Wie macht man italienischen Pizzateig?

Der Pizzastein: Dein Weg zur perfekten Pizza

24/01/2020

Rating: 3.92 (1594 votes)

Träumst du von einer Pizza, die nicht nur schmeckt, sondern auch die perfekte knusprige Kruste hat, so wie direkt aus einem italienischen Holzofen? Viele Hobbybäcker stehen vor der Herausforderung, diese Qualität zu Hause zu erreichen. Doch das Geheimnis liegt oft nicht nur im Rezept, sondern in einem unscheinbaren Küchenutensil: dem Pizzastein. Dieses wärmespeichernde Wunderwerkzeug kann deine Pizza-Ergebnisse grundlegend verändern. In diesem umfassenden Leitfaden tauchen wir tief in die Welt des Pizzasteins ein und zeigen dir, wie du ihn optimal nutzt, um Pizzen zu backen, die deine Freunde und Familie staunen lassen werden.

Wie kann man eine Pizza backen?
Bestreuen Sie die Arbeitsfläche mit Mehl oder Semola und formen Sie aus den Pizzakugeln eine Pizza. Belegen Sie die Pizza nach Geschmack (weniger ist hier oft mehr) und backen Sie sie im vorgeheizten Backofen auf dem heißen Stein für etwa 4 bis 5 Minuten. ZUTATEN Pizza typische Kräuter (Oregano, Basilikum…) BUON APPETITO

Ein Pizzastein ist weit mehr als nur eine Unterlage für deine Pizza. Er ist ein thermischer Speicher, der während des Vorheizens eine enorme Menge an Hitze aufnimmt und diese dann gleichmäßig an den Pizzaboden abgibt. Dies simuliert die Bedingungen eines traditionellen Steinofens. Der direkte und intensive Kontakt des Teigs mit der heißen Oberfläche führt zu einer schnellen Ausdehnung des Teiges und einer sofortigen Verdampfung der Feuchtigkeit im Boden. Das Ergebnis ist eine herrlich luftige und gleichzeitig unglaublich knusprige Kruste, die man auf einem normalen Backblech niemals erreichen würde.

Inhaltsverzeichnis

Wo finde ich den richtigen Pizzastein?

Die Suche nach dem passenden Pizzastein kann an verschiedenen Orten beginnen. Am häufigsten wirst du fündig im gut sortierten Küchenfachhandel. Hier gibt es eine breite Auswahl an Modellen, die speziell für den Einsatz im Backofen konzipiert sind. Eine weitere, oft übersehene Option ist die Anschaffung einer maßgeschneiderten Platte aus Granit oder Marmor. Diese Natursteine können bei Steinmetzen oder in Baumärkten zugeschnitten werden, sodass sie perfekt auf dein Backofengitter passen. Achte darauf, dass der Stein für Lebensmittel geeignet und unbehandelt ist.

Pizzasteine werden aus verschiedenen Materialien hergestellt, jedes mit seinen eigenen Vor- und Nachteilen. Die gängigsten Materialien sind Cordierit, Keramik, Naturstein (wie Granit oder Schamott) und in jüngerer Zeit auch Pizzastahl. Die Wahl des Materials beeinflusst die Wärmeleitfähigkeit, die Haltbarkeit und natürlich den Preis. Es lohnt sich, die Unterschiede zu kennen, um die beste Entscheidung für deine Backgewohnheiten zu treffen.

Vergleichstabelle: Materialarten von Pizzasteinen

MaterialVorteileNachteileEmpfohlen für
CordieritSehr gute Wärmespeicherung, robust gegen Temperaturschocks, langlebig.Kann bei Stürzen brechen, vergleichsweise teuer.Häufige Nutzung, authentische Ergebnisse.
Keramik/SchamottGute Wärmespeicherung, oft preisgünstiger als Cordierit.Sehr zerbrechlich, kann bei schnellen Temperaturwechseln Risse bekommen.Gelegentliche Nutzung, Einsteiger.
Granit/MarmorNatürlich, sehr robust, ästhetisch ansprechend, gute Wärmespeicherung.Sehr schwer, längere Aufheizzeit, kann porös sein (Feuchtigkeitsaufnahme).Wer Wert auf Optik und Robustheit legt.
PizzastahlExtrem hohe Wärmeleitfähigkeit, unzerstörbar, sehr schnelle Backzeiten.Sehr schwer, teuer, kann sehr dunkel backen, braucht Erfahrung.Profis, Liebhaber extrem knuspriger Pizzen.

Egal für welches Material du dich entscheidest, das Prinzip bleibt dasselbe: Der Stein muss ausreichend Hitze aufnehmen, um seine Funktion optimal zu erfüllen. Das ist der Schlüssel zur perfekten Pizza.

Die Kunst des Pizzabackens mit Umberto Napolitanos Rezept

Nachdem wir uns mit dem Pizzastein vertraut gemacht haben, widmen wir uns nun dem Herzstück jeder guten Pizza: dem Teig. Umberto Napolitano, ein Meister seines Fachs, teilt ein fantastisches Rezept, das speziell auf das Backen mit einem Steinofen oder Backstein zugeschnitten ist. Die Qualität des Teiges ist entscheidend für das Endergebnis.

Der perfekte Teig: Zutaten und erste Schritte

Für Umbertos Teig benötigst du:

  • 500 g Mehl Typ 405 (idealerweise Frießinger-Mühle Tipo 00)
  • 12,5 g Meeressalz
  • 1 g Trockenhefe
  • 5 ml Olivenöl extra vergine
  • mind. 300 ml kaltes Wasser (17-18 Grad Celsius)

Die Zubereitung beginnt mit der sorgfältigen Mischung der trockenen Zutaten. Gib das Mehl und die Trockenhefe in eine große Schüssel. Füge nun schrittweise das kalte Wasser hinzu. Die niedrige Wassertemperatur ist wichtig, da sie eine langsamere und kontrolliertere Gärung ermöglicht, was dem Teig mehr Aroma verleiht. Beginne mit einem Handrührgerät zu kneten, etwa für eine Minute, bis sich die Zutaten grob verbunden haben. Anschließend gibst du das Salz hinzu und knetest für eine weitere Minute. Zum Schluss kommt das Olivenöl dazu. Knete den Teig weiter, bis er vollkommen klumpenfrei, homogen und glatt ist. Dies kann einige Minuten dauern. Ein gut gekneteter Teig entwickelt ausreichend Gluten, was für die spätere Elastizität und die luftige Textur unerlässlich ist.

Die Teigruhe: Geduld ist eine Tugend

Nachdem der Teig fertig geknetet ist, ist Geduld gefragt. Lasse den Teig abgedeckt mindestens 4 Stunden bei Raumtemperatur gehen. Diese erste Teigruhe ist entscheidend für die Geschmacksentwicklung und die Lockerheit des Teigs. Der Teig sollte sein Volumen deutlich vergrößern.

Wo kann ich Pizza-Steine kaufen?

Pizzakugeln formen und zweite Ruhezeit

Nach der ersten Ruhezeit ist es an der Zeit, den Teig in Portionen zu teilen. Forme den Teig in ca. 250 g schwere Pizzakugeln. Diese Größe ist ideal für eine typische Einzelpizza. Lege die geformten Kugeln wieder abgedeckt bei Raumtemperatur beiseite und lasse sie nochmals 1 bis 2 Stunden ruhen. Dies entspannt den Teig und macht ihn leichter formbar.

Umbertos Geheimtipp für noch mehr Aroma

Für alle, die noch mehr Geschmack aus ihrem Teig herausholen möchten, hat Umberto einen besonderen Tipp: Nach der ersten Stunde Gärung bei Raumtemperatur kannst du den Teig in einen Behälter geben und ihn für mindestens 10 Stunden im Kühlschrank gehen lassen. Die kalte, lange Gärung entwickelt noch komplexere Aromen und eine feinere Textur.

Die perfekte Tomatensauce

Was wäre eine Pizza ohne die richtige Sauce? Hier ist Umbertos einfache, aber geschmackvolle Rezeptur:

  • 1 Dose geschälte Tomaten (400g)
  • Basilikum (frisch, wenn möglich)
  • 5 g Salz
  • 1 EL Olivenöl
  • Pizzatypische Kräuter (Oregano, zusätzliches Basilikum)

Gib die geschälten Tomaten in eine Schüssel. Würze sie mit Salz und Pfeffer. Schneide das Basilikum grob und füge es den Tomaten hinzu. Verwende einen Pürierstab, um die Mischung leicht zu zerkleinern. Wichtig ist, die Sauce nicht zu fein zu pürieren; eine leicht stückige Konsistenz ist ideal. Abschließend einen Schuss Olivenöl und die weiteren Kräuter hinzufügen. Weniger ist hier oft mehr, um den natürlichen Geschmack der Tomaten hervorzuheben.

Die Backvorbereitung: Der Schlüssel zur Knusprigkeit

Die richtige Vorbereitung des Backofens und des Pizzasteins ist absolut entscheidend für das Gelingen deiner Pizza. Ohne einen ausreichend heißen Stein wird deine Pizza nicht die gewünschte Knusprigkeit erreichen.

Schiebe den Pizzastein auf einem Backofengitter auf die mittlere Schiene deines Backofens. Heize den Backofen mit dem Stein auf die maximale Temperatur vor, die dein Ofen erreichen kann – idealerweise 250 Grad Celsius oder mehr. Es ist unerlässlich, den Stein mindestens eine halbe Stunde, besser noch 45 bis 60 Minuten, vorzuheizen. Nur so kann der Stein die notwendige Hitze speichern, die er dann beim Backen an den Pizzaboden abgibt.

Während der Ofen und der Stein aufheizen, kannst du die Pizzakugeln vorbereiten. Bestreue deine Arbeitsfläche großzügig mit Mehl oder Hartweizengrieß. Nimm eine Pizzakugel und forme sie vorsichtig von der Mitte nach außen zu einem dünnen Fladen. Versuche dabei, den Rand etwas dicker zu lassen, um eine schöne Kruste zu erhalten. Belege die Pizza nun nach Geschmack. Umberto betont: Weniger ist hier oft mehr! Eine überladene Pizza backt nicht so gut durch und kann den Boden feucht machen.

Das Backen auf dem heißen Stein

Sobald der Ofen und der Stein die gewünschte Temperatur erreicht haben und deine Pizza belegt ist, ist der Moment des Backens gekommen. Schiebe die belegte Pizza vorsichtig auf den heißen Stein. Hierfür ist eine Pizzaschaufel oder ein Pizzaschieber sehr hilfreich. Bestreue die Schaufel vorher ebenfalls mit etwas Mehl oder Grieß, damit die Pizza leichter vom Schieber gleitet.

Wo kann ich Pizza-Steine kaufen?
Pizza-Steine gibt es im gut sortierten Küchenfachhandel zu kaufen. Man kann sich aber auch eine Granit- oder Marmorplatte in Größe des Backofengitters zuschneiden lassen. 2. Mehl, Salz und Hartweizengr� in einer Schüssel vermischen. Zucker und Hefe im lauwarmen Wasser auflösen und die Mischung einige Minuten ruhen lassen.

Die Backzeit auf dem heißen Stein ist erstaunlich kurz. Im vorgeheizten Backofen auf dem heißen Stein benötigt die Pizza nur etwa 4 bis 5 Minuten. Behalte sie im Auge: Die Ränder sollten schön goldbraun werden und der Käse Blasen werfen und leicht gebräunt sein. Die kurze Backzeit bei hoher Temperatur sorgt für die perfekte Textur – außen knusprig, innen weich und luftig.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Pizzastein

Wie reinige ich meinen Pizzastein richtig?

Ein Pizzastein sollte niemals mit Spülmittel gereinigt werden, da er porös ist und das Spülmittel aufnehmen könnte, was den Geschmack deiner nächsten Pizza beeinträchtigen würde. Lasse den Stein nach dem Gebrauch vollständig abkühlen. Anschließend kannst du eingebrannte Reste einfach mit einem Spachtel, einer Bürste oder einem feuchten Tuch abkratzen oder abwischen. Bei stärkeren Verschmutzungen kann der Stein bei sehr hoher Temperatur im Ofen 'ausgebrannt' werden, wodurch Rückstände zu Asche verbrennen, die sich dann leicht entfernen lässt.

Muss ich den Pizzastein vor dem ersten Gebrauch einölen?

Nein, das ist nicht notwendig und sogar kontraproduktiv. Ein Pizzastein sollte nicht eingeölt werden, da das Öl bei den hohen Temperaturen verbrennen und Rauch entwickeln kann. Zudem bildet sich mit der Zeit eine natürliche Patina auf dem Stein, die ihn zusätzlich antihaftend macht.

Kann ich Backpapier auf dem Pizzastein verwenden?

Es ist nicht ideal, Backpapier auf dem Pizzastein zu verwenden. Der direkte Kontakt des Teigs mit dem heißen Stein ist entscheidend für die schnelle Feuchtigkeitsverdampfung und die knusprige Kruste. Backpapier würde diese direkte Wärmeübertragung behindern. Verwende stattdessen ausreichend Mehl oder Hartweizengrieß auf deiner Pizzaschaufel, um die Pizza problemlos auf den Stein zu bekommen.

Was tun, wenn meine Pizza am Stein klebt?

Meistens klebt die Pizza, weil der Stein nicht heiß genug war oder nicht genug Mehl/Grieß auf der Schaufel verwendet wurde. Stelle sicher, dass der Stein lange genug und auf höchster Temperatur vorgeheizt wurde. Verwende eine gute Menge Hartweizengrieß oder feines Mehl unter dem Teig und auf der Pizzaschaufel. Arbeite schnell, um die Pizza auf den Stein zu bekommen, bevor der Teig an der Schaufel kleben bleibt.

Kann ich den Pizzastein auch für andere Backwaren verwenden?

Absolut! Ein Pizzastein ist hervorragend geeignet, um Brot, Brötchen oder Fladenbrote mit einer wunderbar knusprigen Kruste zu backen. Er funktioniert ähnlich wie ein Backofenstein für Brot und sorgt für eine bessere Hitzeverteilung und Feuchtigkeitsabsorption.

Warum wird meine Pizza nicht knusprig, obwohl ich einen Pizzastein benutze?

Die häufigsten Gründe sind:

  • Der Stein war nicht heiß genug: Er muss mindestens 30-60 Minuten auf höchster Temperatur vorgeheizt werden.
  • Zu viel Belag: Eine überladene Pizza gibt zu viel Feuchtigkeit ab und der Boden wird nicht knusprig. Weniger ist oft mehr.
  • Zu feuchter Teig oder zu viel Sauce: Achte auf die richtigen Mengenangaben und lasse die Sauce nicht zu wässrig sein.
  • Ofentür zu oft geöffnet: Jedes Öffnen der Ofentür lässt wertvolle Hitze entweichen. Versuche, die Tür so wenig wie möglich zu öffnen.

Mit diesen Tipps und dem fantastischen Rezept von Umberto Napolitano bist du bestens gerüstet, um Pizzen zu backen, die selbst anspruchsvolle Gaumen beeindrucken. Der Pizzastein ist eine Investition, die sich lohnt und dir den Weg zu unzähligen knusprigen, aromatischen Pizzen ebnet. Guten Appetit!

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Der Pizzastein: Dein Weg zur perfekten Pizza kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Pizza besuchen.

Go up