Welche Lebensmittel können einen Blähbauch auslösen?

Blähbauch adé: Lebensmittel & Hausmittel

26/08/2014

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Ein köstliches Essen mit Freunden oder der Familie ist purer Genuss, besonders wenn man alles gut verträgt. Doch für viele Menschen machen sich danach – mal mehr, mal weniger – unangenehme Blähungen bemerkbar, die das Wohlbefinden erheblich trüben können. Dieses lästige Gefühl eines aufgeblähten Bauches kann nicht nur schmerzhaft sein, sondern auch das tägliche Leben einschränken und zu einem Gefühl der Unbehaglichkeit führen. Es gibt eine Vielzahl von Lebensmitteln, die eine blähende Wirkung haben können, aber auch zahlreiche Ursachen jenseits der Ernährung. In diesem ausführlichen Artikel erfahren Sie, welche Lebensmittel genau zu einem Blähbauch führen können, wie dieses unangenehme Phänomen entsteht und was Sie effektiv dagegen tun können, um wieder ein leichtes und beschwerdefreies Bauchgefühl zu erlangen.

Wie kann ich meine Blähungen reduzieren?
Blähungen können zudem auf Unverträglichkeiten wie Laktose- oder Glutenintoleranz hinweisen. Um Blähungen zu reduzieren, ist es ratsam, Lebensmittel sorgfältig zuzubereiten und langsam zu essen. Versuchen Sie außerdem, bestimmte Lebensmittel für einige Wochen zu meiden und beobachten Sie, ob dies zu einer Verringerung der Blähungen führt.

Das sagt unser Experte:

Prof. Dr. Jost Langhorst, Facharzt für Innere Medizin, Naturheilkunde und Psychotherapie und Spezialist auf dem Gebiet der Gastroenterologie, betont die Wichtigkeit, die eigenen Essgewohnheiten genau zu betrachten:

„Wenn Sie nach einer Mahlzeit häufig unter einem schmerzhaften Blähbauch leiden, sollten Sie Ihre Essgewohnheiten genau unter die Lupe nehmen. Schlingen Sie Ihre Nahrung hastig herunter, weil Sie es eilig haben? Mit jedem Bissen verschlucken Sie dabei viel Luft, die zu unangenehmen Luftansammlungen führen kann. Während Lebensmittel wie Zwiebeln oder Kohl die Gasbildung im Darm verstärken, sorgen Sauermilchprodukte und Gewürze wie Fenchel, Kümmel und Anis für eine flache Körpermitte.“

Inhaltsverzeichnis

1. Welche Lebensmittel verursachen einen Blähbauch und warum?

Viele Menschen leiden regelmäßig unter einem Blähbauch und sind oft ratlos, woran das liegen könnte. Die Ursache liegt häufig in bestimmten Lebensmitteln oder ganzen Lebensmittelgruppen, die nach dem Verzehr Probleme bereiten. Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht jeder auf die gleichen Lebensmittel reagiert. Individuelle Unverträglichkeiten spielen eine große Rolle und sollten bei regelmäßigen Beschwerden gegebenenfalls mithilfe eines Ernährungstagebuchs und ärztlicher Begleitung abgeklärt werden.

Rohkost

Rohes Gemüse ist vielen als potenzielle Ursache für einen Blähbauch bekannt. Besonders am Abend bereitet die Verdauung von Rohkost vielen Menschen Probleme, da der Stoffwechsel nachts nur in abgeschwächter Form arbeitet. Das Zerkleinern und Aufschlüsseln roher Lebensmittel dauert länger und kann daher zu vermehrter Gasbildung und einem aufgeblähten Bauch führen. Die Zellstrukturen von Rohkost sind robuster und benötigen mehr Energie und Zeit für die Aufspaltung durch die Verdauungsenzyme.

Ballaststoffe

Eine ballaststoffreiche Ernährung wird oft empfohlen, da Ballaststoffe zu einem längeren Sättigungsgefühl führen und zahlreiche gesundheitliche Vorteile bieten. Diese Substanzen kann der menschliche Körper nicht direkt als Energie nutzen; stattdessen quellen sie im Darm auf und fördern die Darmtätigkeit. Doch gerade dieser Prozess, bei dem Ballaststoffe von Darmbakterien fermentiert werden, kann vermehrt Gase erzeugen, die wiederum einen Blähbauch verursachen. Es ist ein Balanceakt, die Vorteile der Ballaststoffe zu nutzen, ohne die negativen Effekte zu spüren.

Hülsenfrüchte

Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen und Kichererbsen sind ebenfalls berühmt-berüchtigt für ihre blähende Wirkung. Dies liegt an ihrem hohen Gehalt an komplexen Kohlenhydraten (Oligosacchariden) und Ballaststoffen, die vom menschlichen Dünndarm nur schwer resorbiert werden können. Sie gelangen unverdaut in den Dickdarm, wo sie von Bakterien zersetzt werden, wobei große Mengen an Gasen entstehen. Eine langsame Gewöhnung und gründliches Einweichen oder Kochen können die Bekömmlichkeit jedoch verbessern.

Milchprodukte

Viele Milchprodukte wie Käse, Joghurt und Milch können unter Umständen eine Gefahr für einen flachen Bauch darstellen. Oft ist der hohe Fettgehalt verantwortlich, da Fette länger im Verdauungstrakt verweilen und somit die Verdauung verlangsamen können. Ein weiterer, häufigerer Grund ist das fehlende Enzym Laktase, welches den Milchzucker (Laktose) spaltet. Fehlt es, spricht man von einer Laktoseintoleranz. Wenn nach dem Verzehr von Milchprodukten starke Beschwerden auftreten, sollte eine solche Unverträglichkeit ärztlich abgeklärt werden.

Obst

Nicht nur Gemüse kann das unangenehme Gefühl im Bauch auslösen; auch Obst ist aufgrund des Fruchtzuckers (Fruktose) unter Umständen nicht immer so bekömmlich. Fruktose verursacht bei manchen Menschen Gase im Darm, die dann wiederum zu einem Blähbauch führen. Besonders Steinobst wie Pfirsiche oder Kirschen sowie Äpfel sind hierfür bekannt. Auch eine Fruktoseintoleranz kann die Ursache sein, bei der der Körper Fruktose nicht richtig aufnehmen kann.

FODMAPs

Ebenfalls bekannt dafür, einen Blähbauch zu verursachen, sind sogenannte FODMAPs. Diese Abkürzung steht für fermentierbare Oligo-, Di-, Monosaccharide und Polyole – eine bestimmte Art von Kohlenhydraten und Zuckeralkoholen, die vom Darm nur schwer resorbierbar sind. Sie gelangen unverdaut in den Dickdarm, wo sie von Bakterien fermentiert werden und Gase produzieren. Viele Lebensmittel enthalten diese speziellen Kohlenhydrate, darunter Bohnen, Linsen, Kreuzblütler wie Blumenkohl und Brokkoli, aber auch Obstsorten wie Äpfel und Birnen sowie Zuckerersatzstoffe wie Sorbit.

Kaugummis

Kaugummis sind für viele eine schnelle Hilfe für frischen Atem. Doch die meisten zuckerfreien Kaugummis sind voll von Zuckeraustauschstoffen (Polyolen), die im Darm Gärungen verursachen können. Zudem wird durch das ständige Kauen dem Gehirn suggeriert, dass Nahrung auf dem Weg in den Magen ist, was zu einer erhöhten Produktion von Magensäure führt. Diese Magensäure kann dann nicht „verarbeitet“ werden und löst als Folge einen Blähbauch aus. Auch das Verschlucken von Luft beim Kauen trägt dazu bei.

Getränke mit Kohlensäure

Zu guter Letzt können auch kohlensäurehaltige Getränke Ihren Bauch in Aufruhr versetzen. Die Kohlensäure lässt nicht nur den Magen übersäuern, sondern die Gasbläschen verteilen sich auch im gesamten Verdauungstrakt und sind daher ein häufiger Grund für einen Blähbauch. Abhilfe können hier ganz einfach stilles Wasser, ungesüßte Tees und Säfte ohne Kohlensäure schaffen, die den Magen beruhigen und die Gasbildung reduzieren.

2. Listenübersicht: Was bläht und was nicht?

Um Ihnen eine bessere Orientierung zu geben, haben wir eine Liste mit Lebensmitteln zusammengestellt, die bekanntermaßen Blähungen verursachen können, sowie eine Liste mit solchen, die in der Regel gut verträglich sind. Beachten Sie jedoch, dass die individuelle Verträglichkeit entscheidend ist. Was bei dem einen Beschwerden auslöst, muss bei dem anderen nicht der Fall sein.

Lebensmittel, die Blähungen verursachen können:

  • Bohnen (die meisten Sorten, außer Wachtelbohnen und schwarze Bohnen)
  • Linsen
  • Getreide (insbesondere Weizen, Roggen und Gerste bei empfindlichen Personen)
  • Kohlgemüse (Wirsing, Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl, Brokkoli, Blumenkohl)
  • Zwiebel, Knoblauch
  • Milchprodukte (insbesondere fettreiche Sorten und bei Laktoseintoleranz: Käse, Joghurt, Milch)
  • Äpfel und Steinobst (Pfirsiche, Kirschen, Pflaumen)
  • Zuckeralkohole (Zuckerersatzstoffe wie Xylit, Sorbit oder Erythrit)
  • Bier und andere kohlensäurehaltige Getränke

Lebensmittel, die meist gut verträglich sind:

  • Mageres Fleisch und Fisch
  • Verschiedenes Gemüse wie Zucchini, Tomaten, Paprika, Karotten, Spinat
  • Reis, Nudeln (aus Weizen oder Dinkel, sofern keine Glutenunverträglichkeit vorliegt), Kartoffeln
  • Honig (in Maßen)
  • Fettarme Milchprodukte wie Magerquark oder Hüttenkäse (bei Laktoseverträglichkeit)
  • Frische Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Basilikum
  • Stilles Wasser, ungesüßte Kräutertees (Fenchel, Kümmel, Anis, Pfefferminze, Kamille)

Vergleichstabelle: Blähende vs. Magenfreundliche Lebensmittel

Diese Tabelle bietet eine schnelle Übersicht, welche Lebensmittel Sie eventuell meiden oder bevorzugen sollten, um einen Blähbauch zu reduzieren:

Potenziell blähende LebensmittelMagenfreundliche Alternativen
Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen)Mageres Fleisch, Fisch, Eier
Kohlgemüse (Brokkoli, Blumenkohl)Zucchini, Spinat, Kürbis, Karotten
Äpfel, Birnen, SteinobstBananen, Beeren (in Maßen), Zitrusfrüchte
Weizen, Roggen (Vollkorn)Reis, Kartoffeln, Quinoa, Glutenfreies Brot
Fettreiche Milchprodukte, MilchLaktosefreie Produkte, Magerquark, Hüttenkäse
Zwiebeln, KnoblauchFrische Kräuter, Ingwer
Kohlensäurehaltige Getränke, BierStilles Wasser, Kräutertees

3. Mehr als nur Essen: Weitere Ursachen für einen Blähbauch

Das unangenehme Gefühl im Bauch kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Prinzipiell entsteht ein Blähbauch durch ein Übermaß an Luft oder Gasen im Darm. Die Entstehung von Gasen durch die Verdauung ist zwar ein ganz normaler Vorgang, doch ein häufiges Auftreten kann auch auf verschiedene Krankheiten hindeuten und sollte daher unbedingt mit einem Arzt abgeklärt werden, um ernsthafte gesundheitliche Probleme auszuschließen.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Neben den bereits genannten Laktose- und Fruktoseintoleranzen können auch andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten die Ursache für einen Blähbauch sein. Dazu gehören beispielsweise eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie oder Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität) oder eine Histaminintoleranz. Zunächst können Sie versuchen zu beobachten, bei welchen Lebensmitteln besonders starke Beschwerden entstehen, und auf diese erst einmal verzichten. Trotzdem sollte ein Verdacht solcher Unverträglichkeiten unbedingt mit dem Arzt besprochen und professionell diagnostiziert werden.

Darmerkrankungen

Erkrankungen rund um den Darm, wie beispielsweise eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms (SIBO), das Reizdarmsyndrom oder entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, können ebenso einen Blähbauch verursachen. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden, die nicht nur auf die Ernährung zurückzuführen sind, ist eine Absprache mit dem Arzt äußerst empfehlenswert, um die genaue Ursache zu finden und eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Stress und Psyche

Was viele Menschen unterschätzen, ist der Einfluss der Psyche auf unsere körperliche Gesundheit. Der Darm wird oft als „zweites Gehirn“ bezeichnet, da er eng mit unserem Nervensystem verbunden ist. Stress, Probleme und Konflikte können sich oftmals direkt auf die Darmgesundheit niederschlagen und die normale Verdauung stören. Seelischer Stress kann nicht nur zu einer erhöhten Gasproduktion führen, sondern auch die Darmbewegung beeinflussen und somit einen Blähbauch begünstigen. Bei seelischem Stress ist es daher ratsam, eine Lösung für die Stressauslöser zu finden, sei es durch Entspannungstechniken, Sport oder gegebenenfalls psychologische Unterstützung.

Wie kann ich meine Blähungen reduzieren?
Blähungen können zudem auf Unverträglichkeiten wie Laktose- oder Glutenintoleranz hinweisen. Um Blähungen zu reduzieren, ist es ratsam, Lebensmittel sorgfältig zuzubereiten und langsam zu essen. Versuchen Sie außerdem, bestimmte Lebensmittel für einige Wochen zu meiden und beobachten Sie, ob dies zu einer Verringerung der Blähungen führt.

4. Soforthilfe & Vorbeugung: Was tun gegen den Blähbauch?

Wenn Sie bereits regelmäßig von einem Blähbauch betroffen sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Symptome zu lindern und zukünftigen Beschwerden vorzubeugen. Die Umstellung kleiner Gewohnheiten kann hier schon Großes bewirken. Damit es erst gar nicht so weit kommt, kann zunächst auf genannte blähende Lebensmittel (oder solche, die individuell mit großer Wahrscheinlichkeit Beschwerden auslösen) verzichtet werden, um eine vermehrte Gasbildung zu verhindern. Außerdem ist es während der Nahrungsmittelaufnahme ratsam, langsam zu essen und jeden Bissen gründlich zu kauen. So gelangen geringere Mengen an Luft in den Darm, und die Vorverdauung beginnt bereits im Mund. Auch fettreiche und schwer verdauliche Kost sollte vermieden werden, wenn Sie dazu neigen, einen Blähbauch zu bekommen.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen können die lästigen Beschwerden nicht immer vermieden werden. Hier sind einige bewährte Hausmittel und Tipps zur Linderung:

Kümmel

Kümmel ist ein altbewährtes Hausmittel bei Blähungen. In Form eines Tees (Samen mit heißem Wasser aufgießen und ziehen lassen) können die braunen Samen den Magen beruhigen. Die enthaltenen ätherischen Öle im Kümmel, insbesondere Carvon und Limonen, entspannen die Muskulatur im Darm und können so Krämpfe lösen und einen Blähbauch reduzieren. Eine ähnliche wohltuende Wirkung haben auch Fencheltee und Anistee. Sie können die Samen auch direkt kauen oder gemahlen in Speisen verwenden.

Wärmeauflagen

Wärmeauflagen entspannen den Darm und können somit die Beschwerden lindern. Die Wärme fördert die Durchblutung und löst Verspannungen im Bauchbereich, was die Gaspassage erleichtern kann. Eine Wärmflasche, ein warmes Kirschkernkissen oder auch feuchtwarme Wickel, beispielsweise ein warmer Waschlappen oder ein Kartoffelwickel, sind hierfür ideal. Für einen Kartoffelwickel kochen Sie Kartoffeln, zerdrücken sie, legen sie auf ein Tuch und befestigen den Wickel mit einem weiteren Tuch auf dem Bauch. Vorsicht: Verwenden Sie die Kartoffeln nicht zu heiß – es besteht Verbrennungsgefahr!

Ingwer

Ingwer führt ebenfalls zu einer Entspannung der Darmmuskulatur und wirkt entkrampfend. Dazu können Sie mehrere Minuten auf einem frischen Stück Ingwerwurzel kauen, um die ätherischen Öle freizusetzen. Alternativ kann auch ein Tee daraus gekocht werden: Einfach einige Scheiben frischen Ingwer mit heißem Wasser übergießen und ziehen lassen. Ingwer stimuliert zudem die Verdauung und kann Übelkeit lindern.

Apfelessig

Apfelessig wirkt nicht nur antibakteriell und kann dadurch bestimmte Fäulnisbakterien im Darm reduzieren, sondern regt auch die Magensäureproduktion an. Eine ausreichende Magensäure ist wichtig für eine effiziente Verdauung. Für den Gesundheitstrunk vermischen Sie zwei Teelöffel Apfelessig mit lauwarmem Wasser und trinken dies vor den Mahlzeiten. Dies kann die Verdauung unterstützen und die Gasbildung mindern.

5. Ernährung bei Blähbauch: Auf fettarme und leichte Kost setzen

Damit der Darm nicht noch mehr „arbeiten“ muss, ist es ratsam, bei einem Blähbauch eher auf eine fettarme und leichte Kost zurückzugreifen. In viel Fett gebratene oder gedünstete Speisen oder gar Frittiertes wie Pizza, Pommes und Co. sind schwer verdaulich und alles andere als günstig für einen sensiblen Darm. Sie verweilen lange im Magen und Dünndarm, was die Gasbildung begünstigen kann. Auch auf Rohkost sollte während dieser Zeit verzichtet werden, da sie, wie bereits erwähnt, schwerer verdaulich ist.

Daher ist bei einem Blähbauch eine leichte und eher fettarme Kost wie gedünstetes Gemüse (z.B. Zucchini, Karotten), Reis, Kartoffeln oder mageres Fleisch/Fisch zu empfehlen. Diese Lebensmittel belasten den Verdauungstrakt weniger und werden schneller abgebaut. Lösliche Ballaststoffe, die in verschiedenen Obst- und Gemüsesorten sowie Haferflocken enthalten sind, sind bei einem Blähbauch oft besser verträglich als unlösliche Ballaststoffe, da sie im Darm eine gelartige Konsistenz annehmen und die Verdauung sanfter unterstützen.

6. Blähbauch in besonderen Lebensphasen: Schwangerschaft und Stillzeit

Viele schwangere Frauen sind von einem Blähbauch geplagt, was eine häufige und meist harmlose Begleiterscheinung ist. Dies liegt zum einen am Hormon Progesteron, welches die glatte Muskulatur im Darm entspannt. Dies wiederum führt dazu, dass die Verdauung langsamer vonstattengeht. Dadurch sammelt sich mehr Luft im Darm an und Gase entstehen leichter. Auch eine vollwertigere und ballaststoffreichere Ernährung, auf die Frauen während der neun Monate oft zurückgreifen, kann entsprechende Beschwerden verursachen, da der Körper sich erst an die erhöhte Ballaststoffzufuhr gewöhnen muss.

Außerdem drückt mit zunehmendem Wachstum des Fötus die Gebärmutter auf den Darm, was ebenfalls die Verdauung stört und einen Blähbauch auslösen kann. Es ist daher zu empfehlen, regelmäßige, kleinere Mahlzeiten einzunehmen und extrem große Mengen zu vermeiden. Genannte blähende Lebensmittel sollten ebenfalls gemieden werden, um zusätzliche Belastung zu verhindern.

Um dagegen Abhilfe zu schaffen, können schwangere Frauen nicht auf alle oben aufgeführten Hausmittel zurückgreifen, da beispielsweise Ingwer in großen Mengen eine wehenfördernde Wirkung haben kann. Tees aus Kümmel oder Fenchel stellen jedoch eine gute und sichere Alternative dar. Auch sanfte Bauchmassagen im Uhrzeigersinn und Wärmeauflagen sind zu empfehlen, um Krämpfe zu lösen und die Gaspassage zu erleichtern.

Über die Ernährung während der Stillzeit wird häufig diskutiert, auch ob bestimmte Lebensmittel, die die Mutter verzehrt, Blähungen beim Kind auslösen. Hier gehen die Meinungen weit auseinander. Prinzipiell kann es sein, dass bestimmte Lebensmittelbestandteile wie Laktose oder bestimmte Kohlenhydrate in die Muttermilch übergehen und dadurch das Baby mit den Beschwerden plagen. Daher raten viele Ärzte und Ernährungsberater besonders auf blähende Lebensmittel wie Vollkornprodukte oder Kohlsorten während des Stillens zu verzichten, wenn das Baby Anzeichen von Blähungen zeigt. Doch auch hier gilt: Hören Sie auf sich und Ihren Körper und reden Sie bei Bedarf mit Ihrem betreuenden Arzt oder einer Stillberaterin, um die beste individuelle Lösung zu finden.

7. Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Woher kommt ein aufgeblähter Bauch bei gesunder Ernährung?

Ein Blähbauch ist zumeist harmlos, aber sehr unangenehm bis schmerzhaft. Er ist das Ergebnis von vielen Gasen im Darm. Diese entstehen oft durch den Konsum von blähungsfördernden Lebensmitteln – also viel Gemüse, Obst und Ballaststoffe. Gerade, wenn man seine Ernährung umstellt, muss sich der Körper bzw. der Darm erst an die erhöhte Menge an pflanzlichen Lebensmitteln gewöhnen. Das kann einige Zeit dauern, denn Faserstoffe aus Pflanzen sind schwerer verdaulich als zucker- oder weißmehlhaltige Produkte. Sie bleiben länger im Darm, machen aber auch viel länger satt. Kontraproduktiv wirken da auch noch Alkohol, Kaffee oder z.B. Kaugummi kauen, wobei viel Luft verschluckt wird. Langes Sitzen im Büro verursacht zusätzlich einen trägen Darm, der die Gaspassage erschwert. In seltenen Fällen können auch Lebensmittelunverträglichkeiten oder ernsthafte Erkrankungen die Ursache für einen aufgeblähten Bauch bei gesunder Ernährung sein.

Gibt es eine „richtige Reihenfolge“ beim Essen, um Blähungen zu vermeiden?

Eine „richtige Reihenfolge“ der Lebensmittel kann tatsächlich Abhilfe schaffen. Es sollten immer zuerst die Lebensmittel gegessen werden, die am leichtesten verdaulich sind. Sprich: Obst und Salat nicht als Dessert, sondern als Vorspeise, da sie schneller verdaut werden und sonst über anderen, schwerer verdaulichen Speisen liegen und gären könnten. Stärkehaltige Nahrungsmittel sollten vor proteinhaltigen gegessen werden. Direkt während der Mahlzeit sollten Sie nicht viel trinken, lieber davor oder danach, da Flüssigkeit die Verdauungssäfte verdünnen kann. Kräutertees wie Anis-Kümmel-Fenchel oder Pfefferminz und Kamille wirken beruhigend auf den Bauch und verdauungsfördernd.

Welche Rolle spielt Bewegung bei einem Blähbauch?

Bewegung ist ein hervorragendes Mittel gegen einen trägen Darm und Blähungen. Nach einem Arbeitstag im Büro sollten Sie sich moderat bewegen, das löst ebenso Verkrampfungen und unangenehme Blähgefühle. Spaziergänge, leichtes Joggen oder Yoga können die Darmtätigkeit anregen und die Gaspassage erleichtern. Regelmäßige körperliche Aktivität trägt maßgeblich zu einer gesunden Verdauung bei und kann die Häufigkeit und Intensität von Blähungen reduzieren.

Wissen zum Mitnehmen

Es kann sehr unangenehm sein, wenn sich nach einem schönen Essen ein Blähbauch bemerkbar macht. Verschiedene Lebensmittelgruppen wie bestimmte Obst- und Gemüsesorten (beispielsweise Äpfel, Kohlsorten, Brokkoli), Hülsenfrüchte oder Milchprodukte lösen dieses Gefühl aus. Ursache hierfür sind oftmals bestimmte Kohlenhydrate (FODMAPs) und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wie eine Laktoseintoleranz. Doch auch psychischer Stress kann auf den Magen schlagen und einen Blähbauch verursachen. Durch den Verzicht auf Lebensmittel, die blähend wirken, das langsame Essen und gute Kauen sowie bewährte Hausmittel wie Kümmeltee, Ingwer, Wärmeauflagen oder Bauchmassagen kann Abhilfe geschaffen werden. Wenn Sie also zu einem Blähbauch neigen, ist es empfehlenswert, leichte Kost zu sich zu nehmen – also Speisen mit einem geringen Fettanteil wie Kartoffeln, Reis oder gekochtes Gemüse. Auch Schwangere neigen oftmals zu einem Blähbauch; hier können ebenfalls Kümmeltee und Wärmeauflagen helfen. Während der Stillzeit kann es sinnvoll sein, auf blähende Lebensmittel zu verzichten, um das unangenehme Gefühl beim Kind zu vermeiden, dies sollte aber individuell und mit Absprache eines Arztes entschieden werden. Hören Sie auf Ihren Körper und finden Sie heraus, was Ihnen guttut, um wieder ein unbeschwertes Gefühl im Bauch zu haben.

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