuten köcheln lassen, bis die Sauce dickflüssig ist. Bei Bedarf pürieren Sie die Sauce für eine feinere Konsistenz.
Der Käse und der Belag: Qualität zahlt sich aus
Der Käse auf einer Pizza sollte schmelzen und Fäden ziehen, ohne zu ölig zu werden. Frischer Mozzarella, in kleine Stücke geschnitten und gut abgetropft, ist hier die beste Wahl. Er sorgt für die perfekte Textur und einen milden Geschmack, der die anderen Aromen nicht überdeckt. Und dann ist da natürlich der Belag, der jeder Pizza ihren Charakter verleiht. Bei der Pizza Diavolo ist es die Scharfe Salami, die im Mittelpunkt steht.
Pizza Diavolo: Ein feuriger Genuss
Die Pizza Diavolo ist ein wahrer Klassiker der italienischen Küche, bekannt für ihre pikante bis höllisch scharfe Note. Der Name 'Diavolo' selbst bedeutet im Italienischen 'Teufel' oder 'höllisch' und ist Programm. Sie ist die perfekte Wahl für alle, die es gerne würzig mögen und ein Geschmackserlebnis suchen, das die Sinne belebt.
Was macht die Pizza Diavolo so besonders?
Das Geheimnis der Pizza Diavolo liegt in der Kombination aus hochwertigen Zutaten und der gezielten Zugabe von Schärfe. Neben der obligatorischen scharfen Salami können optional weitere Zutaten wie eingelegte Paprika, Chiliflocken oder Chiliöl verwendet werden, um den Schärfegrad individuell anzupassen. Ob Sie eine leicht pikante oder eine wirklich 'teuflische' Pizza bevorzugen, liegt ganz in Ihrer Hand. Die Balance zwischen der Schärfe, dem milden Mozzarella und der fruchtigen Tomatensauce macht diese Pizza zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Das authentische Rezept für Pizza Diavolo – Der Bauplan für 2 Pizzen
Nachdem wir die Grundlagen für Teig und Sauce gelegt haben, widmen wir uns nun dem feurigen Belag und der finalen Zubereitung der Pizza Diavolo.
Zutaten Belag für 2 Pizza Diavolo:
- 2 Mozzarellakugeln (ca. 125g pro Kugel), gut abgetropft
- 80 g scharfe Salami (z.B. Calabrese)
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
- Getrockneter Oregano zum Bestreuen nach dem Backen
- Optional für zusätzliche Schärfe: eingelegte Chilischoten, Chiliflocken oder Chiliöl
Zubereitung am Backtag (ca. 45 Minuten ohne Ofen vorheizen):
- Vorbereitung des Belags: Den Mozzarella in sehr kleine Würfel schneiden oder zerzupfen, damit er gleichmäßig schmilzt. Die scharfe Salami in dünne Scheiben schneiden.
- Ofen und Pizzastein vorheizen: Dies ist ein entscheidender Schritt für einen knusprigen Boden. Heizen Sie Ihren Ofen mit dem Pizzastein oder einem umgedrehten Backblech auf der höchsten Stufe (mindestens 230°C Ober-/Unterhitze) vor. Ein 3 cm dicker Pizzastein benötigt etwa 45 Minuten, um die optimale Temperatur zu erreichen, ein Backblech etwa 15 Minuten. Die hohe Temperatur ist essenziell, um den 'Ofenschock' zu erzeugen, der den Teig sofort aufgehen lässt und eine knusprige Kruste bildet.
- Teig ausrollen: Nehmen Sie den gekühlten Pizzateig aus dem Kühlschrank und teilen Sie ihn in 2 (oder 3, je nach Teigmenge) gleich große Kugeln. Lassen Sie die Teigkugeln etwa 15 Minuten bei Raumtemperatur entspannen, damit sie sich leichter verarbeiten lassen. Drücken Sie die erste Teigkugel mit dem Handballen flach und rollen Sie sie dann mit den Händen oder einem Nudelholz sehr dünn aus. Versuchen Sie, eine runde Form zu erzielen. Arbeiten Sie dabei auf einer leicht bemehlten Fläche oder, noch besser, auf Backpapier oder einem bemehlten Pizzaschieber, um die Pizza später leichter in den Ofen zu befördern.
- Pizza belegen: Bestreichen Sie den dünn ausgerollten Teig gleichmäßig mit der eingekochten Tomatensauce, lassen Sie dabei einen kleinen Rand frei. Verteilen Sie anschließend den gewürfelten Mozzarella darüber. Salzen und pfeffern Sie leicht. Belegen Sie die Pizza nun großzügig mit den Scheiben der scharfen Salami. Wer es noch schärfer mag, kann jetzt die optionalen Chilischoten, -flocken oder etwas Chiliöl hinzufügen.
- Backen: Schieben Sie die belegte Pizza vorsichtig mit einem Pizzaschieber oder dem Backpapier direkt auf den heißen Pizzastein oder das vorgeheizte Backblech im Ofen. Backen Sie die Pizza für etwa 8-12 Minuten, je nach Ofen und gewünschtem Bräunungsgrad. Der Rand sollte goldbraun und knusprig sein, der Käse geschmolzen und leicht gebräunt.
- Finalisieren & Servieren: Nehmen Sie die Pizza aus dem Ofen und bestreuen Sie sie sofort mit etwas getrocknetem Oregano. Servieren Sie die Pizza Diavolo heiß und genießen Sie den feurigen Genuss. Verfahren Sie anschließend mit der zweiten (und gegebenenfalls dritten) Pizza genauso.
Der Pizzastein: Für den ultimativen Knusperboden
Ein Geheimnis für eine Pizza mit perfektem, knusprigem Boden, wie man ihn aus den besten Pizzerien kennt, ist der Einsatz eines Pizzasteins. Während ein normales Backblech die Wärme nur langsam abgibt und der Boden oft weich bleibt, speichert ein Pizzastein eine enorme Menge an Wärme und gibt diese schlagartig an den Teig ab, sobald die Pizza darauf platziert wird. Dieser 'Hitzeschock' sorgt dafür, dass der Teig sofort aufgeht und eine unglaublich knusprige Kruste entwickelt, die innen dennoch luftig bleibt. Besonders empfehlenswert sind 3 cm dicke Schamottsteine, die eine hervorragende Wärmespeicherkapazität besitzen. Ihr einziger Nachteil ist die längere Aufheizzeit von etwa 45 Minuten. Dünnere Steine sind schneller einsatzbereit, aber auch bruchanfälliger. Als Notlösung kann man ein Backblech im Ofen vorheizen, aber das Ergebnis mit einem Stein ist um Welten besser.
| Merkmal | Pizzastein | Backblech (vorgeheizt) |
|---|---|---|
| Knusprigkeit des Bodens | Hervorragend, sehr knusprig | Akzeptabel, aber oft weniger knusprig |
| Wärmespeicherung | Sehr hoch, gibt Wärme schnell ab | Geringer, gibt Wärme langsamer ab |
| Aufheizzeit (3 cm Stein) | Ca. 45 Minuten | Ca. 15 Minuten |
| Ergebnis | Authentisch, wie aus dem Steinofen | Gutes Heimergebnis, aber kein Vergleich zum Stein |
| Bruchanfälligkeit | Höher bei dünneren Steinen | Sehr gering |
Häufig gestellte Fragen zur Pizza Diavolo
Woher stammt die Pizza Diavolo?
Obwohl viele Regionen Italiens ihre eigenen Pizzaspezialitäten haben, deutet vieles darauf hin, dass die Pizza Diavolo ihren Ursprung in Kalabrien hat, einer Region im Südwesten Italiens, die berühmt für ihre scharfe Küche ist. Kalabrien ist bekannt für seine würzigen Salamis, insbesondere die 'Nduja, eine streichfähige scharfe Salami, und andere Peperoni-verfeinerte Wurstwaren. Es ist daher naheliegend, dass die Idee, eine Pizza mit einer solchen feurigen Salami zu belegen, dort entstand. Die Bewohner Kalabriens lieben die Schärfe, und so ist es nicht verwunderlich, dass sie Wege gefunden haben, diese Leidenschaft auch auf ihre Pizzen zu übertragen. Der Schärfegrad kann durch die Zugabe von eingelegten Paprika, Peperoni, Chiliflocken oder einem Schuss Chiliöl noch weiter gesteigert werden, ganz nach individuellem Geschmack.
Pizza Diavolo oder Pizza Diavola? Was ist richtig?
Diese Frage führt oft zu Verwirrung, besonders wenn man Pizza in Italien bestellt. Im Italienischen ist das Wort 'Pizza' feminin. Adjektive im Italienischen passen sich in Geschlecht und Zahl an das Nomen an, auf das sie sich beziehen. Daher wäre die korrekte grammatikalische Form für 'teuflische Pizza' im Italienischen 'pizza diavola' oder 'pizza alla diavola' (wörtlich 'Pizza nach Teufelsart'). In Deutschland und vielen anderen Ländern hat sich jedoch die maskuline Form 'Pizza Diavolo' durchgesetzt. Dies könnte eine Verkürzung von 'pizza del diavolo' ('Pizza des Teufels') sein oder einfach eine Anpassung, da der Begriff 'Diavolo' als Eigenname für diese spezielle Pizza verstanden wird, unabhängig von der grammatikalischen Regel. Beide Bezeichnungen sind gebräuchlich, aber wenn Sie in Italien sind und Authentizität wünschen, fragen Sie nach einer 'Pizza Diavola'.
Schlussfolgerung
Die Zubereitung einer perfekten Pizza zu Hause mag zunächst nach viel Aufwand klingen, aber wie Sie gesehen haben, sind es vor allem die simplen Prinzipien von Geduld, Qualität der Zutaten und der richtige Einsatz von Werkzeugen wie dem Pizzastein, die den Unterschied ausmachen. Die Pizza Diavolo ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie eine klassische Rezeptur mit Leidenschaft und den richtigen Handgriffen zu einem unvergesslichen Geschmackserlebnis wird. Es ist eine lohnende Erfahrung, die Frische und den unvergleichlichen Geschmack einer selbstgemachten Pizza zu genießen, frei von künstlichen Zusatzstoffen und ganz nach Ihrem persönlichen Geschmack kreiert. Trauen Sie sich und verwandeln Sie Ihre Küche in Ihre persönliche Pizzeria!
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