Wie backt man eine Pizza?

Das Herzstück der Pizza: Die perfekte Sauce

02/03/2017

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Die Pizza, ein kulinarisches Meisterwerk, das weltweit geliebt wird, verdankt ihren unwiderstehlichen Charme nicht nur dem knusprigen Teig und dem schmelzenden Käse. Ein oft unterschätzter, aber absolut entscheidender Bestandteil ist die Pizzasauce. Sie bildet das aromatische Fundament, das alle anderen Zutaten miteinander verbindet und den unverwechselbaren Geschmack liefert, der uns immer wieder nach einem weiteren Stück greifen lässt. Doch was genau macht eine wirklich leckere Pizzasauce aus? Ist es die perfekte Mischung aus Gewürzen, die Konsistenz oder vielleicht eine geheime Zutat? Tauchen wir ein in die Welt der Pizzasaucen und enthüllen das wahre Geheimnis hinter ihrem Erfolg.

Was ist der wichtigste Bestandteil einer leckeren Pizzasauce?

Wenn man die Frage stellt, was der wichtigste Bestandteil einer leckeren Pizzasauce ist, kommt man unweigerlich zu einem klaren Schluss: Es sind die Tomaten. Sie sind das Herzstück, die Seele und der unbestreitbar wichtigste Akteur in jeder hochwertigen Pizzasauce. Ohne qualitativ hochwertige Tomaten kann selbst die ausgefeilteste Gewürzmischung oder die sorgfältigste Zubereitung kein wirklich herausragendes Ergebnis liefern. Die Qualität der Tomaten beeinflusst nicht nur den Geschmack, sondern auch die Textur und die Farbe der Sauce maßgeblich.

Inhaltsverzeichnis

Die Königin der Tomaten: San Marzano

Unter den unzähligen Tomatensorten, die weltweit angebaut werden, haben sich einige als besonders geeignet für die Herstellung von Pizzasauce herauskristallisiert. Ganz oben auf dieser Liste stehen die San-Marzano-Tomaten. Diese länglichen, fleischigen Tomaten stammen ursprünglich aus dem Agro Sarnese Nocerino-Tal in der Nähe des Vesuvs in Italien. Sie zeichnen sich durch einen geringen Säuregehalt, einen hohen Zuckergehalt und ein dickes Fruchtfleisch mit wenigen Kernen aus. Diese Eigenschaften machen sie ideal für eine Sauce, die sowohl süß als auch leicht säuerlich ist und eine samtige Textur aufweist, ohne wässrig zu sein. Echtheitszertifizierte San Marzano Tomaten tragen das D.O.P.-Siegel (Denominazione d'Origine Protetta), das ihre Herkunft und Qualität garantiert. Während frische San Marzano Tomaten eine Delikatesse sind, werden für Saucen oft die geschälten Dosentomaten verwendet, da sie das ganze Jahr über eine gleichbleibende Qualität und Reife garantieren.

Andere Tomatensorten für die Sauce

Obwohl San Marzano Tomaten oft als der Goldstandard gelten, gibt es auch andere Sorten, die hervorragende Saucen ergeben können:

  • Roma-Tomaten (Pflaumentomaten): Ähnlich wie San Marzano sind sie fleischig und haben wenig Wasser, was sie zu einer guten Alternative macht. Sie sind oft leichter erhältlich und kostengünstiger.
  • Datterini-Tomaten: Diese kleinen, dattelförmigen Tomaten sind extrem süß und aromatisch. Sie eignen sich hervorragend für eine süßere Sauce oder wenn man einen intensiveren, frischen Tomatengeschmack wünscht.
  • Kirschtomaten: Klein und saftig, können sie eine frische, leicht säuerliche Note hinzufügen, eignen sich aber besser für eine leichtere, weniger dicke Sauce.

Frische Tomaten vs. Dosentomaten: Eine Frage der Qualität und Praktikabilität

Die Debatte, ob frische oder Dosentomaten besser für Pizzasauce sind, ist alt. Die Antwort hängt oft von der Verfügbarkeit und der Saison ab. Außerhalb der Saison sind hochwertige Dosentomaten oft die überlegene Wahl. Sie werden auf dem Höhepunkt ihrer Reife geerntet und sofort verarbeitet, wodurch ihr Geschmack und ihre Nährstoffe optimal erhalten bleiben.

Vorteile von Dosentomaten:

  • Ganzjährige Verfügbarkeit: Gleichbleibende Qualität, unabhängig von der Saison.
  • Optimale Reife: Tomaten werden geerntet, wenn sie am reifsten und aromatischsten sind.
  • Konsistenz: Weniger Schwankungen in Geschmack und Textur.
  • Praktikabilität: Keine Notwendigkeit, zu blanchieren, zu schälen oder zu entkernen.

Vorteile von frischen Tomaten (wenn in Saison):

  • Frischester Geschmack: Unübertroffen, wenn die Tomaten direkt vom Feld kommen.
  • Kontrolle: Man kann den gesamten Prozess von Grund auf steuern.

Für die meisten Pizzaliebhaber und Pizzerien sind hochwertige geschälte Dosentomaten (insbesondere San Marzano oder gute Roma-Tomaten) die bevorzugte Wahl, da sie eine zuverlässige Basis für eine exzellente Sauce bieten.

Die Zubereitung: Weniger ist oft mehr

Nachdem die Tomaten ausgewählt sind, kommt die Zubereitung. Hier gibt es zwei Hauptschulen: die minimalistische, neapolitanische Art und die etwas aufwendigere, gekochte Sauce.

Neapolitanische Art: Die rohe Sauce

Die traditionelle neapolitanische Pizzasauce ist erstaunlich einfach. Sie basiert auf der Philosophie, dass die Qualität der Tomaten für sich sprechen sollte. Geschälte San Marzano Tomaten werden von Hand zerdrückt oder kurz püriert (nicht zu glatt!), mit einer Prise Salz, frischem Basilikum und eventuell einem Spritzer gutem Olivenöl vermischt. Manchmal wird eine kleine Knoblauchzehe hinzugefügt. Diese Sauce wird ungekocht auf den Pizzateig gegeben und gart dann im Ofen zusammen mit der Pizza. Das Ergebnis ist eine frische, lebendige Tomatennote, die nicht von anderen Aromen überlagert wird.

Die gekochte Sauce: Tiefe und Komplexität

Viele Pizzasaucen, insbesondere außerhalb Italiens, werden vor dem Auftragen gekocht. Dies ermöglicht es, die Aromen zu entwickeln und zu vertiefen. Eine typische gekochte Sauce könnte beinhalten:

  • Olivenöl: Die Basis für das Anbraten von Aromen.
  • Knoblauch: Fein gehackt und leicht angebraten, um sein Aroma freizusetzen.
  • Zwiebeln: Optional, für zusätzliche Süße und Tiefe.
  • Tomaten: Geschälte Dosentomaten, die zerdrückt oder püriert werden.
  • Kräuter: Getrockneter Oregano ist ein Klassiker. Frisches Basilikum wird oft erst am Ende hinzugefügt, um sein Aroma zu bewahren.
  • Salz und Pfeffer: Zum Abschmecken.
  • Zucker: Eine Prise Zucker kann hinzugefügt werden, um die Säure der Tomaten auszugleichen, insbesondere wenn die Tomaten nicht sehr süß sind.
  • Rotwein oder Balsamico-Essig: Manchmal für zusätzliche Komplexität.

Die Sauce wird dann für 20-60 Minuten bei niedriger Hitze geköchelt, damit sich die Aromen verbinden und die Sauce eindickt. Es ist wichtig, sie nicht zu lange zu kochen, da sie sonst ihren frischen Tomatengeschmack verlieren und bitter werden kann.

Die Rolle der Gewürze und weiterer Zutaten

Während Tomaten die Hauptrolle spielen, sind Gewürze die Nebendarsteller, die den Geschmack abrunden und verstärken. Die Wahl und Menge der Gewürze ist entscheidend, um die Tomaten nicht zu überdecken, sondern zu ergänzen.

  • Basilikum: Frisches Basilikum ist ein Muss für jede authentische italienische Pizzasauce. Es hat ein süßlich-pfeffriges Aroma, das perfekt zu Tomaten passt. Es sollte idealerweise erst am Ende des Kochvorgangs oder sogar roh zur Sauce gegeben werden.
  • Oregano: Getrockneter Oregano verleiht der Sauce eine erdige, leicht bittere Note, die typisch für viele Pizzasaucen ist.
  • Knoblauch: Gibt eine würzige Schärfe. Weniger ist hier oft mehr, um den Tomatengeschmack nicht zu dominieren.
  • Salz: Unverzichtbar zum Herausarbeiten der Aromen.
  • Schwarzer Pfeffer: Für eine leichte Schärfe.
  • Rote Paprikaflocken (Chiliflocken): Für eine dezente Schärfe, die den Geschmack belebt.
  • Olivenöl: Hochwertiges natives Olivenöl extra ist wichtig, um die Aromen zu transportieren und der Sauce Glanz und Tiefe zu verleihen.

Häufige Fehler bei der Pizzasaucen-Zubereitung

Auch wenn die Zutaten einfach erscheinen, können einige Fehler das Ergebnis trüben:

  • Schlechte Tomatenqualität: Der größte Fehler. Billige, wässrige Tomaten führen zu einer geschmacklosen Sauce.
  • Zu viele Zutaten: Eine gute Pizzasauce lebt von ihrer Einfachheit. Zu viele Gewürze oder Füllstoffe überdecken den reinen Tomatengeschmack.
  • Überkochen: Eine zu lange Kochzeit kann die Frische der Tomaten nehmen und die Sauce bitter machen.
  • Zu viel Säure/Süße: Das Ungleichgewicht zwischen Säure und Süße kann die Sauce unangenehm machen. Eine Prise Zucker kann Säure ausgleichen, Zitronensaft kann bei zu süßen Tomaten helfen.
  • Falsche Konsistenz: Eine zu dünne Sauce macht den Teig matschig, eine zu dicke Sauce ist schwer zu verteilen. Die ideale Konsistenz ist sämig, aber nicht zu fest.

Vergleich verschiedener Tomatensorten für Pizzasauce

TomatensorteEigenschaftenGeeignet fürBesonderheit
San Marzano D.O.P.Länglich, fleischig, wenig Kerne, geringe Säure, hoher ZuckergehaltAuthentische neapolitanische PizzaGoldstandard, geschützter Ursprung, süß und aromatisch
Roma (Pflaumentomaten)Länglich, fleischig, dichtes FruchtfleischAlltägliche Pizzasauce, passierte TomatenGute Alternative, weit verbreitet, robust im Geschmack
DatteriniKlein, oval, sehr süß, dünne HautSüßere, intensive Saucen, frische ZubereitungenSehr aromatisch, oft teurer, ideal für Gourmet-Pizzen
Piennolo del Vesuvio D.O.P.Ovale, kleine, feste Tomate, süß-säuerlichGourmet-Saucen, besondere AromatikWird oft als Ganzes aufgehängt gelagert, intensiver Geschmack

Häufig gestellte Fragen zur Pizzasauce

F: Muss ich meine Pizzasauce kochen?
A: Nicht unbedingt. Eine klassische neapolitanische Pizzasauce wird aus rohen, zerdrückten Tomaten hergestellt, die erst auf der Pizza im Ofen garen. Das Ergebnis ist ein sehr frischer, lebendiger Geschmack. Viele andere Saucen werden jedoch gekocht, um die Aromen zu vertiefen und eine reichere Konsistenz zu erzielen.

F: Welche Art von Tomaten soll ich verwenden?
A: Für die beste Qualität sind geschälte San Marzano Tomaten D.O.P. (aus der Dose) die erste Wahl. Gute Alternativen sind geschälte Roma-Tomaten oder andere hochwertige Dosentomaten, die als 'ganze geschälte Tomaten' gekennzeichnet sind. Vermeiden Sie Tomatenprodukte mit vielen Zusatzstoffen.

F: Wie dick sollte die Pizzasauce sein?
A: Die ideale Konsistenz ist sämig, aber nicht zu dick. Sie sollte sich leicht auf dem Teig verteilen lassen und nicht vom Rand laufen. Eine zu wässrige Sauce kann den Teig durchnässen, während eine zu dicke Sauce zu schwer sein kann.

F: Kann ich frische Tomaten verwenden?
A: Ja, absolut! Wenn Sie Zugang zu reifen, aromatischen Tomaten aus der Saison haben (z.B. San Marzano oder Roma-Tomaten), können diese eine wunderbare Sauce ergeben. Sie müssen jedoch geschält und entkernt werden, was zusätzlichen Aufwand bedeutet.

F: Wie lange kann ich Pizzasauce aufbewahren?
A: Im Kühlschrank hält sich selbstgemachte Pizzasauce in einem luftdichten Behälter etwa 3-5 Tage. Sie lässt sich auch hervorragend einfrieren und ist dann für mehrere Monate haltbar.

F: Soll ich Zucker in meine Pizzasauce geben?
A: Eine Prise Zucker kann helfen, die natürliche Säure der Tomaten auszugleichen, besonders wenn die verwendeten Tomaten nicht sehr süß sind. Es ist jedoch wichtig, sparsam damit umzugehen, um die Sauce nicht zu süß zu machen.

F: Welche Kräuter passen am besten zur Pizzasauce?
A: Frisches Basilikum und getrockneter Oregano sind die klassischen Kräuter für Pizzasauce. Manchmal werden auch ein Hauch von Thymian oder Rosmarin verwendet, aber dies ist seltener und sollte sparsam eingesetzt werden, um den Tomatengeschmack nicht zu überdecken.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Qualität der Tomaten der wichtigste Bestandteil einer leckeren Pizzasauce ist. Eine hochwertige Tomatenbasis, sei es aus D.O.P. San Marzano Tomaten oder anderen erstklassigen Sorten, ist das A und O. Ergänzt durch die richtigen Gewürze in Maßen und eine sorgfältige Zubereitung, entsteht so eine Sauce, die jede Pizza zu einem wahren Genuss macht. Weniger ist oft mehr, wenn es darum geht, den reinen, unverfälschten Geschmack der Tomaten hervorzuheben. Experimentieren Sie mit verschiedenen Sorten und Zubereitungsarten, um Ihre persönliche Lieblingssauce zu finden und Ihr Pizzaback-Erlebnis auf das nächste Level zu heben.

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