12/02/2018
Eine wirklich gute Pizza lebt nicht nur von einem knusprigen Teig und hochwertigem Belag, sondern ganz entscheidend von ihrer Basis: der Tomatensoße. Oftmals unterschätzt, ist die Sauce das Herzstück, das alle Aromen zusammenführt und der Pizza ihren unverwechselbaren Charakter verleiht. Eine selbstgemachte Tomatensoße übertrifft gekaufte Produkte in Geschmack und Frische bei Weitem. Es ist ein Erlebnis, das sich lohnt und Ihre Pizzen auf ein neues Niveau hebt. Vergessen Sie alles, was Sie bisher über einfache Saucen wussten, und tauchen Sie ein in die Kunst der italienischen Pizzasoßenherstellung.

- Das Geheimnis der authentischen italienischen Pizzasoße: Weniger ist mehr
- Rezept für die klassische italienische Pizzasoße: Schritt für Schritt
- Waldis Tomatensoßen-Tipps: Häufige Probleme und Lösungen
- Gewürze: Tradition vs. Variation
- Tomatensoße aus frischen Tomaten: Eine Alternative für Gourmets
- Pizzasoße für Pizzabrot: Ein vielseitiger Genuss
- Häufig gestellte Fragen zur Pizzasoße
Das Geheimnis der authentischen italienischen Pizzasoße: Weniger ist mehr
In der Welt der italienischen Pizza, insbesondere der neapolitanischen, herrscht ein klares Credo: Weniger ist mehr. Dies gilt in besonderem Maße für die Tomatensoße. Während man in Deutschland oft Rezepte mit einer Fülle von Zutaten wie Zwiebeln, Knoblauch, diversen Kräutern, Gemüse und sogar Rotwein findet, setzen italienische Pizzabäcker auf Purismus. Der Fokus liegt nicht auf der Komplexität der Zutatenliste, sondern auf der außergewöhnlichen Qualität der wenigen ausgewählten Komponenten. Eine echte neapolitanische Pizzasoße braucht keine aufwendige Verfeinerung, keinen Oregano oder Rosmarin, der den reinen Tomatengeschmack überdecken könnte. Es geht darum, die natürliche Süße und das Aroma der Tomaten in den Vordergrund zu stellen.
Für eine authentische italienische Pizza Tomatensoße benötigen wir tatsächlich nur eine Handvoll Zutaten, die aber von höchster Qualität sein müssen. Das ist das wahre Geheimnis, um eine intensive italienische Geschmacksexplosion zu erreichen. Es ist erstaunlich, wie mit so wenigen, aber erstklassigen Produkten solch einzigartige Geschmäcker kreiert werden können.
Rezept für die klassische italienische Pizzasoße: Schritt für Schritt
Dieses einfache, schnelle und unglaublich leckere Rezept liefert eine fruchtig-intensive Tomatensoße, die für etwa sechs Pizzateiglinge à 280g ausreicht. Die Zubereitungszeit beträgt nur etwa 15 Minuten, und der Schwierigkeitsgrad ist als leicht einzustufen. Das Ergebnis ist eine Soße, die perfekt auf dem Pizzateig zur Geltung kommt, ohne diesen zu durchnässen oder im Ofen zu verbrennen.

Benötigte Zutaten:
- Hochwertige Dosentomaten (idealerweise San Marzano Tomaten)
- Feines Meersalz
- Frisches Basilikum
- Extra natives Olivenöl
Benötigtes Zubehör:
- Große Schüssel
- Flotte Lotte® (Passiergerät) - alternativ die Hände
- Feinwaage (optional, für präzise Salzdosierung)
Zubereitungsschritte:
- Vorbereitung: Stellen Sie alle Zutaten und das Zubehör bereit. Platzieren Sie die Flotte Lotte® sicher auf einer großen Schüssel.
- Tomaten verarbeiten: Geben Sie die San Marzano Tomaten vorsichtig in die Flotte Lotte®. Achten Sie darauf, dass keine Tomatenflecken entstehen. Drehen Sie anschließend die Kurbel, bis alle Tomaten zerkleinert und passiert sind. Die Flotte Lotte® ist hierbei ideal, da sie die Tomaten schonend verarbeitet und Kerne sowie Schalen zurückhält, was zu einem feineren und weniger bitteren Ergebnis führt.
- Alternative ohne Flotte Lotte®: Sollten Sie keine Flotte Lotte® besitzen, können Sie die Tomaten auch direkt in eine große Schüssel geben und sie dort gründlich mit den Händen zerdrücken. Dies ist die traditionellste Methode und ebenfalls sehr effektiv, erfordert aber etwas mehr Sorgfalt, um eine gleichmäßige Konsistenz zu erzielen.
- Salzen: Sobald die Tomaten zerkleinert sind, fügen Sie das feine Meersalz hinzu. Die Menge hängt von Ihrem persönlichen Geschmack ab, beginnen Sie mit einer kleinen Prise und schmecken Sie später ab.
- Basilikum hinzufügen: Zupfen Sie die frischen Basilikumblätter in kleine Stücke und geben Sie sie ebenfalls in die Tomatensoße. Basilikum ist ein Schlüsselaroma in der italienischen Küche und sollte frisch verwendet werden, um sein volles Aroma zu entfalten.
- Olivenöl beigeben: Gießen Sie das extra native Olivenöl hinzu. Dieses sollte als letztes zugegeben werden, um die beste Konsistenz und den besten Geschmack zu gewährleisten.
- Vermischen: Verrühren Sie nun alle Zutaten gründlich miteinander. Dies hilft den Aromen, sich optimal zu entfalten und zu verbinden. Die Soße sollte eine fruchtig-rote Farbe und eine leicht stückige, aber nicht zu wässrige Konsistenz haben.
- Fertigstellung: Ihre perfekte italienische Pizza Tomatensoße ist nun fertig und bereit, auf Ihrem Pizzateig verteilt zu werden!
Waldis Tomatensoßen-Tipps: Häufige Probleme und Lösungen
Auch bei der Zubereitung einer scheinbar einfachen Tomatensoße können Fragen und Herausforderungen auftreten. Hier sind einige Tipps, um die besten Ergebnisse zu erzielen:
Ist die Tomatensoße zu wässrig?
Manchmal enthalten Dosentomaten mehr Wasser als gewünscht. Wenn Sie bereits beim Öffnen der Dose sehen, dass zu viel Flüssigkeit vorhanden ist, können Sie vorab ein bisschen davon abgießen. Sollten Sie erst im Nachhinein feststellen, dass die Sauce zu wässrig ist, besteht die Möglichkeit, die Sauce vorsichtig einzukochen. Reduzieren Sie die Soße bei niedriger Hitze, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Eine gute Pizzasoße sollte nicht zu flüssig sein, damit sie den Teig nicht durchnässt, aber auch nicht zu trocken, um im Ofen nicht zu verbrennen.
Ist das Ergebnis eine eher hellrote statt fruchtig-rote Tomatensoße?
Dies kann ein Hinweis darauf sein, dass Sie einen Stabmixer verwendet oder das Olivenöl vor dem Vermixen hinzugefügt haben. Vermeiden Sie die Verwendung eines Stabmixers und geben Sie das Olivenöl immer als Letztes hinzu.
Warum sollte man keinen Stabmixer verwenden?
Durch das Pürieren mit einem Stabmixer werden oft auch die Tomatenkerne mitpüriert. Diese enthalten Bitterstoffe, die den süßlichen Geschmack der Tomaten verändern und die Soße weniger frisch und fruchtig erscheinen lassen. Zudem kann die intensive mechanische Bearbeitung die Textur der Soße unnatürlich glatt machen und das Aroma beeinträchtigen.
Warum sollte man eine Flotte Lotte® verwenden?
Die Flotte Lotte® (auch Passiermühle genannt) ist ein hervorragendes Gerät, um Tomaten für Soßen zu verarbeiten. Sie separiert Kerne und Schalen, während sie das Fruchtfleisch schonend passiert. Dies führt zu einem feinen, samtigen Püree, das das beste Aroma der Tomate hervorbringt, ohne die Bitterkeit der Kerne. Es ist ein traditionelles Werkzeug, das sich für authentische Ergebnisse bewährt hat.

Gewürze: Tradition vs. Variation
Die traditionelle italienische Pizzasoße, wie oben beschrieben, setzt auf die Reinheit des Tomatengeschmacks und verzichtet weitgehend auf zusätzliche Gewürze, abgesehen von Basilikum und Salz. Dies unterstreicht die Reinheit und Qualität der Hauptzutat.
In der modernen Küche sind Gewürze jedoch kaum wegzudenken, und natürlich können zusätzliche Gewürze wie Oregano, Pizza-Gewürz oder Chili in die Pizza Tomatensoße hinzugegeben werden. Wenn Sie dies tun, ist es jedoch keine original italienische Tomatensoße mehr, sondern eine abgewandelte Version. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, und es ist absolut legitim, mit Gewürzen zu experimentieren, um Ihre persönliche Lieblingssoße zu kreieren. Wer es gern scharf mag, kann getrocknete Chili oder frische Chili untermischen. Statt Oregano kann auch Basilikum als Hauptkraut verwendet werden, oder eine Kombination aus beidem. Für eine besonders aromatische Soße darf auch ein Schuss Rotwein hinzugefügt und mitgekocht werden, um die Aromen zu vertiefen.
Probieren Sie verschiedene Variationen aus und entscheiden Sie, was Ihnen am besten schmeckt. Der Schlüssel ist, qualitativ hochwertige Zutaten zu verwenden, egal ob Sie sich an die Tradition halten oder Ihre eigene Interpretation kreieren.
Tomatensoße aus frischen Tomaten: Eine Alternative für Gourmets
Während Dosentomaten (insbesondere San Marzano) für ihre Konsistenz und ihren intensiven Geschmack in der Pizzasoßenherstellung hoch geschätzt werden, bietet die Zubereitung aus frischen Tomaten ein einzigartiges Aroma, das viele schätzen. Dies erfordert zwar etwas mehr Aufwand, belohnt aber mit einer unvergleichlichen Frische.

Zutaten für 6 Pizzen (aus frischen Tomaten):
- 1 kg frische Rispentomaten
- Eine Handvoll frischer Basilikumblätter
- Eine Handvoll frischer Oreganoblätter (alternativ getrockneter Oregano)
- 4-5 Knoblauchzehen
- 1 Zwiebel (weiß oder rot)
- 1-2 Lorbeerblätter
- 2 Esslöffel Olivenöl (nativ extra / extra vergine)
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
Zubereitungsschritte für die Soße aus frischen Tomaten:
- Vorbereitung: Schneiden Sie die frischen Tomaten in kleine Würfel (nicht viel größer als ein halber Zentimeter). Hacken Sie den Knoblauch in recht grobe Stücke und entfernen Sie die Stiele von den frischen Kräutern. Halbieren und schälen Sie die Zwiebel.
- Anbraten: Erhitzen Sie unter starker Hitze in einem großen Kochtopf 2 EL Olivenöl (extra vergine). Geben Sie den Knoblauch hinzu und braten Sie diesen nur ganz kurz an, sodass er nicht braun wird. Braun gewordener Knoblauch kann bitter schmecken.
- Ablöschen und Köcheln: Löschen Sie den Topf sofort mit den frischen Tomaten ab. Mischen Sie die restlichen Zutaten (Basilikum, Oregano, Zwiebelhälften, Lorbeerblätter) unter. Schalten Sie den Herd auf kleine Hitze zurück und lassen Sie die Soße für mindestens 30 Minuten einkochen. Das Volumen sollte sich – je nach Wassergehalt der Tomaten – mindestens halbiert haben. Dieser Schritt ist entscheidend, um überschüssige Flüssigkeit zu reduzieren und die Aromen zu konzentrieren.
- Verfeinern: Nehmen Sie die Zwiebelhälften und die Lorbeerblätter aus der Soße heraus. Würzen Sie die Soße nun nach Geschmack mit Salz und Pfeffer.
- Optional Pürieren: Wenn Sie eine glattere Konsistenz wünschen, können Sie die Soße nun noch mit einem Pürierstab oder Standmixer pürieren. Dies führt zu einer schöneren Optik auf der Pizza. Wenn Ihnen diese Utensilien fehlen, können Sie auf diesen Schritt auch problemlos verzichten, eine leicht stückige Soße ist ebenfalls sehr authentisch und lecker.
Pizzasoße für Pizzabrot: Ein vielseitiger Genuss
Manchmal muss es nicht immer eine ganze Pizza sein. Wie wäre es stattdessen mit frischem Pizzabrot? Verfeinert mit Parmesan und Basilikum – so lässt es sich leben! Das Pizzabrot eignet sich hervorragend als Vorspeise oder Beilage zu mediterranen Gerichten und ist eine willkommene Abwechslung.
Um unsere Tomatensoße für Pizzabrot zu modifizieren, gehen Sie wie folgt vor:
- Nachdem die Soße bereits reduziert und fertig ist, geben Sie 1-2 sehr fein gehackte Knoblauchzehen hinzu.
- Alternativ können Sie den Knoblauch mit einem Kochmesser durch Zerdrücken und Darüberstreichen zu einer feinen Paste verarbeiten. Dadurch befinden sich dann keine störenden Knoblauchstücke auf dem Brot, aber das intensive Knoblaucharoma ist dennoch vorhanden.
- Geheimtipp: Geben Sie auf das Pizzabrot, etwa 30 Sekunden bevor Sie es aus dem Ofen holen, noch ein paar Blätter frisches Basilikum und etwas gehobelten Parmesan-Käse. Dies sorgt für ein ganz besonderes Geschmackserlebnis und eine wunderbare Optik.
Häufig gestellte Fragen zur Pizzasoße
Welche Tomaten sind die besten für Pizzasoße?
Für eine authentische italienische Pizzasoße sind San Marzano Tomaten aus der Dose die erste Wahl. Sie sind bekannt für ihren süßen, fleischigen Geschmack und ihren geringen Säuregehalt. Alternativ können auch andere hochwertige Dosentomaten (geschält oder passierte Tomaten) verwendet werden. Für ein frischeres, saisonales Aroma eignen sich auch reife Rispentomaten.
Sollte ich die Tomatensoße kochen?
Für die klassische neapolitanische Pizzasoße werden die Tomaten nicht gekocht, sondern lediglich zerdrückt und mit den wenigen Zutaten vermischt. Die Hitze des Ofens reicht aus, um die Aromen zu entfalten. Bei Soßen aus frischen Tomaten oder wenn die Soße zu wässrig ist, kann ein kurzes Einkochen jedoch sinnvoll sein, um die Konsistenz zu verbessern und die Aromen zu konzentrieren.
Kann ich getrocknete Kräuter verwenden?
Grundsätzlich ja, aber frische Kräuter, insbesondere Basilikum, sind für das beste Aroma unerlässlich. Wenn Sie keinen frischen Oregano zur Hand haben, können Sie auf getrockneten zurückgreifen (etwa ein Esslöffel für die Menge eines Kilogramms Tomaten). Beachten Sie, dass getrocknete Kräuter ein intensiveres Aroma haben können als frische, daher sparsam dosieren.

Wie lagere ich selbstgemachte Pizzasoße?
Frisch zubereitete Pizzasoße hält sich im Kühlschrank in einem luftdichten Behälter etwa 3-4 Tage. Sie können die Soße auch portionsweise einfrieren. In Gefrierbeuteln oder geeigneten Behältern hält sie sich mehrere Monate und ist bei Bedarf schnell aufgetaut.
Was tun, wenn die Soße zu sauer schmeckt?
Manchmal können Tomaten eine natürliche Säure haben. Um diese auszugleichen, können Sie eine Prise Zucker oder Natron hinzufügen. Beginnen Sie mit einer sehr kleinen Menge und schmecken Sie vorsichtig ab, um das Gleichgewicht nicht zu stören. Ein Schuss Olivenöl kann ebenfalls helfen, die Säure zu mildern.
Muss ich Knoblauch und Zwiebeln verwenden?
In der puristischen neapolitanischen Pizzasoße werden weder Knoblauch noch Zwiebeln verwendet. Wenn Sie jedoch eine komplexere Geschmacksnote wünschen, können Sie diese hinzufügen. Achten Sie darauf, den Knoblauch nur kurz anzubraten, damit er nicht bitter wird, und die Zwiebeln nach dem Kochen zu entfernen, wenn Sie eine glatte Soße bevorzugen.
Die Zubereitung einer eigenen Tomatensoße für Pizza ist eine lohnende Erfahrung, die den Geschmack Ihrer hausgemachten Pizzen revolutionieren wird. Experimentieren Sie mit den hier vorgestellten Rezepten und Tipps, um Ihre persönliche perfekte Pizzasoße zu finden. Buon Appetito!
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