Was ist der bekannteste ungarische Snack?

Ungarische Küche: Von Lángos bis Gulasch

23/07/2018

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Die ungarische Küche ist ein Fest für die Sinne, bekannt für ihre reichhaltigen Aromen, die großzügige Verwendung von Paprika und ihre herzhaften Gerichte. Nach einer ereignisreichen kulinarischen Reise durch Ungarn, die uns mit 31 wunderbaren Beiträgen bereichert hat, blicken wir zurück auf eine Fülle von Geschmackserlebnissen. Von deftigen Würsten über sättigende Suppen und Hauptgerichte bis hin zu unwiderstehlichen Desserts – Ungarn hat kulinarisch viel zu bieten.

Was ist der bekannteste ungarische Snack?
Wie in der Einladung schon schon geschrieben, sind Langos vermutlich der bekannteste ungarische Snack. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass wir gleich drei Rezepte für den tollen Snack haben. Tina von Küchenmomente hat Ungarische Lángos gemacht und bei Britta von Brittas Kochbuch gibt es Lángos aus der Heißluftfritteuse.

Als halbe Ungarin hat Anikó von Paprika meets Kardamom unsere Reise mit ihrer hausgemachten ungarischen Kolbász, einer würzigen Paprikawurst, eingeläutet. Diese vielseitige Wurst lässt sich pur genießen oder als köstliche Einlage in den zahlreichen ungarischen Suppen verwenden, die wir noch entdecken werden. Doch bevor wir uns den Suppen widmen, konzentrieren wir uns auf die Stars der ungarischen Snacks, allen voran den bekanntesten ungarischen Leckerbissen.

Inhaltsverzeichnis

Der unbestrittene Star: Lángos

Wenn man an ungarische Snacks denkt, kommt man an Lángos nicht vorbei. Dieses frittierte Fladenbrot ist zweifellos der bekannteste ungarische Snack und ein absolutes Muss für jeden Besucher. Ursprünglich wurde Lángos aus dem Brotteigrest gebacken und im Backofen gebacken, heute wird es jedoch meist in heißem Öl goldbraun frittiert, was ihm seine charakteristische knusprige Außenseite und den weichen, luftigen Kern verleiht. Traditionell wird Lángos mit Knoblauchwasser bestrichen, Sauerrahm (Tejföl) und geriebenem Käse belegt, doch der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ob mit Schinken, Zwiebeln, Pilzen oder sogar süßen Belägen – Lángos ist unglaublich vielseitig und ein wahrer Genuss für zwischendurch.

Es überrascht nicht, dass dieser beliebte Snack gleich dreifach in unserer Rezeptsammlung vertreten war. Tina von Küchenmomente hat klassische ungarische Lángos zubereitet, während Britta von Brittas Kochbuch eine moderne Variante mit Lángos aus der Heißluftfritteuse vorgestellt hat – eine interessante Alternative für alle, die es etwas leichter mögen. Conny von Mein wunderbares Chaos hat uns schließlich gezeigt, wie man Lángos ganz einfach selber machen kann, was die Zugänglichkeit dieses köstlichen Gebäcks für jedermann unterstreicht. Die Vorfreude, eines dieser Rezepte selbst auszuprobieren, ist groß, denn der Duft von frisch zubereitetem Lángos ist einfach unwiderstehlich.

Weniger bekannt, aber nicht weniger köstlich: Pogácsa

Neben dem allgegenwärtigen Lángos gibt es noch weitere ungarische Snacks, die es wert sind, entdeckt zu werden. Weniger bekannt, aber nicht minder lecker, sind die Pogácsa. Dieses ungarische Gebäck, oft als kleine, runde Brötchen oder Scones beschrieben, gibt es in zahlreichen Variationen – von Käse- und Kartoffel-Pogácsa bis hin zu solchen mit Grieben oder Speck. Britta von Backmaedchen 1967 hat uns mit ihren Pogácsa einen Einblick in diese herzhaften kleinen Leckerbissen gegeben, die sich perfekt als Begleiter zu Suppen, Salaten oder einfach pur genießen lassen.

Herzhafte Wärme: Ungarische Suppen

Nachdem wir uns mit den Snacks gestärkt haben, tauchen wir ein in die Welt der ungarischen Suppen, die oft so sättigend sind, dass sie fast als Hauptgericht durchgehen könnten. Ulrike von Küchenlatein hat uns eine feine Petersilienwurzel-Cremesuppe gezaubert, die mit ihren erdigen Aromen eine angenehme Abwechslung bietet. Ronald von Fränkische Tapas hat uns mit einer Ungarischen Fischsuppe mit Aischgründer Karpfen überrascht, die die ungarische Vorliebe für frische Flussfische widerspiegelt.

Etwas deftiger wird es mit Petras Nachtschwärmer-Suppe – Korhelyleves von Chili und Ciabatta. Diese Suppe mit Sauerkraut und sogar selbstgeräucherter Haxe ist so gehaltvoll, dass sie definitiv auch tagsüber schmeckt und Körper und Seele wärmt. Susi, die Turbohausfrau, hat uns eine Suppe nach Paloczen-Art vorgestellt, die mit Gulaschfleisch gekocht wird und schon fast als Eintopf durchgeht – ein perfekter Übergang zu Sylvia von Brotwein und ihrem Rezept für ungarische Gulaschsuppe, dem wohl berühmtesten Suppenklassiker Ungarns.

Hauptgerichte: Eine Symphonie der Aromen

Die ungarische Küche ist berühmt für ihre Hauptgerichte, die oft reich an Fleisch, Gemüse und natürlich Paprika sind. Zu den verschiedenen Hauptgerichten passen die eher unbekannten Beilagen von Anikó und Petra. Anikó hat uns mit den unbekannten ungarischen Köstlichkeiten Dödölle – Schupfnudeln mal anders – überrascht. Diese Kartoffelnudeln sind eine einfache, aber köstliche Beilage, die oft mit Grieben oder Sauerrahm serviert wird. Auch die gefüllten Zwiebeln nach Makóer Art sind eher ungewöhnlich und können sowohl als Vorspeise als auch als Beilage zu deftigen Hauptgerichten genossen werden.

Als klassische Beilagen zu vielen Hauptgerichten dienen oft Paprikás krumpli (Paprikakartoffeln) oder die ungarischen Paprikapilze von Susanne auf magentratzerl, die die Bedeutung von Paprika in der ungarischen Küche einmal mehr unterstreichen.

Die Rolle der Paprika: Mehr als nur ein Gewürz

Dass Paprika, sei es als Gewürz oder als Gemüse, eine zentrale Rolle in der ungarischen Küche spielt, sollte den meisten bekannt sein. Weniger bekannt ist jedoch, wie die Gerichte heißen und was die verschiedenen Namen bedeuten. Gerichte mit „Paprikás“ im Namen beziehen sich beispielsweise auf das Gewürz und sind eine Variante der verschiedenen Gulaschgerichte, die es in Ungarn gibt. Sie können, wie bei Susannes Gerichten, mit Gemüse zubereitet werden oder auch mit Fleisch, wie Carina auf Coffee2Stay es mit ihrem scharfen Paprikahuhn nach ungarischem Vorbild (auch Csirkepaprikás genannt) getan hat. Dieses Gericht zeichnet sich durch seine cremige Textur und den intensiven Paprikageschmack aus.

Aber auch das Gemüse Paprika selbst spielt eine wichtige Rolle, wie bei der Töltött Paprika – Gefüllte Paprika von Andrea auf our food creations. Hier werden Paprikaschoten mit einer würzigen Hackfleisch-Reis-Mischung gefüllt und in einer Tomatensauce geschmort. Ein weiterer Klassiker ist Lescó/Letscho, den uns Britta in ihrem Kochbuch zubereitet hat. Dieser ungarische Gemüseeintopf aus Paprika, Tomaten und Zwiebeln ist ein vielseitiges Gericht, das als Beilage, Hauptgericht oder sogar als Basis für andere Speisen dienen kann.

Gulasch-Varianten: Ein kulinarisches Labyrinth

Als Gewürz wird Paprika vielfältig verwendet, insbesondere im Gulasch. Ob als Gulaschsuppe, „Paprikás“ oder „Pörkölt“ – die ungarische Gulaschlandschaft ist reich und vielfältig. Es ist wichtig, die feinen Unterschiede zu kennen:

NameBeschreibungBesonderheit
Gulyás (Gulaschsuppe)Eine kräftige, meist dünnflüssige Suppe mit großen Fleischstücken, Kartoffeln und Nudeln.Eher eine Suppe als ein Eintopf.
PörköltEin Ragout aus Fleisch (Rind, Schwein, Huhn) und viel Zwiebeln, reichlich Paprikapulver, ohne Sahne.Deftiger Eintopf, oft mit Nokedli (Spätzle) oder Tarhonya serviert.
PaprikásÄhnlich wie Pörkölt, aber mit Zugabe von süßer oder saurer Sahne (Tejföl) am Ende der Garzeit.Cremigere Konsistenz, oft mit Huhn (Csirkepaprikás).
Székelygulyás (Szegediner Gulasch)Eine Variante des Gulaschs mit Sauerkraut und oft Schweinefleisch.Benannt nach dem Schriftsteller József Székely, eine Mahlzeit für sich.

Ohne Sahne wird Gulasch Pörkölt genannt, und auch hier sind die Varianten vielfältig. Bei uns gab es Ungarisches Schweinegulasch mit Paprika – Sertes Pörkölt, ein klassisches Gericht, das durch seine intensiven Aromen besticht. Auch Cornelia von SilverTravellers hat uns mit ihrem Pörkölt – Ungarisches Gulasch mit Paprika – begeistert. Petra von Chili und Ciabatta hat sich bei ihrem Rinder-Pörkölt nach Károly Gundel mit Tarhonya (Eiergraupen) und Gurkensalat sogar an das Originalrezept der ungarischen Kochlegende gehalten, was die Authentizität dieses Gerichts unterstreicht.

Eine weitere Gulaschvariante ist das Szegediner Gulasch (Original: Székely gulyás, benannt nach dem Schriftsteller József Székely), das es gleich in drei Versionen gab: Nadine von Möhreneck hat uns ein Veganes Szegediner Gulasch mitgebracht, das zeigt, wie vielseitig dieses Gericht sein kann. Bei Britta gab es einen tollen Iberico-Nacken in ihrem Székelygulyás aka Szegediner Gulasch, der für besondere Zartheit sorgte. Die dritte Variante hat uns Sylvia von Brotwein mitgebracht: Szegediner Gulasch – Ungarisches Sauerkraut Gulasch, eine herzhafte Kombination, die besonders in den kälteren Monaten wärmt.

Weitere Hauptgerichte: Vielfalt auf dem Teller

Nach den ganzen Gulaschvarianten gab es bei Andrea noch etwas ganz anderes: ihre herzhaften Túrós Csusza – Quarknudeln. Diese Nudeln, oft mit Speck oder Grieben und Sauerrahm serviert, sind ein einfaches, aber unglaublich schmackhaftes Gericht, das sowohl als Hauptspeise als auch als Beilage oder sogar als süße Variante genossen werden kann. Und das letzte Hauptgericht dieses Monats kam von Wilma auf Pane-Bistecca: ihre Töltött Káposzta – Ungarische Kohlrouladen. Diese gefüllten Kohlblätter sind ein Klassiker der ungarischen Hausmannskost und ein toller Abschluss für eine deftige Mahlzeit.

Süße Verführungen: Ungarische Desserts

Nach all den herzhaften Gerichten geht es süß weiter. Und da starten wir mit den Ungarischen Mohnbuchteln mit Vanillesauce von Gabi auf slowcooker.de. Diese luftigen, mit Mohn gefüllten Hefeteilchen sind ein wahrer Genuss und ein beliebtes Gebäck in Ungarn.

Conny von Mein wunderbares Chaos hat uns gleich zwei tolle Desserts mitgebracht. Ihre Ungarischen Gundel-Palatschinken, dünne Pfannkuchen gefüllt mit einer Walnuss-Rum-Füllung und flambiert mit Schokoladensauce, sehen nicht nur fantastisch aus, sondern sind auch eine Ikone der ungarischen Dessertkunst. Ebenso verlockend sind ihre Somlauer Nockerl im Glas, ein Schichtdessert aus Biskuit, Walnüssen, Rosinen, Schokoladensauce und Schlagsahne – ein echtes Geschmackserlebnis.

Und natürlich haben wir auch ein paar Kuchen für Euch. Da haben wir zum einen den Ungarischer Apfelkuchen Almás pite von Simone, ein einfacher, aber köstlicher Kuchen mit einer saftigen Apfelfüllung. Zum zweiten die Ungarische Kastanientorte – Gesztenyetorta von Petra, eine Spezialität, die die Verwendung von Kastanien in der ungarischen Patisserie hervorhebt. Und als krönenden Abschluss die Diós és mákos beigli – Beigel von Katja auf ihrem Blog Kaffeebohne. Diese gerollten Kuchen mit Nuss- und Mohnfüllung sind traditionelle ungarische Weihnachtsbäckereien, die aber das ganze Jahr über schmecken.

Fazit und Häufig gestellte Fragen

Die ungarische Küche ist eine Welt voller Entdeckungen, die weit über das bekannte Gulasch hinausgeht. Sie ist geprägt von der Geschichte des Landes, den Einflüssen verschiedener Kulturen und der Liebe zu frischen, lokalen Zutaten. Die Vielfalt der Gerichte, von herzhaften Snacks über wärmende Suppen bis hin zu reichhaltigen Hauptgerichten und unwiderstehlichen Desserts, macht sie zu einer der spannendsten Küchen Europas. Die zentrale Rolle von Paprika, sei es als Gewürz oder als Gemüse, verleiht vielen Gerichten ihre charakteristische Farbe und ihren unverwechselbaren Geschmack. Es ist eine Küche, die satt macht, wärmt und glücklich stimmt.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur ungarischen Küche:

1. Was ist Lángos und wie wird es traditionell gegessen?
Lángos ist ein frittiertes ungarisches Fladenbrot, das traditionell mit Knoblauchwasser bestrichen und mit Sauerrahm (Tejföl) und geriebenem Käse belegt wird. Es kann aber auch mit anderen herzhaften oder süßen Zutaten belegt werden.

2. Was ist der Unterschied zwischen Pörkölt, Paprikás und Gulyás?
Gulyás ist eine Suppe mit Fleisch, Kartoffeln und Nudeln. Pörkölt ist ein Ragout mit viel Zwiebeln und Paprikapulver, das ohne Sahne zubereitet wird. Paprikás ist ähnlich wie Pörkölt, aber am Ende der Garzeit wird süße oder saure Sahne hinzugefügt, was es cremiger macht.

3. Ist die ungarische Küche immer scharf?
Nicht unbedingt. Obwohl Paprikapulver eine zentrale Rolle spielt, gibt es sowohl milde als auch scharfe Varianten. Die Schärfe hängt von der verwendeten Paprikasorte und der Menge ab. Oft wird edelsüßes Paprikapulver verwendet, das wenig Schärfe, aber viel Aroma hat.

4. Was sind die wichtigsten Zutaten in der ungarischen Küche?
Zu den wichtigsten Zutaten gehören Paprika (als Gewürz und Gemüse), Zwiebeln, Knoblauch, Schweinefleisch, Rindfleisch, Sauerrahm (Tejföl), Kartoffeln und Nudeln. Auch Gänseleber und Forelle sind beliebt.

5. Welche Desserts sind typisch für Ungarn?
Typische ungarische Desserts sind Gundel-Palatschinken (gefüllte Pfannkuchen), Somlauer Nockerl (Schichtdessert), Mohnbuchteln und verschiedene Kuchen wie Almás pite (Apfelkuchen) und Beigli (Nuss- oder Mohnrollen).

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