Was ist die wichtigste Pizza?

Die wahre Königin der Pizzen: Pizza Margherita

26/10/2014

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In der Welt der Kulinarik gibt es Gerichte, die mehr sind als nur Nahrung – sie sind Symbole, Traditionen und Prüfsteine für wahre Handwerkskunst. Die Pizza Margherita ist zweifellos ein solches Meisterwerk. Oft als die "wichtigste" aller Pizzen bezeichnet, verkörpert sie die Einfachheit und Brillanz der italienischen Küche wie kein anderes Gericht. Sie ist nicht nur ein Gaumenschmaus, sondern auch eine Hommage an die Geschichte und die Farben einer Nation. Doch was macht diesen scheinbar so simplen Klassiker so außergewöhnlich, und welche Geheimnisse verbergen sich hinter ihrem unvergleichlichen Geschmack?

Inhaltsverzeichnis

Die königliche Herkunft: Ein Klassiker wird geboren

Die Geschichte der Pizza Margherita ist ebenso charmant wie ihre Zutatenliste kurz ist. Ihren Ursprung findet sie im pulsierenden Neapel des späten 19. Jahrhunderts. Der Legende nach wurde diese spezielle Pizza im Jahr 1889 von dem berühmten Pizzabäcker Raffaele Esposito von der Pizzeria Brandi kreiert. Anlass war der Besuch von König Umberto I. und seiner Gemahlin, Königin Margherita von Savoyen. Die Königin, müde von den üblichen französischen Gerichten, wünschte sich etwas Lokales, etwas Typisch neapolitanisches.

Wie heißt die Pizza in Italien?
(Sprache) Wird es Pizza Margarita oder Magherita geschrieben? Die Pizza Margherita wurde nach der italienischen Königin Margherita di Savoia (1851-1926) benannt.

Esposito soll daraufhin drei verschiedene Pizzen zubereitet haben, von denen eine besonders herausstach: eine einfache Pizza, belegt mit Tomaten, Mozzarella und frischem Basilikum. Diese Zutaten waren nicht zufällig gewählt; sie spiegelten die Farben der frisch vereinigten italienischen Nationalflagge wider: das Rot der Tomaten, das Weiß des Mozzarellas und das Grün des Basilikums. Die Königin war Berichten zufolge so begeistert von dieser patriotischen Kreation, dass die Pizza fortan ihren Namen trug: die Pizza Margherita. Seitdem ist sie zum Inbegriff der italienischen Pizza avanciert und ein unverzichtbarer Bestandteil jeder authentischen Speisekarte.

Warum die Margherita der ultimative Qualitätstest ist

Für viele Pizzaliebhaber und Pizzabäcker ist die Pizza Margherita der ultimative Indikator für die Qualität einer Pizzeria. Es mag paradox klingen, aber gerade die Einfachheit dieses Gerichts macht es zu einem so strengen Prüfstein. Ohne eine Fülle von Belägen, die potenzielle Mängel kaschieren könnten, muss jede einzelne Komponente perfekt sein.

  • Der Pizzateig: Er ist das Herzstück jeder Pizza, und bei der Margherita kommt seine Qualität ungeschminkt zum Vorschein. Ist er knusprig und gleichzeitig luftig? Hat er eine schöne Porung und einen leicht säuerlichen Geschmack, der von einer langen Gärzeit zeugt? Eine schlechte Margherita beginnt mit einem schlechten Teig.
  • Die Tomatensoße: Sie darf nicht zu wässrig, nicht zu sauer und nicht zu süß sein. Ihre Reinheit und der unverfälschte Geschmack frischer Tomaten sind entscheidend.
  • Der Mozzarella: Er muss schmelzen, ohne zu viel Wasser abzugeben, und einen cremigen, milchigen Geschmack bewahren. Seine Textur nach dem Backen ist ein Zeichen für Qualität.
  • Der Pizzabäcker: Die Art und Weise, wie der Teig geformt, die Soße verteilt und die Pizza gebacken wird, offenbart die Fähigkeiten des Pizzaiolo. Die Balance der Zutaten, die Gleichmäßigkeit des Backens und die perfekte Bräunung des Randes sind allesamt Zeugnisse seines Könnens.

Die Margherita verzeiht keine Fehler. Sie ist eine Leinwand, auf der nur die besten Farben leuchten können. Wer eine exzellente Margherita zubereiten kann, beherrscht die Kunst der Pizza in ihrer reinsten Form.

Das authentische Pizza Margherita Rezept für Zuhause

Obwohl die Pizza Margherita in ihrer Urform so simpel ist, dass sie kaum eines komplexen Rezeptes bedarf, gibt es doch einige Nuancen, die den Unterschied zwischen einer guten und einer wahrhaft außergewöhnlichen Margherita ausmachen. Hier ist unser bewährtes Rezept, angepasst für eine perfekte Pizza zu Hause.

Benötigte Zutaten (für eine Pizza)

Für den Pizzateig:

  • 200g Mehl Type 405 (oder italienisches Tipo 00)
  • 140ml lauwarmes Wasser
  • 10g Salz
  • 3-4g frische Hefe (ca. 1/10 Block)

Tipp: Für den besten Geschmack und die beste Textur empfehlen wir, den Teig mindestens 12-24 Stunden im Voraus zuzubereiten und langsam im Kühlschrank gehen zu lassen. Ein ausführliches Pizzateig-Rezept bietet hierzu weitere Details.

Für die Tomatensoße:

  • 200g frische, reife Tomaten (oder 100g passierte Tomaten von hoher Qualität, z.B. San Marzano)
  • 1 kleine Knoblauchzehe (optional, fein gehackt oder zerdrückt)
  • Einige frische Basilikumblätter
  • Ein Hauch Oregano (getrocknet)
  • Prise Salz und Pfeffer
  • 1 Teelöffel extra natives Olivenöl

Zubereitung der Soße: Die frischen Tomaten häuten und entkernen, dann grob zerkleinern. Zusammen mit Knoblauch (falls verwendet), Basilikum, Oregano, Salz, Pfeffer und Olivenöl kurz aufkochen und dann bei niedriger Hitze etwa 15-20 Minuten köcheln lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Nicht zu dick, nicht zu dünn. Bei passierten Tomaten einfach die Gewürze hinzufügen und kurz aufkochen.

Für den Belag:

  • 60-70g (ca. eine halbe Packung) Mozzarella (vorzugsweise Büffelmozzarella oder guter Kuhmilch-Mozzarella)
  • Optional: Eine kleine Menge Tilsiter oder Gouda (ca. 10-15g)
  • Optional: Etwas frisch geriebener Parmesan (ca. 5g)
  • 1-2 Teelöffel extra natives Olivenöl (zum Beträufeln vor dem Backen)
  • Frischer Basilikum (zum Garnieren nach dem Backen)
  • Kleiner Geheimtipp: Eine Prise Salz und Pfeffer für den Mozzarella!

Zubereitung Schritt für Schritt:

  1. Teig und Soße vorbereiten: Bereiten Sie den Pizzateig gemäß unserem Rezept vor und lassen Sie ihn ausreichend ruhen. Kochen Sie die Tomatensoße wie beschrieben.
  2. Mozzarella vorbereiten: Schneiden Sie den Mozzarella in kleine, etwa 1x1 cm große Stücke. Dies gewährleistet ein gleichmäßiges Schmelzen. Hier kommt unser erster Geheimtipp ins Spiel: Würzen Sie den geschnittenen Mozzarella leicht mit einer Prise Salz und frisch gemahlenem Pfeffer. Die Gründe dafür erklären wir Ihnen weiter unten ausführlich.
  3. Pizza formen: Rollen oder ziehen Sie den Pizzateig auf einer leicht bemehlten Oberfläche zu einem runden Pizzaboden aus. Achten Sie darauf, den Rand etwas dicker zu lassen, um eine schöne Kruste zu erhalten.
  4. Belegen: Bestreichen Sie den Teig gleichmäßig mit der vorbereiteten Tomatensoße. Lassen Sie dabei einen kleinen Rand frei.
  5. Käse verteilen: Verteilen Sie den gewürzten Mozzarella gleichmäßig auf der Soße. Falls Sie zusätzlichen Käse verwenden möchten, streuen Sie nun auch den Tilsiter/Gouda und den Parmesan darüber.
  6. Olivenöl: Beträufeln Sie die Pizza mit einem guten Schuss extra nativem Olivenöl. Dieses trägt maßgeblich zum Aroma bei und hilft, die Hitze zu verteilen.
  7. Backen: Heizen Sie Ihren Ofen mit einem Pizzastein (oder Backblech) auf die höchstmögliche Temperatur vor (idealerweise 250-300°C Ober-/Unterhitze). Schieben Sie die Pizza vorsichtig auf den heißen Stein. Die Backzeit beträgt je nach Ofen und Temperatur 2-5 Minuten. Beobachten Sie die Pizza genau, bis der Rand goldbraun und knusprig ist und der Käse Blasen wirft und leicht gebräunt ist.
  8. Basilikum: Etwa 30 Sekunden bevor die Pizza fertig ist – oder direkt nach dem Herausnehmen – verteilen Sie frische Basilikumblätter auf der heißen Pizza. So bleibt das Aroma erhalten und die Blätter verbrennen nicht.
  9. Genießen: Schneiden Sie die Pizza in Stücke und servieren Sie sie sofort. Buon Appetito!

Das Geheimnis des gewürzten Mozzarellas: Ein kleiner, aber feiner Unterschied

Dieser Tipp mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, aber er hat einen entscheidenden Einfluss auf das Geschmackserlebnis Ihrer Pizza Margherita. Die Idee, Mozzarella zu würzen, entstand aus einem direkten Vergleich zwischen klassischem Kuhmilch-Mozzarella und dem hochwertigeren Büffelmozzarella (Mozzarella di Bufala).

Büffelmozzarella wird oft in einer deutlich salzigeren Lake geliefert als sein Pendant aus Kuhmilch. Dies verleiht ihm nicht nur eine zartere Konsistenz, sondern auch einen intensiveren, komplexeren Geschmack. Kuhmilch-Mozzarella hingegen kann manchmal dazu neigen, die Pizza "zu verwässern", da er beim Schmelzen Flüssigkeit abgibt, die wenig Eigengeschmack besitzt. Dies kann dazu führen, dass die Pizza fade schmeckt, besonders wenn sie keine weiteren salzigen Beläge wie Salami oder Schinken enthält.

Durch das leichte Salzen und Pfeffern des Mozzarellas vor dem Belegen der Pizza gleichen Sie diesen Unterschied aus. Der Käse erhält so einen zusätzlichen Geschmackskick, der sich perfekt in das Gesamtbild der Margherita einfügt und verhindert, dass er geschmacklich "untergeht". Es ist ein einfacher Schritt, der aber einen bemerkenswerten Unterschied macht, besonders bei einem Gericht, das so stark von der Reinheit und Qualität seiner wenigen Zutaten lebt.

Die Rolle weiterer Käsesorten: Eine Frage der Perfektion?

Die Frage, ob auf eine klassische Pizza Margherita neben Mozzarella noch andere Käsesorten gehören, spaltet die Gemüter. Puristen würden argumentieren, dass der Klassiker unverändert bleiben sollte. Doch verstehen Sie uns richtig: Der Großteil des Käses bleibt selbstverständlich Mozzarella. Die Zugabe von geringen Mengen Parmesan oder einem milden Schnittkäse wie Tilsiter oder Gouda ist eher als eine Art "zusätzliches Gewürz" zu verstehen, das die Eigenschaften des Mozzarellas optimiert, anstatt ihn zu ersetzen.

Parmesan: Der natürliche Geschmacksverstärker

Parmesan, oder genauer gesagt Parmigiano Reggiano, ist bekannt für sein intensives Umami-Aroma. Ähnlich wie hochwertiges Olivenöl, das als Geschmacksträger fungiert, wirkt Parmesan als natürlicher Geschmacksverstärker. Er intensiviert den milchigen, cremigen Geschmack des Mozzarellas, ohne diesen zu überdecken. Ein Hauch frisch geriebener Parmesan verleiht der Margherita eine zusätzliche Tiefe und Komplexität, die subtil, aber bemerkbar ist.

Tilsiter/Gouda (oder Cheddar): Für die perfekte Schmelze im Heimofen

Mozzarella verhält sich beim Backen anders als viele andere Käsesorten. In einem professionellen Pizzaofen, der Temperaturen von 400°C und mehr erreicht, schmilzt Mozzarella perfekt zu einer zarten, blasigen Schicht. Im heimischen Backofen, selbst mit einem Pizzastein, können diese extrem hohen Temperaturen oft nicht erreicht werden.

Hier kommen Tilsiter, Gouda oder ähnliche Schnittkäse ins Spiel. Diese Käsesorten haben eine andere Schmelzeigenschaft und helfen dabei, eine schönere, leicht gebräunte Käsekruste zu bilden, während der Mozzarella darunter sanft und cremig bleibt. Sie tragen dazu bei, dass der Käse auf der Pizza nicht nur schmilzt, sondern auch eine ansprechende Textur und Farbe erhält, die man sonst nur aus dem Steinofen kennt. Es geht darum, die bestmöglichen Ergebnisse unter den gegebenen Bedingungen zu erzielen, ohne den Charakter der Margherita zu verändern.

Mozzarella-Typen im Vergleich

Die Wahl des richtigen Mozzarellas ist entscheidend für das Gelingen Ihrer Pizza Margherita. Hier ein kleiner Überblick:

MerkmalKuhmilch-Mozzarella (z.B. Fior di Latte)Büffelmozzarella (Mozzarella di Bufala)
GeschmackMild, leicht milchigIntensiver, komplexer, leicht säuerlich
TexturFester, kann beim Schmelzen etwas wässernSehr zart, cremig, weniger Wasserabgabe
Salzgehalt der LakeOft geringerDeutlich höher
Empfehlung für MargheritaGut, wenn gewürzt; wichtig: gut abtropfen lassenHervorragend, da geschmacklich intensiver und besser schmelzend
Verfügbarkeit/PreisLeicht erhältlich, günstigerSpezialitätenprodukt, teurer

Unabhängig vom Typ ist es entscheidend, den Mozzarella gut abtropfen zu lassen oder sogar einige Stunden im Voraus zu zerkleinern und auf Küchenpapier zu legen, um überschüssige Flüssigkeit zu entziehen. Dies verhindert ein "Wässern" der Pizza beim Backen.

Häufig gestellte Fragen zur Pizza Margherita

Welche Tomaten eignen sich am besten für die Soße?
Für eine authentische neapolitanische Pizza Margherita werden traditionell San Marzano Tomaten bevorzugt. Diese sind bekannt für ihren süßen, gering säurehaltigen Geschmack und ihr festes Fleisch. Alternativ eignen sich auch andere hochwertige Dosentomaten (geschält und ganz) oder sehr reife, frische Roma-Tomaten. Wichtig ist, dass die Soße nicht zu viele Gewürze benötigt, um den reinen Tomatengeschmack hervorzuheben.
Kann ich auch getrocknete Hefe verwenden?
Ja, Sie können getrocknete Hefe verwenden. Für die angegebene Menge von 200g Mehl benötigen Sie etwa 1-1,5g Trockenhefe (ca. ein halber Teelöffel), da diese konzentrierter ist als frische Hefe. Achten Sie darauf, die Anweisungen auf der Packung zu befolgen, oft muss sie zuerst in etwas lauwarmem Wasser aufgelöst werden.
Wie wichtig ist ein Pizzastein?
Ein Pizzastein (oder Pizzastahl) ist für die Zubereitung einer Pizza im Heimofen von unschätzbarem Wert. Er speichert die Hitze sehr gut und gibt sie direkt an den Teig ab, was zu einer viel knusprigeren Kruste und einem schnelleren Backvorgang führt. Ohne ihn wird der Boden oft matschig, da die Hitze nicht schnell genug eindringen kann.
Warum sollte Basilikum erst am Ende auf die Pizza?
Frischer Basilikum ist sehr hitzeempfindlich. Wenn er von Anfang an mitgebacken wird, verbrennt er schnell, verliert sein Aroma und wird bitter. Indem Sie ihn erst gegen Ende der Backzeit oder direkt nach dem Herausnehmen auf die heiße Pizza geben, behält er seine leuchtend grüne Farbe und sein frisches, aromatisches Bouquet, das die Margherita perfekt abrundet.
Meine Pizza ist zu wässrig, was kann ich tun?
Dies ist ein häufiges Problem und meist auf zu viel Feuchtigkeit in den Zutaten zurückzuführen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Mozzarella gut abgetropft ist (am besten Stunden vorher zerkleinern und auf Küchenpapier legen). Auch eine zu dünne oder zu wässrige Tomatensoße kann dazu beitragen. Achten Sie zudem darauf, den Teig nicht zu dünn auszurollen, besonders in der Mitte, damit er genügend Stabilität bietet.

Fazit: Die Suche nach der perfekten Pizza Margherita

Die "perfekte" Pizza Margherita mag für jeden etwas anderes bedeuten, aber mit den hier vorgestellten Tipps und Tricks kommen Sie einer außergewöhnlichen Version dieses Klassikers sehr, sehr nahe. Sie ist ein Beweis dafür, dass die besten Dinge im Leben oft die einfachsten sind, wenn sie mit Sorgfalt, Respekt vor den Zutaten und einem Hauch von Wissen zubereitet werden.

Die Pizza Margherita ist mehr als nur ein Gericht; sie ist eine kulturelle Ikone und ein Fest für die Sinne. Probieren Sie dieses Rezept aus, experimentieren Sie mit den Feinheiten und entdecken Sie die wahre Freude, die in der Zubereitung und dem Genuss dieser königlichen Pizza liegt. Teilen Sie Ihre Erfahrungen und lassen Sie uns wissen, wie Ihre perfekte Margherita schmeckt! Guten Appetit!

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