Wer ist der Pizza-Weltmeister?

Francesco Calò: Wiens Pizzaweltmeister

05/05/2023

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Manchmal sind die größten Geschichten die, die man am wenigsten erwartet. Wer hätte gedacht, dass der amtierende Pizzaweltmeister ausgerechnet in Wien, der Stadt des Schnitzels und des Sachertorts, seine preisgekrönten Gourmet-Pizzen backt? Doch genau das ist der Fall: Francesco Calò, der stolze Besitzer der Pizzeria „Via Toledo“ im achten Wiener Gemeindebezirk, wurde zum besten Pizzabäcker außerhalb Italiens gekrönt. Seine Erfolgsgeschichte ist eine Ode an die Leidenschaft, das Handwerk und die Freude am Backen.

Wer ist der Pizza-Weltmeister?
Felicità - (Freude) sei die Geheimzutat, sagt der frisch-gebackene Pizza-Weltmeister Franscesco Calò (34). Er ist stolzer Besitzer der Pizzeria „Via Toledo" im achten Wiener Gemeindebezirk und jetzt auch noch Weltmeister.
Inhaltsverzeichnis

Wer ist Francesco Calò? Der Weltmeister aus Wien

Francesco Calò, ein 34-jähriger Pizzaiolo mit Wurzeln im süditalienischen Brindisi in Apulien, ist der frischgebackene Weltmeister der Pizza. Seine Geschichte ist eng mit dem Backen verbunden, denn er wuchs in der Bäckerei seiner Eltern auf. „Ich bin mit heißen Öfen aufgewachsen“, erzählt er. Der Weg zum Pizzabäcker war somit vorbestimmt und führte ihn schließlich nach Wien. Ein Freund überzeugte ihn, dass die „echte Pizza“ in der österreichischen Hauptstadt noch eine Rarität sei. Er packte seine Koffer, arbeitete zunächst in der Pizzeria Riva und eröffnete dann gemeinsam mit seinem Freund Donato Santoro die „Via Toledo“.

Der Name der Pizzeria, „Via Toledo“, ist eine Hommage an die berühmte Fußgängerzone Neapels und soll ein Stück „Napolitanitá“ in die Josefstadt bringen. Obwohl Francesco selbst kein gebürtiger Neapolitaner ist, atmet seine Pizza den Geist Neapels. Für ihn ist das Pizzabacken nicht nur ein Beruf, sondern eine wahre Kunstform. Seine Geheimzutat? „Felicità“ – Freude. Diese Philosophie durchdringt jede seiner Kreationen und ist spürbar, wenn man seine Pizzen genießt.

Die 6. DOC-Pizzaweltmeisterschaft: Ein globaler Wettstreit

Der Wettbewerb, der Francesco Calò zum Weltmeister machte, war die 6. DOC-Pizzaweltmeisterschaft, die in Nocera Inferiore, nahe der Pizzametropole Neapel, stattfand. Über 350 internationale Pizzaioli traten an, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Zwei Tage lang herrschte Hochbetrieb an sechs Steinöfen, wo die Bäcker in insgesamt zwölf Kategorien um die begehrten Titel kämpften. Die Kategorien reichten von „Pizza Dessert“ über „Pizza Glutenfrei“ und „Pizza Margherita“ bis hin zu „Pizza Klassisch“, „Frittierte Pizza“, „Pizza Gourmet“, „Römische Pizza“ und „Pizza Neapolitanischer Geschmack“.

Francesco Calò trat in drei Schlüsselkategorien an und überzeugte die Jury auf ganzer Linie:

  • Pizza Margherita
  • Pizza Gourmet
  • Pizza Freestyle

Während Gennaro Cirelli als bester italienischer Pizzabäcker ausgezeichnet wurde, sicherte sich Francesco Calò den prestigeträchtigen Titel als bester Pizzabäcker außerhalb Italiens. Eine Jury von über 100 verdeckten Mitgliedern, darunter bekannte italienische Foodblogger und Chefköche, testete mehr als 1000 Pizzen, um die Gewinner zu ermitteln. Der Sieg war nicht nur eine Ehre, sondern auch mit einem Preisgeld von 5.000 Euro und einem großen Pokal verbunden.

Die preisgekrönten Kreationen des Champions

Bei der Weltmeisterschaft präsentierte Francesco Calò seine Meisterwerke, die die Jury restlos begeisterten:

  • Seine beste Margherita: Eine Hommage an die Königin der Pizzen, die durch ihre Einfachheit und die Qualität der Zutaten besticht.
  • Die auf Zucchini basierende Gourmet-Version: Belegt mit Fior di Latte (ein Mozzarella-ähnliches Käseprodukt), frittierten und eingelegten Zucchini, Ricotta und Provola-Käse. Eine innovative Kombination, die Textur und Geschmack perfekt vereint.
  • Seine Freestyle Pizza: Eine kühne Kreation mit Sardellen und kleinen gelben Tomaten auf einer Tomatenbasis. Ein Beweis für Calòs Experimentierfreude und sein Gespür für einzigartige Geschmacksprofile.

Diese Pizzen sind nicht nur ein Beweis für sein technisches Können, sondern auch für seine Fähigkeit, traditionelle Elemente mit modernen Akzenten zu verbinden und so unvergessliche Geschmackserlebnisse zu schaffen.

Via Toledo: Ein Stück Neapel in Wien

Die Pizzeria „Via Toledo“ in der Laudongasse 13, Ecke Lange Gasse, im 8. Bezirk hat sich seit ihrer Eröffnung am 26. November 2016 zu einem wahren Hotspot für Pizzaliebhaber entwickelt. Der Hype um das Lokal war schon vor Calòs Weltmeistertitel beachtlich, aber danach explodierte er förmlich. Eine Reservierung, besonders zu den Hauptessenszeiten, ist mittlerweile fast unerlässlich, und Tische werden oft nur für zwei Stunden vergeben – ein Zeichen für die enorme Nachfrage.

Ambiente und Service

Das Lokal ist schlauchförmig gestaltet, mit einem hinteren Bereich, der bei Bedarf abgetrennt werden kann. Die Einrichtung besticht durch dunkle Holzböden, Holzmöbel und blaue und weiße Fliesen in einem der Räume. Viele verschieden große Spiegel an der Decke tragen zu einem einladenden und modernen Ambiente bei. Die „Via Toledo“ ist ein Nichtraucherlokal, was den Genuss der Speisen zusätzlich steigert.

Das Personal, überwiegend jung und weiblich, wird als äußerst freundlich, flott und aufmerksam beschrieben. Auch wenn es anfänglich zu kleinen Unstimmigkeiten bei den Bestellungen kommen konnte, hat sich der Service im Laufe der Zeit deutlich verbessert. Die Mitarbeiter tragen maßgeblich dazu bei, dass sich die Gäste in der „Via Toledo“ auf Anhieb wohlfühlen.

Die Kunst der neapolitanischen Pizza in der Via Toledo

Die Pizzen in der „Via Toledo“ werden als „ein Traum“ beschrieben. Sie sind authentisch neapolitanisch, was sich in ihrem charakteristischen, wunderbar teigigen und am Rand stark aufgegangenen Boden zeigt. Innen sind sie dünn belegt, was den Fokus auf die Qualität der Zutaten legt. Francesco Calò betont, dass für die richtige Pizza nur die besten und „qualitativen Zutaten, Leidenschaft und Freude“ benötigt werden. Diese Prinzipien sind in jeder Pizza der „Via Toledo“ spürbar.

Die Speisekarte bietet eine Mischung aus Klassikern und innovativen Kreationen:

  • Margherita (9,90 Euro): Die klassische und für Calò die „Königin der Pizzen“. Ein Muss für jeden Puristen.
  • Gennarino (12,80 Euro): Eine neuere Kreation mit Tomatensauce, Fiordilatte, Provola, Salami, Oliven und Basilikum.
  • Siciliana: Eine weitere Spezialität mit Paradeissauce, Sardellen, Oliven, Kapern, Knoblauch, Olivenöl und Oregano.
  • Vesuviana: Mit Paradeissauce, gegrilltem Paprika, Salsiccia, Basilikum, Fiordilatte und Grana.

Neben den Pizzen bietet die „Via Toledo“ auch hervorragende Vorspeisen wie die Bruschetta via Caracciolo mit Thunfischsauce und Kapern. Auch die Getränkeauswahl überzeugt: Ein grandioser Prosecco, Peroni in der 0,33-Liter-Flasche, ein „top Espresso“ und ein fruchtiger offener Weißwein aus Latium (Le poggere est) runden das kulinarische Erlebnis ab.

Zukunftspläne des Champions und seine Philosophie

Francesco Calòs Ambitionen reichen weit über das Backen hinaus. Er plant, sein Wissen und seine Leidenschaft an die nächste Generation weiterzugeben. Ab März möchte er Pizza-Kurse für Erwachsene anbieten und hat die Vision, auch in Schulen zu unterrichten. „Die Kinder müssen wieder lernen, mit ihren Händen zu arbeiten“, so der engagierte Pizzabäcker.

Was ist die beste Pizza der Welt?
Francesco Calò von der Enopizzeria „Via Toledo“ überzeugte die Fachjury bei der Pizza-WM gleich mit drei Kreationen. Hauchdünner weicher Teig, eine würzige Tomatensauce, durchmischt mit leichtem, mildem Käse. So schmeckt also die beste Pizza Margherita (9,90€) der Welt.

Seine Philosophie lässt sich in einem Satz zusammenfassen: „Es ist schwierig zu sagen, aber Pizza zu backen ist mein Leben. Wenn ich eine Pizza auf den Tisch bringe und die Menschen lächeln, oder beginnen, ein Foto mit dem Handy zu machen, dann weiß ich, ich mache das genau richtig.“ Dieses Streben nach Perfektion und die Freude am glücklichen Gast sind das Fundament seines Erfolgs.

Vergleich der Weltmeisterkategorien von Francesco Calò

Um die Vielseitigkeit von Francesco Calòs Können zu unterstreichen, lohnt es sich, einen Blick auf die Kategorien zu werfen, in denen er bei der DOC-Pizzaweltmeisterschaft angetreten ist und überzeugt hat:

KategorieBeschreibung des AnspruchsCalòs Ansatz
Pizza MargheritaDie klassische neapolitanische Pizza, die höchste Präzision in Teig, Tomate und Mozzarella erfordert.Perfektion der Einfachheit, die Königin der Pizzen.
Pizza GourmetInnovation und Kreativität bei der Auswahl und Kombination hochwertiger Zutaten.Exquisite Zucchini-Kreation mit Ricotta und Provola, die neue Geschmackswelten eröffnet.
Pizza FreestyleFreie Interpretation und künstlerischer Ausdruck, oft mit unkonventionellen Belägen.Kühne Kombination aus Sardellen und gelben Tomaten, die seinen Mut beweist.

Diese Tabelle verdeutlicht, dass Calò nicht nur ein Meister der Tradition ist, sondern auch ein Innovator, der bereit ist, Grenzen zu überschreiten und neue Wege zu gehen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Via Toledo und Francesco Calò

1. Wo befindet sich die Pizzeria „Via Toledo“?

Die Pizzeria „Via Toledo“ befindet sich in Wien, im 8. Gemeindebezirk (Josefstadt), genauer gesagt in der Laudongasse 13, Ecke Lange Gasse.

2. Muss man in der „Via Toledo“ reservieren?

Aufgrund des großen Andrangs, insbesondere seit Francesco Calò Weltmeister geworden ist, ist eine Reservierung dringend empfohlen, besonders zu den Hauptessenszeiten am Abend. Ohne Reservierung ist es derzeit „ziemlich sinnlos“, einen Tisch zu bekommen.

3. Welche Pizza empfiehlt Francesco Calò selbst am liebsten?

Francesco Calò selbst sieht die Margherita als die „Königin der Pizzen“ und die beste Wahl. Er betont, dass sie die klassischste und einfachste Pizza ist, die aber höchste Qualität der Zutaten erfordert.

4. Was ist das Besondere an der Pizza in der „Via Toledo“?

Die Pizzen der „Via Toledo“ sind authentisch neapolitanisch. Das bedeutet, sie haben einen sehr teigigen, am Rand stark aufgegangenen Boden, sind innen dünn und nicht überladen belegt. Die Betonung liegt auf hochwertigen Zutaten und der Kunst des Teigs.

5. Welche Auszeichnung hat Francesco Calò gewonnen?

Francesco Calò gewann bei der 6. DOC-Pizzaweltmeisterschaft den Titel „Bester Pizzabäcker in der Welt“ außerhalb Italiens.

6. Bietet Francesco Calò Pizzakurse an?

Ja, Francesco Calò plant ab März, Pizzakurse für Erwachsene anzubieten. Er möchte sein Wissen und seine Leidenschaft für das Pizzabacken weitergeben.

7. Was bedeutet „Felicità“ für Francesco Calò?

„Felicità“ (Freude) ist für Francesco Calò die Geheimzutat beim Pizzabacken. Er sieht das Pizzamachen als Kunst und empfindet große Freude, wenn er Menschen mit seinen Kreationen glücklich machen kann.

Die Geschichte von Francesco Calò und seiner Pizzeria „Via Toledo“ ist mehr als nur die eines Weltmeisters. Sie ist ein Zeugnis dafür, dass Hingabe, Qualität und die pure Freude am Handwerk die besten Zutaten für außergewöhnlichen Erfolg sind. Ein Besuch in der „Via Toledo“ ist somit nicht nur ein Essen, sondern ein Eintauchen in die Welt eines echten Pizza-Künstlers, der die „Napolitanitá“ nach Wien bringt und die Herzen seiner Gäste mit jedem Bissen erobert.

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