Deutschlands Pizza-Geheimnisse enthüllt

04/08/2022

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Pizza ist mehr als nur ein Gericht; sie ist ein globales Phänomen, ein Symbol für Geselligkeit und Genuss. Doch wie wird dieses italienische Kulturgut eigentlich in Deutschland zelebriert? Isst man sie traditionell mit den Händen oder greift man doch lieber zu Messer und Gabel? Und welche Beläge begeistern die deutschen Gaumen am meisten? Eine repräsentative Umfrage von HelloFresh in Zusammenarbeit mit Appinio hat im August 2023 über 1000 Menschen online befragt und spannende Einblicke in die Pizza-Gewohnheiten hierzulande gegeben. Von den beliebtesten Sorten bis zu den größten „Pizzasünden“ – dieser Artikel enthüllt, wie Deutschland Pizza wirklich liebt und lebt.

Wie wird Pizza in Italien gegessen?
Die Pizza ist fester Bestandteil italienischer Kultur und wohl das esskulturelle Exportgut Nummer 1. In ihrem Ursprungsland Italien wird Pizza traditionell mit den Händen gegessen und zusammengeklappt. Außer Frage steht die Tomatensauce als Grundlage.
Inhaltsverzeichnis

Deutschlands Pizza-Thron: Die unangefochtenen Favoriten

Die Umfrage bestätigt es immer wieder: Wenn es um Pizza geht, sind die Deutschen treue Seelen. Die Pizza Salami grüßt unverändert vom Thron der beliebtesten Pizzen. Ihre Kombination aus würziger Salami und geschmolzenem Käse auf knusprigem Teig ist ein zeitloser Klassiker, der Jung und Alt gleichermaßen begeistert. Doch es gibt auch Überraschungen im Ranking, die zeigen, dass die deutsche Pizza-Landschaft dynamischer ist, als man vielleicht denkt.

Ein bemerkenswerter Aufsteiger ist die Pizza Tonno, die scheinbar die Herzen im Sturm erobert hat und sich auf den zweiten Platz katapultierte. Ihre Beliebtheit zieht sich geschlechtsunabhängig durch alle Altersgruppen und beweist, dass Fisch auf Pizza keineswegs ein Nischenprodukt ist. Die klassische Pizza Margherita, die Mutter aller Pizzen, hält sich wacker auf dem dritten Platz und beweist, dass die Einfachheit von Tomate, Mozzarella und Basilikum unschlagbar bleibt.

Besonders interessant wird es, wenn man die weiteren Plätze betrachtet. Während traditionelle Varianten wie Pizza Diavolo (mit ihrer angenehmen Schärfe) und Pizza Schinken weiterhin hoch im Kurs stehen, zeigen sich auf den hinteren Plätzen auch einige kulinarische Eigenheiten, die in Italien wohl Stirnrunzeln hervorrufen würden. Pizza mit Zutaten wie Sucuk, Hot-Dog, Gyros oder Dönerfleisch erreicht bei den männlichen Befragten sogar den vierten Platz und insgesamt den achten. Dies deutet auf eine wachsende Offenheit für Fusion-Küche und eine Anpassung der Pizza an lokale Geschmäcker hin, die über die italienischen Wurzeln hinausgeht.

Deutschlands beliebteste Pizzen im Überblick:

PlatzPizzasorteAnteil der Beliebtheit
1Pizza Salami15,9 %
2Pizza Tonno10,0 %
3Pizza Margherita7,9 %
4Pizza Diavolo6,5 %
5Pizza Schinken6,4 %
6Pizza Speciale6,1 %
7Pizza Hawaii6,0 %
8Pizza Gyros, Dönerfleisch, Sucuk oder Hot-Dog5,8 %
9Pizza Vier Käse4,9 %
10Pizza Funghi4,5 %
11Pizza Frutti di Mare4,4 %
12Pizza Vegetarisch/Gemüse4,1 %
13Pizza Calzone3,2 %
14Pizza Spinat2,4 %
15Pizza Parma2,3 %

Die Ananas-Debatte: Italien protestiert, Deutschland toleriert

Kaum ein Thema spaltet die Pizza-Welt so sehr wie die Frage: Gehört Ananas auf Pizza? Für viele italienische Puristen ist die Pizza Hawaii eine kulinarische Todsünde, eine Verfälschung des originalen Geschmacks und eine Beleidigung der italienischen Kochkunst. Der italienische Landwirtschaftsverband „Coldiretti“ kämpft sogar dafür, die italienische Küche unter UNESCO-Weltkulturstatus zu setzen, auch um solche „Fehlinterpretationen“ außerhalb Italiens zu verhindern.

Interessanterweise hat die Pizza Hawaii in der aktuellen deutschen Umfrage im Vergleich zu 2021 zwar an Beliebtheit verloren, doch die direkte Frage nach Ananas auf Pizza zeigt eine andere, überraschende Tendenz. Über die Hälfte der Befragten hält Ananas und Pizza für eine gute Idee! Nur 38 Prozent verurteilen diese Kombination kategorisch. Dies ist ein signifikanter Wandel im Vergleich zu 2021, als sich noch zwei von drei Befragten gegen Ananas aussprachen. Es scheint, als würden die Deutschen zunehmend toleranter, auch gegenüber Früchten auf ihrer Pizza. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass sich der deutsche Gaumen für neue Geschmackserlebnisse öffnet und traditionelle Regeln weniger streng auslegt.

Vegane Pizza: Eine wachsende Akzeptanz

Der Trend zur veganen Ernährung macht auch vor der Pizza nicht Halt. Während Pizza-Puristen oft besonders kritisch gegenüber veganem Käseersatz sind, zeigt die Umfrage eine bemerkenswerte Offenheit in der deutschen Bevölkerung. Jeder Vierte der Befragten hat bereits eine vegane Pizza probiert und wurde geschmacklich überzeugt. Dies widerlegt das Vorurteil, dass vegane Pizza geschmacklich nicht mithalten kann.

Noch vielversprechender ist die Tatsache, dass fast jeder Dritte zwar noch keine vegane Pizza probiert hat, aber offen dafür ist, dies zu tun. Dies deutet auf ein enormes Potenzial für den Markt der veganen Pizza hin. Natürlich gibt es auch jene, die weder Erfahrung noch Interesse haben (ein Viertel der Befragten), und etwa 19 Prozent, die vegane Pizza kategorisch ablehnen und nicht probieren wollen. Doch die Mehrheit zeigt sich aufgeschlossen gegenüber dieser modernen Variante des Klassikers, was die fortschreitende Entwicklung der Ernährungsgewohnheiten in Deutschland widerspiegelt.

Knusprig oder weich? Der Kampf der Teigstile

Pizza ist nicht gleich Pizza, das weiß jeder, der sich schon einmal durch verschiedene Varianten probiert hat. Ein entscheidender Faktor für den Geschmack und das Mundgefühl ist der Teig. In Deutschland liefern sich vor allem zwei italienische Teigstile ein Kopf-an-Kopf-Rennen: die römische und die neapolitanische Variante.

Die römische Pizza, oft als „Pizza Romana“ bekannt, zeichnet sich durch ihren dünnen, besonders knusprigen Boden und Rand aus. Sie wird bei höherer Temperatur gebacken und ist dadurch trockener und fester. Die Umfrage zeigt, dass die Deutschen diese knusprige Variante einen Tick lieber mögen. Der knusprige Biss, der sowohl vom Rand als auch vom Boden kommt, scheint genau den Geschmack vieler zu treffen.

Die neapolitanische Pizza hingegen, die ihren Ursprung in Neapel hat und sogar von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist, kommt mit einem deutlich weicheren Rand (dem sogenannten „Cornicione“) und einem ebenfalls weicheren, elastischen Boden daher. Sie wird in sehr heißen Holzöfen nur für kurze Zeit gebacken, was ihr ihre charakteristische Textur verleiht. Obwohl die römische Variante leicht die Nase vorn hat, genießt die neapolitanische Pizza ebenfalls eine große Fangemeinde in Deutschland.

Der amerikanische Stil mit seinem dicken, fluffig-knusprigen Boden folgt mit deutlichem Abstand dahinter. Dies zeigt, dass die deutschen Pizza-Liebhaber tendenziell die traditionelleren, dünneren italienischen Varianten bevorzugen. Der wichtige Gesundheitstrend macht auch vor der Pizza nicht Halt: Varianten aus Vollkorn oder Gemüse im Teig sind in der Gesellschaft durchaus schon angekommen und zeigen, dass bewusste Ernährung auch beim Pizza-Genuss eine Rolle spielt.

Deutschlands Pizzasünden: Rand zuerst und Ketchup als Sauce?

In ihrem Ursprungsland Italien wird Pizza traditionell mit den Händen gegessen und oft zusammengeklappt. Die Tomatensauce ist dabei die unangefochtene Grundlage. Doch wie sieht es in deutschen Haushalten aus? Die Umfrage von HelloFresh enthüllt einige Gewohnheiten, die bei italienischen Nonnas wohl für Entsetzen sorgen würden.

Wie wird Pizza in Italien gegessen?
Die Pizza ist fester Bestandteil italienischer Kultur und wohl das esskulturelle Exportgut Nummer 1. In ihrem Ursprungsland Italien wird Pizza traditionell mit den Händen gegessen und zusammengeklappt. Außer Frage steht die Tomatensauce als Grundlage.

Immerhin die Hälfte der befragten Deutschen nutzt zumindest die Hände und isst dabei auch das offene Ende des Pizzastücks zuerst, was der italienischen Tradition nahekommt. Doch nicht ganz so unkompliziert hält es jeder Fünfte, der vornehm zu Messer und Gabel greift. Das mag praktisch sein, nimmt der Pizza aber ein Stück ihrer ursprünglichen, zwanglosen Esskultur.

Deutlich ungewöhnlicher und für italienische Verhältnisse schockierend ist eine andere Gewohnheit: Bei jeder fünften Pizza wird der Rand zuerst gegessen! Normalerweise dient der Rand, der „Cornicione“, als Griff und wird entweder zuletzt gegessen oder sogar liegengelassen. Ihn als Erstes zu verzehren, ist eine echte „Pizzasünde“.

Doch mit dieser ungewöhnlichen Reihenfolge noch nicht genug der „Verbrechen“ gegen die italienische Pizza-Etikette. Insgesamt gab mehr als die Hälfte der Befragten an, Saucen wie Ketchup oder Sauce Hollandaise als Dip oder Ersatz für Tomatensauce gut zu finden! Dies ist ein absolutes No-Go in Italien, wo die Qualität der Tomatensauce als Basis heilig ist. Immerhin vier von zehn Befragten sprechen sich deutlich dagegen aus und sagen: „Das geht gar nicht!“ Dies zeigt die Bandbreite der Geschmäcker und die unterschiedliche Auffassung von Pizza-Genuss in Deutschland. Geschmäcker sind und bleiben einfach verschieden, auch wenn es um die Pizza geht.

Wo schmeckt Pizza am besten? Restaurant, selbstgemacht oder Tiefkühl?

Die Frage nach dem besten Ort, um Pizza zu genießen, ist oft eine sehr persönliche. Die HelloFresh-Umfrage zeigt jedoch klare Präferenzen der deutschen Bevölkerung. Fast die Hälfte der Befragten bevorzugt Pizza von einem Restaurant. Die Gründe liegen auf der Hand: frisch und liebevoll belegt, knusprig und heiß direkt aus dem Ofen – so muss Pizza sein. Das Ambiente eines Restaurants und die Expertise eines Pizzabäckers tragen maßgeblich zum Genusserlebnis bei.

Doch auch die heimische Küche erfreut sich großer Beliebtheit. Ein Viertel der Befragten bestätigt, dass selbstgemachte Pizza ebenfalls hervorragend schmeckt. Die Möglichkeit, Beläge und Teig nach eigenem Gusto zu variieren und den Duft frisch gebackener Pizza im eigenen Zuhause zu genießen, ist für viele ein unschlagbares Argument.

Tiefkühlpizzen und Lieferdienste stehen im Vergleich dazu nur niedrig im Kurs. Während sie zweifellos eine bequeme Option für schnelle Mahlzeiten sind, können sie oft nicht mit der Frische und Qualität einer Restaurant-Pizza oder einer selbstgemachten Kreation mithalten. Dies unterstreicht, dass die Deutschen Wert auf Qualität und Authentizität legen, wenn es um ihr Lieblingsgericht geht.

Häufig gestellte Fragen zum Pizza-Genuss

Isst man Pizza in Italien mit Besteck oder den Händen?

In Italien wird Pizza traditionell mit den Händen gegessen. Man faltet das Pizzastück der Länge nach und isst es dann von der Spitze her. Dies ist besonders bei der neapolitanischen Pizza der Fall, die oft so weich ist, dass sie sich nicht gut mit Besteck schneiden lässt. Die Umfrage zeigt, dass etwa die Hälfte der Deutschen dies auch so handhabt, während jeder Fünfte lieber Messer und Gabel benutzt.

Warum ist Ananas auf Pizza so umstritten?

Die Kontroverse um Ananas auf Pizza, insbesondere die Pizza Hawaii, rührt daher, dass sie als Abweichung von der traditionellen italienischen Küche angesehen wird. Italienische Puristen empfinden die Süße und Fruchtigkeit der Ananas als unpassend zu den herzhaften, salzigen und würzigen Aromen einer klassischen Pizza. Für sie ist es eine Verfälschung des Originals. In Deutschland wird diese Kombination jedoch zunehmend toleranter gesehen.

Ist vegane Pizza wirklich eine Alternative?

Ja, laut der Umfrage ist vegane Pizza für viele eine echte Alternative. Jeder Vierte der Befragten hat bereits eine vegane Pizza probiert und wurde geschmacklich überzeugt. Fast jeder Dritte ist zudem offen dafür, eine vegane Pizza zu probieren. Obwohl es noch Vorbehalte gibt, insbesondere gegenüber Käseersatz, zeigt die wachsende Akzeptanz, dass vegane Pizza geschmacklich überzeugen kann und ein wichtiger Bestandteil des modernen Pizza-Angebots wird.

Was ist der Unterschied zwischen römischer und neapolitanischer Pizza?

Der Hauptunterschied liegt im Teig und der Backweise. Die römische Pizza hat einen sehr dünnen, knusprigen Boden und Rand, der bei höherer Temperatur länger gebacken wird. Die neapolitanische Pizza hingegen ist bekannt für ihren weichen, luftigen und oft leicht angekohlten Rand (Cornicione) und einen ebenfalls weichen Boden. Sie wird bei sehr hohen Temperaturen nur für kurze Zeit im Holzofen gebacken, was ihr eine zarte, elastische Textur verleiht.

Darf man Ketchup zur Pizza essen?

Aus traditioneller italienischer Sicht ist Ketchup zur Pizza ein absolutes Tabu. Die Qualität der Tomatensauce auf der Pizza ist heilig und soll nicht durch zusätzliche Saucen überdeckt werden. In Deutschland ist die Einstellung dazu jedoch geteilter. Die Umfrage zeigt, dass über die Hälfte der Befragten Saucen wie Ketchup oder Sauce Hollandaise als Dip oder Ersatz für Tomatensauce gut findet, während vier von zehn dies kategorisch ablehnen. Letztendlich ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks, aber es weicht stark von der italienischen Tradition ab.

Fazit: Pizza – Ein Spiegelbild deutscher Esskultur

Die HelloFresh-Umfrage liefert ein faszinierendes Bild davon, wie Pizza in Deutschland genossen wird. Sie ist ein Spiegelbild einer Esskultur, die einerseits fest in traditionellen Vorlieben verwurzelt ist (hallo, Pizza Salami!), sich aber andererseits zunehmend für neue Geschmacksrichtungen und Trends öffnet. Die steigende Toleranz gegenüber Ananas auf Pizza, die Offenheit für vegane Varianten und die Bereitschaft, traditionelle Essgewohnheiten anzupassen, zeigen eine dynamische Entwicklung. Ob mit den Händen oder Besteck, mit Ketchup oder ohne – die Pizza bleibt ein Lieblingsgericht der Deutschen, das sich stets weiterentwickelt und an die lokalen Vorlieben anpasst. Eines ist sicher: Die Liebe zur Pizza ist in Deutschland ungebrochen, und sie wird weiterhin für lebhafte Diskussionen und genussvolle Momente sorgen.

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