Wie viele schmackhafte Schinken Pizza Rezepte gibt es?

Schinken auf Pizza: Sorten, Qualität & Genuss

16/11/2019

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Die Pizza, ein kulinarisches Meisterwerk italienischer Herkunft, verdankt ihren weltweiten Erfolg nicht nur dem knusprigen Teig, der fruchtigen Tomatensauce und dem schmelzenden Käse, sondern auch den unzähligen Belagsvariationen. Unter den beliebtesten und vielseitigsten Zutaten nimmt der Schinken einen Ehrenplatz ein. Doch Schinken ist nicht gleich Schinken. Die Wahl der richtigen Sorte kann den Charakter einer Pizza entscheidend prägen und von einem einfachen Gericht zu einem wahren Gaumenschmaus verwandeln. Tauchen wir ein in die vielschichtige Welt des Schinkens und entdecken Sie, welche Sorten sich besonders gut für Ihre Pizza eignen und wie Sie das Beste aus diesem Klassiker herausholen.

Wie kann man Pizza backen?
Teig mit Tomatensauce bestreichen und mit Käse bestreuen. Pizza mit Champignons, Zwiebel, Schinken, Paprika und Oliven belegen. Pizza im Backofen ca. 20 Min. auf mittlerer Schiene goldbraun backen. Nach Belieben mit frischem Oregano bestreuen und servieren. Anstatt Kochschinken kann auch Rohschinken verwendet werden.
Inhaltsverzeichnis

Was ist Schinken eigentlich? Eine kurze Einführung

Bevor wir uns den verschiedenen Schinkensorten widmen, ist es hilfreich zu verstehen, was Schinken im Grunde ist. Schinken bezeichnet in der Regel ein Fleischprodukt, das aus dem Keulenfleisch (Hinterbein) des Schweins gewonnen wird. Es gibt jedoch auch Schinken aus anderen Fleischsorten wie Rind oder Geflügel. Die Herstellung von Schinken ist ein uraltes Handwerk, das ursprünglich dazu diente, Fleisch haltbar zu machen. Die grundlegenden Schritte umfassen das Salzen, Pökeln (mit Nitritpökelsalz oder Meersalz), und je nach Sorte, das Räuchern oder Lufttrocknen. Diese Prozesse verleihen dem Schinken nicht nur seine charakteristische Haltbarkeit, sondern auch sein einzigartiges Aroma, seine Farbe und Textur. Die Art der Verarbeitung – ob gekocht, geräuchert oder luftgetrocknet – bestimmt maßgeblich den Geschmack und die Konsistenz des Endprodukts und somit auch seine Eignung für verschiedene kulinarische Anwendungen, insbesondere für die Pizza.

Die Vielfalt des Schinkens: Kochschinken vs. Rohschinken

Im Wesentlichen lassen sich Schinkensorten in zwei Hauptkategorien unterteilen: Kochschinken und Rohschinken. Beide haben ihre spezifischen Eigenschaften und Vorzüge, die sie für unterschiedliche Pizzen und Geschmacksvorlieben prädestinieren.

Kochschinken: Der Allrounder für die Pizza

Kochschinken, wie der Name schon sagt, wird vor dem Verzehr gekocht oder gebrüht. Er zeichnet sich durch seine zarte Textur, seinen milden, leicht salzigen Geschmack und seine rosige Farbe aus. Kochschinken ist oft saftiger als Rohschinken und weniger intensiv im Aroma, was ihn zu einem idealen Begleiter für eine Vielzahl von Pizzen macht, bei denen der Schinken nicht zu dominant sein soll. Er ist die klassische Wahl für die beliebte Pizza Prosciutto oder Pizza Funghi e Prosciutto. Zu den bekanntesten Varianten gehören:

  • Formvorderschinken: Oft aus dem Schulterbereich des Schweins, gepresst und gebrüht. Er ist preiswerter und hat eine gleichmäßige Textur.
  • Saftschinken oder Hinterschinken: Hergestellt aus der Keule des Schweins, oft von höherer Qualität und mit ausgeprägterem Fleischgeschmack. Er ist besonders zart und saftig.
  • Prager Schinken: Ein geräucherter und gekochter Schinken, der oft eine leicht süßliche Note hat.

Kochschinken behält seine Saftigkeit auch bei hohen Backtemperaturen gut bei und wird nicht trocken oder zäh. Er harmoniert hervorragend mit mildem Käse wie Mozzarella, frischen Pilzen oder süßen Komponenten wie Ananas (für die Liebhaber der Pizza Hawaii).

Rohschinken: Die edle Note für Kenner

Rohschinken hingegen wird nicht gekocht, sondern durch Salzen, Pökeln und eine lange Lufttrocknung gereift. Dieser Reifeprozess, der Monate bis Jahre dauern kann, verleiht dem Rohschinken seinen intensiven, komplexen Geschmack, seine feste Textur und sein unverwechselbares Aroma. Er ist oft dunkler in der Farbe und hat eine deutliche Marmorierung. Rohschinken wird in der Regel dünn aufgeschnitten und ist eine exquisite Zutat für Gourmet-Pizzen, die von kräftigen, würzigen Noten leben. Bekannte Sorten sind:

  • Prosciutto Crudo (Parma oder San Daniele): Der wohl bekannteste italienische Rohschinken. Prosciutto di Parma ist mild-süßlich und zart, während Prosciutto di San Daniele oft etwas intensiver und würziger ist. Beide sind luftgetrocknet und von außergewöhnlicher Qualität.
  • Jamón Serrano / Ibérico: Spanische Rohschinken, die sich durch ihren nussigen, intensiven Geschmack auszeichnen. Jamón Ibérico, besonders der „Pata Negra“, gilt als König der Schinken und ist extrem aromatisch.
  • Schwarzwälder Schinken: Ein deutscher Rohschinken, der über Tannen- oder Fichtenholz kalt geräuchert wird. Er hat ein kräftiges, rauchiges Aroma und eine dunkle Rinde.
  • Ardenner Schinken: Ein belgischer oder luxemburgischer Schinken, der oft leicht geräuchert und dann luftgetrocknet wird, was ihm ein würziges, aber nicht zu dominantes Aroma verleiht.

Rohschinken sollte idealerweise erst nach dem Backen auf die Pizza gelegt werden, da die Hitze seine feinen Aromen zerstören und ihn trocken und salzig machen kann. So bleibt seine zarte Textur und sein intensiver Geschmack erhalten. Er passt hervorragend zu Rucola, frischen Tomaten, Parmesan oder Feigen.

Schinken auf der Pizza: Wann, welcher und wie?

Die Entscheidung, welchen Schinken man verwendet und wann man ihn auf die Pizza gibt, ist entscheidend für das Endergebnis.

Der richtige Zeitpunkt: Vor oder nach dem Backen?

Dies ist eine der am häufigsten gestellten Fragen, wenn es um Schinken auf Pizza geht, und die Antwort hängt von der Schinkensorte ab:

  • Kochschinken: Kann bedenkenlos vor dem Backen auf die Pizza gelegt werden. Seine Saftigkeit bleibt erhalten, und er nimmt die Aromen der anderen Zutaten gut auf. Er wird leicht knusprig an den Rändern, bleibt aber in der Mitte weich.
  • Rohschinken: Sollte in den meisten Fällen nach dem Backen auf die heiße Pizza gelegt werden. Die Restwärme der Pizza bringt die Aromen des Rohschinkens zur Entfaltung, ohne ihn zu „kochen“ oder seine Textur zu verändern. Dies bewahrt die zarte Schmelzfähigkeit und die komplexen Geschmacksnoten. Eine Ausnahme könnte sein, wenn man eine sehr knusprige Textur wünscht, aber selbst dann sollte er nur kurz vor Ende der Backzeit hinzugefügt werden.

Die perfekte Harmonie: Welcher Schinken zu welcher Pizza?

Die Wahl des Schinkens sollte den anderen Zutaten und dem gewünschten Geschmacksprofil der Pizza entsprechen:

  • Für klassische Pizzen (Prosciutto, Funghi): Hier ist Kochschinken die erste Wahl. Sein mildes Aroma überlagert nicht die Pilze oder die Tomatensauce und sorgt für eine ausgewogene Geschmackskombination.
  • Für rustikale oder rauchige Pizzen: Schwarzwälder Schinken oder geräucherter Kochschinken passen hervorragend zu Zwiebeln, Kartoffeln oder Gorgonzola.
  • Für edle Gourmet-Pizzen (z.B. mit Rucola, Parmesan, Feigen): Hier glänzt der Rohschinken. Prosciutto Crudo, Jamón Serrano oder Ibérico fügen eine salzig-nussige, umami-reiche Tiefe hinzu, die perfekt mit frischen, leicht bitteren oder süßen Komponenten harmoniert.
  • Für Experimentierfreudige: Auch Entenschinken oder Gänsebrustschinken können interessante, luxuriöse Akzente setzen, meist ebenfalls nach dem Backen auf die Pizza gelegt.

Qualitätsmerkmale: Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Die Qualität des Schinkens hat einen direkten Einfluss auf den Geschmack Ihrer Pizza. Achten Sie beim Kauf auf folgende Merkmale:

  • Herkunft und Reifung: Bei Rohschinken sind Herkunftsbezeichnungen wie „DOP“ (Denominazione d'Origine Protetta) oder „geschützte geografische Angabe“ ein Qualitätsmerkmal. Eine lange, natürliche Reifung deutet auf einen komplexeren Geschmack hin.
  • Farbe und Marmorierung: Kochschinken sollte eine gleichmäßige, zartrosa Farbe haben. Rohschinken darf dunkler sein, mit einer schönen, feinen Fettmarmorierung, die für Saftigkeit und Geschmack sorgt.
  • Geruch und Textur: Der Schinken sollte frisch und angenehm riechen. Kochschinken sollte zart und nicht zu faserig sein. Rohschinken sollte sich fest, aber geschmeidig anfühlen und beim Aufschneiden nicht zerfallen.
  • Zutatenliste: Weniger ist oft mehr. Hochwertiger Schinken benötigt nur Salz, Gewürze und Zeit. Vermeiden Sie Produkte mit vielen Zusatzstoffen.

Lagerung und Haltbarkeit von Schinken

Die richtige Lagerung ist entscheidend, um die Qualität und den Geschmack Ihres Schinkens zu bewahren, bis er auf Ihrer Pizza landet:

  • Kochschinken: Sollte immer gekühlt gelagert werden (0-7°C) und innerhalb weniger Tage nach dem Öffnen verbraucht werden. Vakuumverpackter Schinken hält sich ungeöffnet länger.
  • Aufgeschnittener Rohschinken: Am besten in Wachspapier oder Frischhaltefolie eingewickelt im Kühlschrank lagern. Er neigt dazu, schnell auszutrocknen. Innerhalb weniger Tage verbrauchen.
  • Ganzer Rohschinken (am Knochen): Kann bei richtiger Lagerung (kühl, dunkel, gut belüftet, nicht im Kühlschrank) über Monate haltbar sein. Nach dem Anschnitt sollte die Schnittfläche mit Frischhaltefolie oder einem Tuch abgedeckt werden, um Austrocknung und Oxidation zu vermeiden.

Achten Sie immer auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und verlassen Sie sich auf Ihre Sinne: Wenn der Schinken ungewöhnlich riecht, verfärbt ist oder schleimig wirkt, sollten Sie ihn nicht mehr verwenden.

Vergleichstabelle: Die beliebtesten Schinkensorten für Pizza

Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, hier eine Übersicht der gängigsten Schinkensorten und ihrer Eigenschaften im Kontext der Pizza:

SchinkensorteTypGeschmacksprofilTexturEinsatz auf PizzaKlassische Pizza-Kombinationen
Kochschinken (Hinterschinken)GekochtMild, leicht salzig, fleischigZart, saftigVor dem BackenPizza Prosciutto, Pizza Funghi, Pizza Hawaii
Prosciutto di ParmaRohschinken (luftgetrocknet)Mild, süßlich, nussig, komplexZartschmelzend, weichNach dem BackenPizza mit Rucola & Parmesan, Pizza mit Feigen & Ziegenkäse
Jamón SerranoRohschinken (luftgetrocknet)Intensiv, würzig, leicht salzigFest, aber zartNach dem BackenPizza mit Oliven & Manchego, Pizza mit Paprika
Schwarzwälder SchinkenRohschinken (geräuchert)Kräftig, rauchig, würzigFest, leicht zähNach dem Backen (oder kurz vor Ende)Pizza mit Zwiebeln & Champignons, Pizza mit Spargel
FormvorderschinkenGekocht, gepresstSehr mild, leicht salzigGleichmäßig, weichVor dem BackenKinderpizza, einfache Margherita mit Schinken

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema Schinken auf Pizza

Frage 1: Kann ich jeden Schinken auf Pizza verwenden?

Antwort: Theoretisch ja, aber nicht jeder Schinken ist ideal. Für optimale Ergebnisse sollten Sie die Unterschiede zwischen Koch- und Rohschinken berücksichtigen. Kochschinken ist vielseitiger für das direkte Backen auf der Pizza, während Rohschinken seine besten Aromen entfaltet, wenn er erst nach dem Backen hinzugefügt wird. Schinken mit sehr hohem Fettanteil kann beim Backen zu stark schrumpfen oder zu fettig werden.

Frage 2: Sollte Schinken vor oder nach dem Backen hinzugefügt werden?

Antwort: Kochschinken kann vor dem Backen hinzugefügt werden, da er seine Saftigkeit behält und leicht knusprig wird. Rohschinken (wie Prosciutto oder Serrano) sollte idealerweise nach dem Backen auf die heiße Pizza gelegt werden. Die Hitze der Pizza bringt seine Aromen zur Entfaltung, ohne ihn auszutrocknen oder seine feine Textur zu zerstören.

Frage 3: Was ist der Unterschied zwischen Kochschinken und Rohschinken?

Antwort: Der Hauptunterschied liegt in der Verarbeitung. Kochschinken wird gekocht oder gebrüht und ist dadurch zarter und milder. Rohschinken wird gesalzen, gepökelt und luftgetrocknet (oft auch geräuchert), was ihm einen intensiveren, komplexeren Geschmack und eine festere, aber zartschmelzende Textur verleiht. Rohschinken hat in der Regel auch eine längere Reifezeit.

Frage 4: Welcher Schinken ist am besten für eine klassische Pizza Prosciutto?

Antwort: Für eine klassische Pizza Prosciutto wird in der Regel ein hochwertiger Kochschinken, oft Hinterschinken oder Saftschinken, verwendet. Seine Milde und Saftigkeit ergänzen die Tomatensauce und den Mozzarella perfekt, ohne zu dominieren.

Frage 5: Ist Schinken auf Pizza gesund?

Antwort: Schinken ist eine gute Proteinquelle, enthält aber auch Salz und Fett. In Maßen genossen, ist er Teil einer ausgewogenen Ernährung. Die Gesundheitsaspekte hängen stark von der Menge und der Gesamtzusammensetzung der Pizza ab. Vollkornteig und viel Gemüse können die Pizza gesünder machen.

Die Welt des Schinkens ist reich und vielfältig, und die Wahl der richtigen Sorte kann Ihre Pizza von einem guten Essen zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Experimentieren Sie mit verschiedenen Schinkensorten und entdecken Sie Ihre persönliche Lieblingskombination. Ob mild und saftig oder intensiv und würzig – der Schinken ist und bleibt ein unverzichtbarer Bestandteil der Pizza-Kultur. Guten Appetit!

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