Wie macht man eine Tomatensauce für Pizza?

Pizzasoße selber machen: Das Geheimnis der perfekten Tomatensauce

04/07/2020

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Eine wirklich gute Pizza ist mehr als nur Teig, Käse und Belag. Ihr Herzstück ist die Tomatensauce – sie ist das Fundament, das alle Aromen zusammenhält und den entscheidenden Unterschied zwischen einer gewöhnlichen und einer außergewöhnlichen Pizza ausmacht. Während viele auf fertige Saucen zurückgreifen, liegt das wahre Geheimnis einer unvergesslichen Pizza in einer selbstgemachten Tomatensauce. Sie ist nicht nur frischer und gesünder, sondern bietet auch eine Geschmackstiefe, die keine Fertigsoße erreichen kann. In diesem umfassenden Leitfaden tauchen wir tief in die Kunst der Pizzasaucen-Zubereitung ein, von der Auswahl der besten Zutaten bis hin zu cleveren Tipps für die Lagerung.

Wie macht man eine Tomatensauce für Pizza?

Die Basis: Warum frische Bio-Tomaten den Unterschied machen

Die Qualität Ihrer Tomatensauce steht und fällt mit der Qualität der Tomaten. Es mag verlockend sein, zu Konserven zu greifen, doch frische, reife Tomaten, idealerweise in Bio-Qualität, heben Ihre Sauce auf ein völlig neues Niveau. Aber warum genau Bio-Tomaten?

Studien deuten darauf hin, dass Bio-Tomaten während ihres Wachstums oft mehr "Stress" ausgesetzt sind – sei es durch natürliche Bedingungen oder durch den Verzicht auf bestimmte Pestizide, die das Wachstum beschleunigen könnten. Dieser Stress kann die Pflanze dazu anregen, mehr sekundäre Pflanzenstoffe zu produzieren, die nicht nur der Pflanze selbst zugutekommen, sondern auch uns beim Verzehr. Das bedeutet, Bio-Tomaten können potenziell gesünder sein und eine höhere Konzentration an wertvollen Nährstoffen aufweisen.

Abgesehen von den gesundheitlichen Aspekten ist der Geschmack von frischen, sonnengereiften Bio-Tomaten einfach unvergleichlich. Sie bringen eine natürliche Süße und eine ausgewogene Säure mit sich, die in der fertigen Sauce wunderbar zur Geltung kommen. Während nicht jedes Bio-Produkt automatisch gesünder ist, sind Tomaten ein Paradebeispiel dafür, wo sich die Investition in Bio-Qualität wirklich lohnt, da sie oft stärker mit Pestiziden belastet sind als andere Gemüsesorten.

Die perfekte Konsistenz: Nicht zu dick, nicht zu dünn

Die Konsistenz der Pizzasauce ist entscheidend. Ist sie zu dünn, weicht sie den Pizzaboden auf und macht ihn matschig. Ist sie zu dick, lässt sie sich nicht gut verteilen und die Pizza wirkt trocken. Die perfekte Konsistenz ist cremig, aber nicht wässrig, und haftet gut am Löffel.

Frische Tomaten enthalten naturgemäß viel Wasser. Das bedeutet, dass Ihre selbstgemachte Sauce eine längere Kochzeit benötigt, um die überschüssige Flüssigkeit zu reduzieren und die Aromen zu konzentrieren. Geduld ist hier eine Tugend! Je länger die Sauce bei niedriger Hitze köchelt, desto intensiver und komplexer wird ihr Geschmack. Wenn die Sauce nach der angegebenen Kochzeit immer noch zu flüssig ist, können Sie einfach etwas Tomatenmark einrühren. Tomatenmark ist ein hervorragender natürlicher Verdicker und verstärkt gleichzeitig den tomatigen Geschmack.

Geschmacksvielfalt: Die Wahl der richtigen Tomaten und Kräuter

Der Geschmack Ihrer Pizzasauce kann je nach Tomatensorte, Reifegrad und sogar der Jahreszeit variieren. Für eine klassische, aromatische Pizzasauce empfehle ich die Verwendung von reifen, fleischigen Rispentomaten. Sie haben ein gutes Verhältnis von Fruchtfleisch zu Saft und entwickeln beim Kochen ein hervorragendes Aroma.

Neben den Tomaten spielen auch die Kräuter eine entscheidende Rolle. Getrockneter Oregano ist ein Muss für jede authentische Pizzasauce. Sein kräftiges, leicht bitteres Aroma harmoniert perfekt mit der Süße der Tomaten. Wenn Sie frischen Oregano zur Hand haben, verwenden Sie diesen gerne – sein Geschmack ist noch intensiver und frischer. Ein Hauch von Basilikum, der erst ganz am Ende der Kochzeit oder sogar erst nach dem Bestreichen der Pizza hinzugefügt wird, sorgt für eine zusätzliche mediterrane Note und Frische. Auch ein Lorbeerblatt während des Kochens kann der Sauce eine subtile, würzige Tiefe verleihen, die man nicht unterschätzen sollte.

Wie viele Tomatensoße für Pizza?
Bei ca. 800 g Tomaten reicht die fertige Tomatensoße für ungefähr 6 Pizzen. Machst du gleich ein ganzes Blech oder verwendest lieber etwas mehr Soße, ist sie auch schneller weg. Tipp: Nach bestreichen der Pizza mit der Soße, noch etwas Basilikum oder Kräuter darüber streuen. Diese Pizzasoße kannst du auch super mit Nudeln essen.

Rezept: Die klassische Tomatensauce für Pizza – Schritt für Schritt

Dieses Rezept ist einfach und liefert eine unglaublich aromatische Sauce, die Ihre Pizza unvergesslich macht. Es ist für etwa 6 Pizzen ausgelegt, aber Sie können die Menge leicht anpassen.

Zutaten:

  • 800 g reife Rispen-Tomaten (Bio empfohlen)
  • 1 große Zwiebel
  • 2 EL gutes Olivenöl (nativ extra)
  • 1-2 Knoblauchzehen (je nach Geschmack; Knoblauch-Liebhaber dürfen gerne mehr nehmen)
  • 2 TL getrockneter Oregano (oder 1-2 Handvoll frischer Oregano)
  • 1/2 TL Zucker (zum Ausgleich der Säure)
  • Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, edelsüßes Paprikapulver
  • 1-2 Lorbeerblätter
  • 1/2 - 1 Tube Tomatenmark (nach Bedarf, zur Verfeinerung und Bindung)

Zubereitung:

  1. Vorbereitung der Zutaten: Waschen Sie die Tomaten gründlich und schneiden Sie sie in sehr kleine Würfel. Je kleiner die Stücke, desto schneller zerfallen sie beim Kochen. Schälen Sie die Zwiebel und den Knoblauch und hacken Sie beides ebenfalls sehr fein.
  2. Anbraten der Aromen: Erhitzen Sie das Olivenöl in einem Topf bei mittlerer Hitze. Geben Sie die fein gewürfelte Zwiebel hinzu und dünsten Sie sie glasig an. Achten Sie darauf, dass sie nicht braun wird, sondern nur weich und durchscheinend. Fügen Sie dann den gehackten Knoblauch hinzu und dünsten Sie ihn für etwa eine Minute mit. Seien Sie vorsichtig, Knoblauch brennt schnell an und wird dann bitter.
  3. Tomaten und Gewürze hinzufügen: Löschen Sie die Zwiebel-Knoblauch-Mischung mit den vorbereiteten Tomaten ab. Rühren Sie den getrockneten Oregano, den Zucker, das edelsüße Paprikapulver und die Lorbeerblätter ein. Würzen Sie alles großzügig mit Salz und Pfeffer.
  4. Köcheln lassen – erster Durchgang: Bringen Sie die Sauce kurz zum Kochen und reduzieren Sie dann die Hitze auf die kleinste Stufe. Lassen Sie die Sauce nun für etwa 30-45 Minuten sanft köcheln. Rühren Sie gelegentlich um, damit nichts am Topfboden ansetzt. In dieser Phase verdampft das Wasser aus den Tomaten, und die Aromen konzentrieren sich.
  5. Pürieren und Verfeinern: Nehmen Sie die Lorbeerblätter aus dem Topf. Pürieren Sie die Sauce nun mit einem Stabmixer direkt im Topf, bis sie die gewünschte Konsistenz hat. Wenn Sie eine sehr feine Sauce wünschen, pürieren Sie sie länger; für eine etwas stückigere Sauce kürzer. Sollte die Sauce noch zu dünn sein, rühren Sie nach und nach etwas Tomatenmark ein, bis sie die perfekte, leicht dickflüssige Creme-Konsistenz erreicht.
  6. Nachwürzen und zweiter Durchgang: Schmecken Sie die Sauce nun ab und würzen Sie bei Bedarf mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver nach. Lassen Sie die Sauce anschließend weitere 15-30 Minuten auf kleiner Flamme köcheln. Dieser zweite Kochdurchgang ermöglicht es den Aromen, sich vollständig zu verbinden und die Sauce noch intensiver zu machen.
  7. Abkühlen: Bevor Sie die Pizzasauce verwenden, lassen Sie sie vollständig abkühlen. Das verbessert nicht nur den Geschmack, sondern macht sie auch einfacher zu handhaben.

Mengenlehre: Wie viel Soße brauche ich?

Die angegebene Menge von ca. 800 g frischen Tomaten ergibt in der Regel ausreichend Sauce für ungefähr 6 mittelgroße Pizzen. Wenn Sie jedoch ein ganzes Backblech Pizza zubereiten oder einfach gerne etwas mehr Sauce auf Ihrer Pizza haben, kann die Menge natürlich schneller aufgebraucht sein.

Hier ist eine kleine Orientierungshilfe:

MerkmalMit frischen Tomaten (ca. 800g)Mit passierten Tomaten (ca. 400-500ml)
Ergibt ca.6 Pizzen (Ø 28-30 cm)3-4 Pizzen (Ø 28-30 cm)
KochzeitCa. 1 Stunde - 1 Stunde 15 Min.Ca. 30-45 Min.
GeschmacksintensitätSehr intensiv, komplex, frischGut, schnell zubereitet
KonsistenzanpassungLängeres Einkochen, ggf. TomatenmarkMeist direkt die richtige Konsistenz

Wenn Sie statt frischer Tomaten lieber passierte Tomaten verwenden möchten, nehmen Sie etwa die Hälfte der Menge, also 400-500 ml passierte Tomaten anstelle von 800 g frischen Tomaten. Die Kochzeit verkürzt sich dann entsprechend, da weniger Wasser verdampft werden muss.

Pizzasauce auf Vorrat: Einfrieren und Genießen

Einer der größten Vorteile, seine Pizzasauce selbst zu machen, ist die Möglichkeit, größere Mengen auf einmal zuzubereiten und portionsweise einzufrieren. Das spart Zeit und Aufwand bei zukünftigen Pizzaabenden und stellt sicher, dass Sie immer eine hochwertige, hausgemachte Sauce zur Hand haben.

So gehen Sie vor:

  1. Lassen Sie die fertige Sauce vollständig abkühlen. Das ist wichtig, um die Bildung von Eiskristallen zu minimieren und die Qualität der Sauce beim Auftauen zu erhalten.
  2. Portionieren Sie die Sauce in geeignete Behälter. Das können Gefrierbeutel, kleine Gefrierdosen oder sogar Eiswürfelbehälter sein, wenn Sie sehr kleine Portionen benötigen. Achten Sie darauf, nicht zu große Portionen einzufrieren, damit sie schneller auftauen.
  3. Beschriften Sie die Behälter mit Datum und Inhalt. So behalten Sie den Überblick über Ihren Vorrat.
  4. Im Gefrierfach hält sich die Pizzasauce problemlos für bis zu 3-4 Monate.

Zum Auftauen nehmen Sie die gewünschte Menge aus dem Gefrierfach und lassen sie entweder über Nacht im Kühlschrank auftauen oder erwärmen sie vorsichtig in einem Topf bei niedriger Hitze, bis sie geschmolzen ist. Vermeiden Sie schnelles Auftauen bei hoher Hitze, da dies die Textur und den Geschmack beeinträchtigen kann.

Mehr als nur Pizza: Vielseitige Verwendungsmöglichkeiten

Obwohl diese Sauce speziell für Pizza entwickelt wurde, ist sie so lecker und vielseitig, dass sie auch für viele andere Gerichte verwendet werden kann. Sie ist eine hervorragende Basis für:

  • Pasta-Saucen: Einfach mit etwas frischem Basilikum und Parmesan servieren.
  • Lasagne oder Aufläufe: Verleiht Ihren Ofengerichten eine wunderbar tomatige Note.
  • Shakshuka: Als aromatische Basis für pochierte Eier.
  • Fleischbällchen in Tomatensauce: Eine herzhafte Mahlzeit für die ganze Familie.
  • Bruschetta: Leicht erwärmt und auf geröstetem Brot serviert.

Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Pizzasauce

F: Kann ich auch Dosentomaten anstelle von frischen Tomaten verwenden?

A: Ja, unbedingt! Wenn frische Tomaten nicht verfügbar oder nicht saisonal sind, sind hochwertige Dosentomaten eine ausgezeichnete Alternative. Achten Sie auf geschälte ganze Tomaten oder stückige Tomaten (z.B. San Marzano), da diese oft den besten Geschmack haben. Die Kochzeit kann sich etwas verkürzen, da Dosentomaten bereits gekocht sind und weniger Wasser enthalten.

Wie macht man eine Tomatensauce für Pizza?

F: Muss ich die Tomaten häuten, bevor ich sie für die Sauce verwende?

A: Wenn Sie die Sauce am Ende pürieren, ist das Häuten der Tomaten nicht zwingend notwendig. Die Schale wird beim Pürieren sehr fein zerkleinert und fällt im Geschmack nicht auf. Wenn Sie jedoch eine extrem glatte Sauce ohne jegliche Partikel wünschen, können Sie die Tomaten vorab kurz in kochendem Wasser blanchieren, abschrecken und dann die Schale abziehen.

F: Welche anderen Kräuter passen gut zur Pizzasauce?

A: Neben Oregano und Basilikum passen auch Thymian, Majoran oder eine Prise Rosmarin gut zur Tomatensauce. Experimentieren Sie, um Ihre persönliche Lieblingsmischung zu finden. Achten Sie darauf, Kräuter wie Rosmarin sparsam zu verwenden, da ihr Geschmack sehr dominant sein kann.

F: Warum sollte ich Zucker in die Pizzasauce geben?

A: Eine kleine Prise Zucker hilft, die natürliche Säure der Tomaten auszugleichen und die fruchtigen Noten hervorzuheben. Sie macht die Sauce runder und harmonischer im Geschmack, ohne sie süß zu machen. Es geht darum, die Balance zu finden.

F: Wie lange hält sich die selbstgemachte Pizzasauce im Kühlschrank?

A: Im Kühlschrank hält sich die frisch zubereitete und abgekühlte Pizzasauce in einem luftdichten Behälter etwa 3 bis 5 Tage. Achten Sie immer auf Geruch und Aussehen, bevor Sie sie verwenden.

F: Was kann ich tun, wenn meine Sauce zu sauer schmeckt?

A: Wenn die Sauce zu sauer ist, können Sie versuchen, eine weitere Prise Zucker hinzuzufügen. Auch eine winzige Prise Natron (Backpulver) kann helfen, die Säure zu neutralisieren, aber seien Sie hier sehr vorsichtig, da zu viel Natron einen seifigen Geschmack verursachen kann. Manchmal hilft es auch, die Sauce einfach länger köcheln zu lassen, um die Aromen weiter zu entwickeln und zu konzentrieren.

F: Kann ich die Sauce auch ohne Pürieren verwenden?

A: Ja, absolut! Viele lieben eine etwas stückigere Pizzasauce, bei der man die Textur der Tomaten noch spürt. In diesem Fall müssen Sie die Tomaten nur fein genug schneiden, damit sie beim Kochen gut zerfallen. Das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Die Zubereitung einer eigenen Pizzasauce mag auf den ersten Blick wie ein kleiner Mehraufwand erscheinen, doch das Ergebnis spricht für sich. Sie werden den Unterschied schmecken und Ihre selbstgemachte Pizza wird zu einem wahren Genusserlebnis. Es ist die Liebe zum Detail und die Qualität der Zutaten, die den wahren Meisterkoch auszeichnen. Viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit!

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